Deutschland ermahnt sich selbst: „Müssen jetzt liefern“
Beim amtierenden Weltmeister Deutschland ist die Anspannung nach der 0:1-Auftaktpleite gegen Mexiko groß. Die Spieler nahmen sich zwei Tage vor dem Schicksalspiel gegen Schweden am Samstag selbst in die Pflicht, der Trainerstab forderte: „Jeder muss jetzt liefern.“ Die zuletzt viel kritisierte Mittelfeldzentrale um Sami Khedira und Toni Kroos wehrte sich indes wortreich.
Miroslav Klose, Stürmer-Trainer und Assistent von Joachim Löw, sprach am Donnerstag Klartext: „Jeder muss jetzt liefern. Gesprochen wurde jetzt genug.“ Der ehemalige Torjäger erinnerte auch an frühere Stärken und bessere Zeiten. „Wir haben unter Druck die besten Spiele gemacht.“
Warnung von Khedira
Nach intensiver Aufarbeitung der Mexiko-Niederlage fühlen sich die Deutschen bereit für einen erfolgreichen Auftritt gegen Schweden. „Jetzt kommt die feste Überzeugung zurück, dass wir das in die richtigen Bahnen lenken, dass wir das drehen können“, sagte Abwehrspieler Mats Hummels.
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Nicht ein anderes Personal, sondern eine andere Einstellung müsse für die WM-Wende sorgen, verdeutlichte Khedira: „Es geht nicht darum, zwei Spieler raus und zwei Spieler rein. Wenn wir mit der gleichen Einstellung spielen wie gegen Mexiko, ändert sich nichts.“
„Da braucht man Usain Bolt“
Die Kritik an der fehlenden Abstimmung zwischen Kroos und ihm wies der Juventus-Legionär zurück. Vielmehr seien die Schwierigkeiten auf eine schlechte Balance zwischen die Mannschaftsteilen zurückzuführen. „Da waren teilweise 30, 40 Meter dazwischen. Und dann kann man es nicht verteidigen“, sagte Khedira, der sogar den schnellsten Mann der Welt zur Verteidigung anführte. „Da braucht man Usain Bolt und einen anderen Topsprinter, die das weglaufen können. Das schafft keiner von den Spielern, die wir hier haben.“
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Die Kritik, die Kroos und er annehmen müssten, sei eine andere. Sie hatten als Führungsspieler auf dem Platz nicht eingegriffen. „Das ist der Vorwurf, den wir uns machen müssen, auch ich, definitiv. Wir haben nicht reagiert, haben keine Lösungen gehabt“, sagte Khedira. Er übte auch Selbstkritik: „Ich weiß, dass ich kein gutes Spiel gemacht habe.“
Artikelbild: GEPA