DFB-Team feiert Italien-Sieg leise: „Gefährliches Ergebnis“

Deutschlands Fußball-Nationalteam hat mit dem 2:1-Sieg in Mailand im Nations-League-Duell mit Italien einen erfolgreichen Jahresstart hingelegt. Bundestrainer Julian Nagelsmann schlug nach dem Viertelfinal-Hinspiel dennoch leise Töne an. „Es ist ein gefährliches Resultat, wir sind nur ein Tor vorne“, meinte der 37-Jährige mit Blick auf die Retourpartie am Sonntag. Ganz anders war die Stimmung in Frankreich, wo es nach dem 0:2 gegen Kroatien viel Kritik an Kylian Mbappé gab.

Für die DFB-Elf war es der erste Länderspiel-Sieg in Italien seit 1986. Zu hoch wollte das aber niemand hängen. „Ich bin nicht perfekt in Fußball-Historie. Ich kannte den Fakt. Aber das Allerwichtigste ist, dass wir dieses erste Spiel jetzt gewonnen haben. Und jetzt wollen wir auch das zweite gewinnen“, sagte Nagelsmann, warnte aber auch. „Wir tun alle gut daran, so ins Rückspiel zu starten, wie es dann auch steht, nämlich 0:0. Wir müssen versuchen, das Spiel zu gewinnen, dann müssen wir nicht rumrechnen.“

Einen Sieg am Sonntag in Dortmund und damit das Erreichen des Final Four forderte auch Kapitän Joshua Kimmich, der die Kopfballtore von Tim Kleindienst und Rückkehrer Leon Goretzka vorbereitete. Das Lob für Letzteren fiel besonders groß aus. „Ein Top-Comeback von Leon nach all‘ dem, was passiert ist“, schwärmte Nagelsmann über den Bayern-Spieler, der lange Zeit in München und beim DFB nicht mehr erste Wahl und auch die EM 2024 daheim verpasst hatte. Nagelsmann bescheinigte seinem Team indes einen weiteren Entwicklungsschritt. Nach dem frühen 0:1 von Sandro Tonali habe es nicht kopflos und verunsichert agiert. Er sprach von „einer neuen Stärke“, auch in Rückstand liegend ruhig zu bleiben.

Die Squadra Azzurra will in Dortmund allerdings noch zum Spielverderber werden. Teamchef Luciano Spalletti lobte trotz des Dämpfers den Charakter seiner Mannschaft. „Wir werden mit diesem Charakter noch stärker sein in Dortmund.“ Dort hatten die Italiener 2006 auf dem Weg zum WM-Titel das deutsche Team nach Verlängerung mit 2:0 aus dem Weg geräumt. Dieses Resultat würde auch diesmal zum Aufstieg reichen. Es war übrigens die letzte Niederlage der Deutschen im Westfalenstadion.

Mbappé bei Rückkehr in der Kritik

Für Kylian Mbappé ist derweil die Rückkehr in die französische Nationalmannschaft alles andere als glücklich verlaufen. Das Medienecho fiel vernichtend aus. „Dies war letztendlich eine echte Enttäuschung, um es vorsichtig auszudrücken“, schrieb „Le Figaro“ nach dem 0:2 im Viertelfinal-Hinspiel der Nations League in Kroatien. Für den 26-jährigen Kapitän war es der erste Einsatz im Nationaltrikot seit dem 9. September 2024. Neben dem Star von Real Madrid geriet vor allem Ousmane Dembélé von Paris Saint-Germain in die Kritik. „Die beiden Männer sind die Hauptschuldigen, aber sie sind nicht die einzigen, denn die französische Offensive war am Donnerstag nicht existent“, schrieb „Le Figaro“.

Die Sportzeitung „L’Équipe“ ortete zwei große Fehler im System von Trainer Didier Deschamps: eine „bockige Verteidigung“ und eine „verfehlte Offensivorganisation“. Den Kroaten reichten in Split Tore von Ante Budimir (26. Minute) und Ivan Perisic (45.+1), um Mbappé die Stimmung in dessen 87. Länderspiel ordentlich zu vermiesen.

Höjlund als „CR7“

Lange Gesichter gab es auch bei Portugal, das in Kopenhagen Dänemark mit 0:1 unterlag. Ex-Sturm-Graz-Stürmer Rasmus Höjlund traf als Joker und jubelte danach im Stil seines Vorbilds Cristiano Ronaldo. Der 40-Jährige bestritt sein 218. Spiel für die Portugiesen. „Es war ein großartiger Tag in so vielerlei Hinsicht. Ich habe gegen mein Idol gespielt, ein Tor geschossen und war der Matchwinner. Viel besser hätte man es nicht schreiben können“, meinte der nunmehrige Manchester-United-Stürmer Höjlund. Der Sieger des Duells trifft auf Deutschland oder Italien.

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(APA) Foto: Imago