Didi Kühbauer: „Es war enttäuschend und beschämend. Das ist nicht das Rapid, das ich vertrete“

  • Emanuel Aiwu: „Jeder hat irgendwie sein eigenes Ding gemacht”
  • Thorsten Schick: „Wir haben einfach viel zu billige Tore bekommen”
  • WAC-Trainer Dutt: „Ich freue mich schon sehr über so ein Spiel, Rapid ist ja nicht irgendjemand im österreichischen Fußball”
  • Sky-Experte Hans Krankl: „Die Spieler müssen sich wirklich einmal hinterfragen, ob sie diese Qualität haben die es braucht um für Rapid zu spielen”

WAC – SK Rapid, 4:1 (3:1)

Schiedsrichter: Alexander Harkam

Robin Dutt (Trainer WAC)
…über das Spiel: „Das Positionsspiel war heute sehr ordentlich, das hat etwas mit Selbstvertrauen zu tun. Wir sind momentan einfach in einer richtig guten Form. Ich freue mich schon sehr über so ein Spiel, Rapid ist ja nicht irgendjemand im österreichischen Fußball.”

…über Adis Jasic: „Es freut mich für ihn. Wir hatten ein paar ernste Gespräche am Anfang der Saison, weil ich von den jungen Spielern immer grundsätzlich mehr erwarte. Sie sollen ihren großen Traum leben, aber auch mehr dafür tun und Adis hat das zu 100% verstanden. Wir haben dann einen mehrwöchigen Plan für ihn angelegt, dass er auch körperlich noch zulegen konnte. Dadurch kann er jetzt seine fußballerische Qualität am Platz ausspielen.”

…über die breite im Kader: „Das freut mich extrem. Man hat letzte Woche schon gesehen, dass, wenn neue Spieler hinein kommen, unser Spiel trotzdem am Laufen bleibt. Das war am Anfang der Saison nicht so.”

Cheikhou Dieng (Spieler WAC)
…über das Spiel: „Ich bin sehr glücklich, weil ich auf diesen Moment seit August gewartet habe, als ich das letzte Mal in der Startelf war. Ich bin immer positiv geblieben und habe hart gearbeitet, weil ich gewusst habe, dass der Tag kommen wird. Wir haben das als Team heute sehr gut gemacht.”

…über sein Tor: „Ich habe in den letzten zwei Wochen sehr intensiv an meinem ersten Kontakt gearbeitet und das hat beim Tor sehr gut funktioniert nach diesem wunderschönen Pass von Taferner. Meine Geschwindigkeit habe ich von meiner Mutter. Sie war 100 und 200 Meter Sprinterin.”

Adis Jasic (Spieler WAC)
…über sein Tor: „Ich wollte eigentlich den Raum aufmachen für meinen mitgelaufenen Mitspieler. Dann hab aber ich den Ball bekommen und ihn reingemacht.”

…über den Erfolgslauf des WAC: „Die Mannschaft arbeitet viel. Wir laufen alle zurück, helfen uns gegenseitig und deswegen sind wir jetzt so erfolgreich.”

…über seine zukünftige Karriere: „Ich hoffe, dass der Weg noch weiter nach oben geht und ich einmal in den größten Ligen von Europa spielen kann.”

Dietmar Riegler (Präsident WAC)
…über die Kritik gegen Robin Dutt zu Saisonbeginn: „Es hat bei mir keine einzige Sekunde gegeben wo ich nicht daran geglaubt habe, dass es die richtige Entscheidung war. Ich bin nach wie vor vollkommen überzeugt und man sieht das ja jetzt hier am Platz was die Spieler zeigen. Ich bin davon überzeugt, dass wir noch einen guten, gemeinsamen Weg haben.”

…über die Stadionpläne des WAC: „Natürlich beeinflusst Corona die Pläne ein wenig, aber ich hatte jetzt auch viele andere Aufgaben zu erledigen. Das Projekt ist aber nicht eingeschlafen, wir machen weiter und es wird schon noch präsentiert werden.”

…über Studiogast Robert Ibertsberger: „Wir haben eine wunderschöne Zeit mit ihm hier erlebt. Er ist ein sehr sympathischer Kerl, ich wünsche ihm für die Zukunft alles Gute und ich glaube wir werden uns in Wolfsberg wahrscheinlich auch wieder einmal sehen.”

Dietmar Kühbauer (Trainer SK Rapid)
…über das Spiel: „Das war heute von der 1. bis zur 90. MInute eine Qual. Es war enttäuschend und beschämend. Das vertrete ich definitiv nicht, dass man glaubt man kann hierher fahren und mit Hacke, Spitze, 1-2-3 bestehen. Wir haben einen komplett anderen Plan gehabt. Der eine oder andere Spieler sollte sich schon einmal die Frage stellen, was es bedeutet für Rapid zu spielen. Das war heute nicht erkennbar.”

…über die Defensivleistung: „Man muss auf jeden Fall versuchen, besser in den Zweikämpfen zu sein und mit den Männern mitgehen. Die Achter des WAC waren ja permanent frei. Wir haben heute nur eine Richtung gehabt, die nach vorne. Die nach hinten hat es für manche nicht gegeben. Es gibt im Fußball zwei Richtungen. Nach hinten und nach vorne. Der ein oder andere hat heute aber geglaubt, es gibt nur das Spiel nach vorne. Die Spiele werden aber oftmals hinten gewonnen, das werden sie von mir jetzt auch definitiv zu hören bekommen und das wird kein Kindergeburtstag.”

…über die Selbstkritik der Spieler: „Vielleicht sollte man das abdrehen, weil das ist zwar lieb, aber nicht mehr. Für mich ist es so, man hat die Möglichkeit am Platz das zu tun und nicht immer im Nachhinein zu sagen das waren „schülerhafte Fehler”. Wie man in ein Spiel hineingeht, so wird es dann auch sein und da muss sich der ein oder andere definitiv an der Nase nehmen. Das ist nicht Rapid, das ist irgendeine Mannschaft und mit dem kann ich null anfangen.”

…über die Routiniers: „Es ist schon die Aufgabe der alten Spieler, die jungen Spieler zu führen. Das muss man auch einmal sagen, wir haben im Moment sehr viele junge Spieler im Kader. Diese erfahrenen Spieler müssen diese jungen Spieler einfach führen, weil ich kann mich nicht selbst hineinstellen. Und das geht nur mit reden. Wenn ich aber die ganze Zeit nur meine eigene Suppe koche, wie es heute der Fall war, und nicht im Team spiele, dann ist es ein Problem.”

…über seine eigenen Fehler: „Ich kann mich nicht aus der Schuld nehmen. Ich stelle Spieler auf von denen ich überzeugt bin, dass sie es gut machen. Ich glaube grundsätzlich an meine Mannschaft, nur das hat mit meiner Mannschaft heute nichts am Hut gehabt. Natürlich ist ein Trainer dann immer schuldig, aber das ist nicht das Rapid, das ich vertrete. Das sage ich auch ganz ehrlich.”

Thorsten Schick (Spieler SK Rapid)
…über das Spiel: „Wir haben einfach viel zu billige Tore bekommen. Wir analysieren den WAC, machen Videostudium, wissen eigentlich was sie bei Standards machen und dann bekommen wir genauso ein Tor wie wir uns es heute Nachmittag noch angeschaut haben. Wenn du so naiv manchmal verteidigst und so billige Gegentore bekommst, dann darfst du dich heute nicht wundern warum du hier 4:1 verlierst.”

…über die Qualität der Mannschaft: „Ich denke schon, dass wir Qualität haben, wir bringen sie aber nicht auf den Platz. Unsere Saison ist eine klassische Achterbahn. Wir schaffen es einfach nie, dass wir konstant, mehrere Spiele hintereinander, gute Leistungen bringen und uns mit Punkten belohnen.”

…über die anstehende Länderspielpause: „Wir müssen das aufarbeiten, das wird aber schwer wenn einige Spieler nicht da sind. Wir müssen das beste daraus machen, die Köpfe frei bekommen, analysieren, klar ansprechen was uns fehlt und dann müssen wir nach der Länderspielpause bis zur Winterpause ein anderes Gesicht zeigen.”

Emanuel Aiwu (Spieler SK Rapid)
…über das Spiel: „So wie wir als Mannschaft auftreten, das darf wirklich nicht passieren. Wir waren nicht wirklich als geschlossene Mannschaft auf dem Platz, jeder hat irgendwie sein eigenes Ding gemacht und so darf man gegen den WAC einfach nicht auftreten.”

…über die Mannschaft: „Wir haben eine sehr gute Mannschaft mit guten Einzelspielern. Was wir jetzt schauen müssen, ist das wir gemeinsam als Mannschaft diese PS auf den Platz bringen und wenn wir das schaffen sind wir eine sehr gute Mannschaft. Vielleicht setzen wir uns alle einmal zusammen und müssen uns ehrlich ins Gesicht sagen was nicht passt. Man muss die Dinge ansprechen, weil so kann es auf jeden Fall nicht weitergehen.”

Hans Krankl (Sky Experte)
…über das Spiel: „Das Rapid in Wolfsberg 4:1 verliert, das darf nicht sein, passiert aber. Die Leistung war ganz einfach zu wenig. Nach dem Anschlusstor zum 1:2 ist ganz kurz ein Hoffnungsschimmer aufgekommen, aber mit dem 1:3 vor der Pause war es erledigt. In der zweiten Halbzeit war Wolfsberg auch besser und es hätte noch höher ausgehen können, das muss man leider sagen.”

…über die Qualität im Rapid-Kader: „Heute hat man keine Qualität gesehen, gegen Dinamo Zagreb hat man sehr wenig Qualität gesehen. Die Spieler müssen sich wirklich einmal hinterfragen, ob sie diese Qualität haben die es braucht um für Rapid zu spielen. Wo sind sie in der Tabelle oder wo wollen sie hin? Irgendwann muss diese Qualität einmal zu sehen sein und die sieht man bei vielen schon seit einiger Zeit nicht. Der Trainer muss sich diese Spieler einmal zur Brust nehmen.”

Robert Ibertsberger (Studiogast)
…über das Spiel: „Fakt ist, Rapid war zweite Halbzeit nach dem 1:4 chancenlos und der WAC hat das sehr souverän nach Hause gespielt. Dem WAC kann man nur gratulieren zu diesem Spiel, das sie sehr dominant gestaltet haben. Es war eine sehr gute Vorstellung von ihnen.”

…über Rapid: „Dass einige Spieler ihr eigenes Ding durchziehen, das hörst du als Trainer natürlich nicht gerne. Da kann man sehr viel hineininterpretieren. Heute hätte einmal die läuferische Qualität da sein müssen, weil wenn der WAC das Tempo vorgibt, dann muss ich als Rapid auch einmal anders dagegenhalten. Da war für mich nie wirklich ein Zeichen da, dass sich Rapid wehrt gegen diese Niederlage. Wenn es laut werden muss, dann heute und nicht erst in den nächsten Tagen, weil jetzt sind dann wieder einige Spieler im Einsatz bei den Nationalteams.”

…über den WAC: „Der WAC hat sich in den letzten zwei bis drei Jahren auf jeden Fall sehr gut entwickelt und auch weiter oben etabliert. Das sieht man auch heute wieder, wie sie das Spiel gegen Rapid von Anfang an bestimmt haben.”