„Die Punkte haben wir hergeschenkt“ – Sturm hadert nach Niederlage gegen Celje

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Der SK Sturm Graz hat in der Europa League einen herben Rückschlag kassiert. Die Grazer verloren zuhause gegen Celje mit 2:3 und verpassten damit die große Chance, wertvolle Punkte im Kampf um den Aufstieg zu holen. Trotz eines deutlichen Chancenplus und zahlreicher Möglichkeiten blieb Sturm damit bereits im vierten Pflichtspiel in Folge ohne Sieg.

Dabei begann der Abend aus Sicht der Grazer denkbar ungünstig. Ein schwerer Fehler von Valmir Matoshi ermöglichte Celje früh die Führung durch Svit Seslar (29.). Sturm fand offensiv zwar immer wieder Lösungen und kam noch vor der Pause durch Oumar Diakite (40.) zum 1:1-Ausgleich, präsentierte sich defensiv allerdings zu anfällig.

HIGHLIGHTS | Sturm Graz – NK Celje | 4. Spieltag

Nach dem neuerlichen Rückstand durch ein Tor von Benjamin Verbic (45.) kurz vor der Pause erhöhte Seslar (73.) auf 3:1 für die Gäste. Sturm bäumte sich noch einmal auf, mehr als der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit durch Diakite (90.+3) gelang den Hausherren trotz zahlreicher Möglichkeiten aber nicht.

Janko: „So viele Verletzte kann keine Mannschaft der Welt auffangen“

Sky-Experte Marc Janko sah vor allem den Spielverlauf und die hohe Belastung als entscheidende Faktoren: „Du gehst 0:1 in Rückstand zuhause, das dämpft ein bisschen die Erwartungen. Irgendwann sagt der Körper: Jetzt können wir nicht mehr die ganz großen Energiesprünge machen.“

Hinzu kommen die großen Verletzungssorgen bei den Steirern. „So viele Verletzte kann keine Mannschaft der Welt auffangen“, betonte Janko. Den Einsatz wollte der ehemalige Teamstürmer den Grazern trotz der Niederlage nicht absprechen: „Ich kann ihnen heute das Wollen nicht absprechen.“ Die aktuellen Ergebnisse seien aufgrund der Umstände „erklärbar“.

Heil: „Die Punkte haben wir hergeschenkt“

Sturm-Spieler Jürgen Heil sprach nach dem Spiel von einer unnötigen Niederlage: „Ich glaube, die Punkte haben wir jetzt einfach hergeschenkt.“ Besonders bitter sei gewesen, dass Sturm nach dem Ausgleich erneut in Rückstand geriet: „Das darf uns nicht passieren.“

Den Glauben an den Aufstieg hat der Verteidiger dennoch nicht verloren: „Wir haben vier weitere Chancen und ich bin trotzdem der festen Überzeugung, dass wir die nötigen Punkte holen können.“

Auch Jon Gorenc Stankovic haderte mit der fehlenden Konsequenz. „Wir haben zwei Tore aus unseren Fehlern bekommen“, erklärte der Mittelfeldspieler und ergänzte: „Wir haben alles probiert bis zur letzten Sekunde.“

Sturm lässt zahlreiche Chancen liegen

Vor allem vor dem gegnerischen Tor ließ Sturm zu viel liegen. Allein Diakite kam auf neun Abschlüsse. Janko führte die mangelnde Effizienz auch auf die körperliche Verfassung zurück: „Wenn du nicht hundertprozentig fit bist, vergibst du eben auch solche Chancen.“

Gleichzeitig zollte der Sky-Experte Celje Respekt: „Celje hat heute ein anderes Gesicht gezeigt und bewiesen, dass sie Qualität haben.“

Trainer Fabio Ingolitsch sah in der Chancenverwertung ebenfalls den entscheidenden Unterschied: „Wir haben 29 Schüsse abgefeuert, aber nur acht aufs Tor gebracht“, analysierte der Sturm-Coach. „Der Gegner feuert neun ab und hat ebenso viele Schüsse aufs Tor. Das war der spielentscheidende Unterschied.“

Hoffnung auf die Länderspielpause

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Grazern zunächst nicht. Ingolitsch appellierte an seine Mannschaft, vor dem Duell mit Salzburg (am Sonntag live auf Sky Sport Austria – streame mit WOW!) noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren: „Wir müssen unsere letzten Energiereserven noch einmal sammeln und gegen Salzburg mit ganz vielen Emotionen spielen.“

Anschließend könnte die Länderspielpause für den angeschlagenen Kader zum richtigen Zeitpunkt kommen. Das sieht auch Janko so: „Die wird Sturm auf jeden Fall zugutekommen.“

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