Die Sky-Frühjahrsvorschau 2026: FC Blau-Weiß Linz
Am Freitag startet die ADMIRAL Bundesliga (alle Spiele live auf Sky – mit Sky X unkompliziert den besten Livesport streamen) in die Frühjahrssaison 2026!
Vor dem Auftakt haben unsere Vereinsredakteure eine umfassende Vorschau zu ihrem jeweiligen Verein auf die Beine gestellt. Hier findet ihr die wichtigsten Infos über den FC Blau-Weiß Linz, zusammengestellt von Sky-Reporter Michael Ganhör.
Rückblick Trainersuche
Nach sechs Niederlagen in Serie trennt sich der Verein am 30. November, zwei Runden vor Schluss, von Mitja Mörec. Co-Trainer Andreas Gahleitner übernimmt interimistisch mit dem Motto „Back to the roots“. Dieses Motto gilt auch für Christoph Schösswendter bei der Trainersuche. Der Sportdirektor nennt einen Hauptgrund für den verpatzten Herbst: „Uns hat in der Bundesliga immer die Intensität ausgezeichnet, dass wir für jeden Gegner unangenehm und eklig zu bespielen waren. Das ist uns abhandengekommen und genau da müssen wir wieder hin.“
Es kristallisieren sich mit Michael Wimmer (Jahn Regensburg), Thomas Silberberger (Admira) und Michael Köllner (vereinslos) drei Kandidaten heraus, die vor allem eines mitbringen: jede Menge Erfahrung. Für den Sportdirektor ist neben der fußballerischen Herangehensweise vor allem wichtig, dass der neue Trainer Führungsqualitäten besitzt, die Mannschaft begeistern und Feuer entfachen kann, aber auch durchgreift, wenn es sein muss.
Die zweite Trainersuche von Schösswendter nach dem kurzfristigen, aber nicht überraschenden Abgang von Gerald Scheiblehner im Sommer wirkt definitiv souveräner, durchdachter und zielstrebiger.
Nach mehreren Gesprächen nimmt sich Michael Wimmer selbst aus dem Rennen. Damit bleiben Thomas Silberberger und Michael Köllner übrig. Am Ende fällt die Wahl dann doch etwas überraschend auf den 56-jährigen Deutschen, der sich selbst beim Verein beworben hat. Er unterschreibt einen Vertrag bis Saisonende, der sich im Fall des Klassenerhalts automatisch verlängert.
Ja, damit hat man sich wohl für die insgesamt kostengünstigere Variante und gegen den Willen einiger Sponsoren entschieden. Eines kristallisiert sich jedoch nach mehreren Gesprächen mit den Entscheidungsträgern heraus: Michael Köllner hat in den Hearings den besten Eindruck hinterlassen. Mit ihm hat die sportliche Führung das beste Gefühl, den Verein in der Liga zu halten und darüber hinaus im kommenden Jahr eine gute Saison zu spielen.
Für Christoph Peschek und insbesondere Christoph Schösswendter waren das bestimmt keine leichten Wochen, geht es doch schließlich um die Zukunft des Vereins – um ihre und viele andere Arbeitsplätze. Ein Abstieg hätte fatale Folgen für Blau-Weiß Linz.
Michael Köllner
Michael Köllner bringt jede Menge Erfahrung mit. Angefangen hat seine Trainerkarriere im Nachwuchsbereich. Sein größter Erfolg: Er führte den 1. FC Nürnberg in die deutsche Bundesliga. Insgesamt stehen 21 Spiele als Cheftrainer in Deutschlands höchster Spielklasse zu Buche, denn nach einem halben Jahr trennte man sich wieder von Köllner.
Seine jüngste Trainerstation war von April 2023 bis Mai 2024 der deutsche Drittligist FC Ingolstadt. Zuvor betreute er knapp vier Jahre lang 1860 München. Mit den Münchnern verpasste er in der Saison 2021/22 nur knapp den Aufstieg in die 2. Deutsche Bundesliga.
Nach seinem Aus bei Ingolstadt nahm sich Köllner eine Auszeit, um sich fortzubilden. Er absolviert aktuell eine Sportdirektorenausbildung beim IFI. Der Autor dreier Bücher war zudem in der DFB-Trainerausbildung tätig. Beinahe wäre er schon früher in Österreich gelandet: Er führte Gespräche mit Austria Wien, Ried, Altach. Ein Engagement kam bekanntermaßen nie zustande.
Köllner bei der Präsentation über:
… sich selbst: „Ich kann ein harter Hund, aber auch weich sein. Ich bin ein gläubiger Mensch. In der heutigen Zeit ist es wichtig, sich an gewisse Werte zu halten. Wenn man sich in diesem Werte-Kompass bewegt, bin ich ein sehr netter Zeitgenosse. Wichtig wäre mir vor allem, dass ich den Menschen hier auch in ein paar Jahren noch positiv in Erinnerung bin und man nicht die Straßenseite wechselt, sollte ich einmal durch Linz spazieren.“
… seine Spielweise: „Jeder Mensch benötigt eine Zone, in der er sich wohl fühlt, um gute Leistungen bringen zu können. Ich will den Spielern Sicherheit vermitteln. Nachdem wir ganz hinten liegen, ist es natürlich wichtig, einmal das eigene Tor zu sichern. Es wäre aber Schwachsinn, wenn ich alles um 180 Grad umkremple. Ich muss mich an den Kader anpassen und nicht umgekehrt. Wir wollen aber auch für einen intensiven Fußball stehen, an dem sich die Gegner die Zähne ausbeißen. Ich habe mich sehr mit Blau-Weiß beschäftigt, wir wollen zurück zu jenem Fußball finden, der den Klub so erfolgreich gemacht hat.“
Vorbereitung
Einfacher, kompakter, geradliniger, intensiver – auf diese Herangehensweise haben sich Sportdirektor und Trainer bei den Hearings und der Bestellung geeinigt. Noch vor Weihnachten gab es einen ersten Austausch mit den Co-Trainern. Einen Tag vor Trainingsstart lud Köllner das Trainerteam zum Abendessen ein, um alle besser kennenzulernen und die Linie vorzugeben.
Aus verschiedensten Kreisen ist zu hören, dass es dem 55-Jährigen gelungen ist, wieder Feuer in die Mannschaft zu bringen. Er scheut sich auch nicht davor, arrivierten Spielern die Meinung zu sagen. Auch innerhalb des Trainerteams gibt es wieder eine klare Hierarchie.
Um die Intensität wiederzuerlangen, bekamen die Spieler ein hartes Heimprogramm mit in den Urlaub. Auch in der Vorbereitung lag ein Schwerpunkt auf der Fitness: Es gab viele Doppeleinheiten und längere Trainingseinheiten. Köllner dazu:
„Die Mannschaft musste viel investieren, ist viele Meter gelaufen, damit wir in unserem Spiel vorankommen. Und in diesem wird die Fitness eine wichtige Säule sein.“
Ein weiteres großes inhaltliches Thema war das Umschaltspiel. Es wurden Muster erarbeitet um schnell hinter die letzte Kette zu kommen – back to the roots eben.
Beim Cup-Viertelfinale waren vor allem in der ersten Hälfte die Attribute kompakter, intensiver, geradliniger und einfacher klar zu erkennen, auch wenn man am Ende eine Niederlage hinnehmen musste. Diese Leistung macht Mut und zeigt, dass mit Blau-Weiß im Kampf um den Klassenerhalt zu rechnen ist.
Ein großer Schock war die schwere Verletzung von Viktor Baier im Trainingslager. Aus dem Nichts galt es nun, eine neue Nummer eins zu verpflichten, die der Mannschaft im Abstiegskampf Sicherheit geben muss. Die Verantwortlichen betonen, dass Valentin Oelz die Zukunft gehören soll, es für ihn aktuell jedoch noch zu früh wäre.
Der Markt wurde sondiert, mehrere Torhüter waren im Gespräch. Die Wunschlösung Daniel Bachmann sagte den Linzern ab. Schließlich konnte eine Leihe mit Kaufoption bei Nico Mantl fixiert werden. Der 25-Jährige kennt die österreichische Liga aus seiner Zeit bei Red Bull Salzburg. Den Sprung zum Stammtorhüter schaffte er allerdings nicht. Mehrere Leihstationen waren die Folge.
Für Blau-Weiß Linz ist Nico Mantl in der aktuellen Situation jedoch definitiv ein Gewinn. Mit seiner Qualität, Ausstrahlung und Erfahrung hat man einen sicheren Rückhalt im Abstiegskampf.
Da die Linzer in der Liga die meisten Gegentore kassieren, ist es logisch, dass ein Defensivspieler (Innenverteidiger oder Sechser) ganz oben auf der Liste der Transferziele stand. Allerdings ließ dieser lange auf sich warten. Erst drei Tage vor dem ersten Pflichtspiel konnte Cheick Condé verpflichtet werden.
Klar ist, dass man in der aktuellen Situation und mit den finanziellen Mitteln der Linzer nur Spieler holt, die für die Startelf eingeplant sind und die Qualität heben. Ebenso klar ist, dass diese Spieler nicht auf den Bäumen wachsen und nur schwer zu realisieren sind. Vergleicht man jedoch die Transfers – und vor allem die Zeitpunkte der Verpflichtungen – des direkten Abstiegskonkurrenten mit jenen der Linzer, stellt sich die Frage, warum man hier wertvolle Zeit verstreichen lässt.
Aktuell verfügt Blau-Weiß Linz über einen 29-Mann-Kader und möchte weiterhin vom Österreichertopf profitieren. Allerdings stehen 11 Legionäre unter Vertrag (10 ohne den Langzeitverletzten Anderson, der demnächst die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten soll). Auch das zeigt, dass man in der Vergangenheit bei Transfers zu oft danebengegriffen hat.
Ein weiterer Zugang auf der Innenverteidigerposition ist noch möglich. Die Verantwortlichen halten die Augen offen.
Transfers
Zugänge
- Isak Dahlquist (Örgryte IS / SWE 2)
- Cheick Condé (Venezia / Serie B / Leihe)
- Nico Mantl (Arouca / POR / Leihe + KO)
Abgänge
- Marcel Schantl (Vertrag aufgelöst)
- Muharem Huskovic (Leihe abgebrochen)
Mögliche Startelf

Testspielübersicht
- Hertha Wels – BW Linz – 2:2 (Mensah, Cvetko; 0:2 Rükstand aufgeholt)
- FC Zlin (CZE 1) – BW Linz 0:0 (schwere Verletzung Viktor Baier)
- FK Cucaricki (SRB 1) – BW Linz 1:1 (Pasic erzielt den Ausgleich)
- BW Linz – Admira 3:3 (Dahlquist, Seidl, Goiginger; BWL verspielt 3:1 Führung)
ÖFB-Cup
Vierteilfinale: Fr. 30.01.2026, Raiffeisen Arena
LASK – BW Linz 3:2
Tore: Dahlquist (2‘), Weissman (18‘); Kalajdzic (35‘), Bello (57‘), Usor 883‘)
Aufstellung: Mantl; Pasic, Maranda, Moormann; Dahlquist, Fofana (Condé 69‘), Cvetko (Briedl 90‘), Bumberger (Pirkl 69‘); Seidl, Goiginger (Ronivaldo 81‘); Weissman
„Ankick“-Tipps
- Simon Seidl – Teamintern die meisten Punkte geholt
- Manuel Maranda – Zuverlässiger Punktesammler
- Shon Weissman – Zuverlässiger Punktesammler der Tore erzielen kann/wird
- Nico Mantl – Torhüter sammeln immer viele Punkte
Bild: GEPA