Die Sky-Frühjahrsvorschau: Red Bull Salzburg
Nach der Winterpause startet die ADMIRAL Bundesliga (alle Spiele gibt es nur live auf Sky – mit dem Sky X Traumpass kannst du live dabei sein) am Freitag wieder in die Frühjahrssaison. Vor dem Auftakt haben unsere Vereinsredakteure eine umfassende Frühjahrsvorschau zu ihrem jeweiligen Verein auf die Beine gestellt. Hier findet ihr die wichtigsten Infos zum FC Red Bull Salzburg, zusammengestellt von Sky-Reporter Gerhard Krabath.
Transfers: Zu- und Abgänge
Zugänge
Oscar Gloukh (18/ISR/Maccabi Tel Aviv/OMF), Jerome Onguéné (25/KAM/ausgeliehen von Eintracht Frankfurt/IV), Amankwah Forson (20/GHA/Leihe in Altach vorzeitig beendet/MF), Daouda Guindo (20/Mali/zurück von Leihe in St. Gallen/LV).
Abgänge
Wöber (fix Leeds United), Diarra (fix Cadiz), Piatkowski (Leihe KAA Gent), Mantl (Leihe Aalborg), Simic (Leihe FC Zürich), Diambou (Leihe FC Luzern), Bernede (Leihe Lausanne), Diakité (fix zu Hartberg).
„Rising Stars“
Lucas Gourna, der im vergangenen Sommer um die österreichische Rekordsumme von 15 Millionen Euro von St, Etienne gekauft wurde, soll endlich richtig zünden. Der 19-Jährige hat einen vor allem durch Verletzungen gestörten und deshalb durchwachsenen (Eingewöhnungs-) Herbst hinter sich. Aktuell ist der Franzose zum einen erstmals in seiner Salzburg-Zeit voll fit und hat zudem auch die Salzburger Spielprinzipien weiter verinnerlicht. Es ist an der Zeit, dass der defensive Mann vor der Abwehr ab sofort sein „Riesenpotential“ (Zitat: Jaissle) regelmäßig auf dem Feld unter Beweis stellt.
Saisonziel
Meistertitel
Mögliche Startelf

Spielanlage
Aktiv, intensiv, offensiv, dominant. Red Bull Salzburg bleibt den über die Jahre eingeschliffenen (Erfolgs-)Prinzipien treu. Im Herbst war aufgrund des eng getakteten Spielplans mit den vielen, körperlich hoch intensiven englischen Wochen kaum inhaltliche Trainingsarbeit für Matthias Jaissle (34) und sein Team möglich: „Deshalb sind wir in der Vorbereitung komplett alle Phasen des Spiels durchgegangen. Es ging darum, die Sinne für unsere Grundtugenden und die Basisarbeit zu schärfen. Die Dinge, wofür unser Klub steht. Dabei sind wir teilweise richtig ins Detail gegangen.“ Pressing und Gegenpressing bleiben die wichtigsten Schlagwörter, wenn sie im Red-Bull-Lager von „unserer Art des Fußballs sprechen“. Gemeinschaftliches Anlaufen und Attackieren des Gegners mit Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte sind die Basis für kurze Wege zum gegnerischen Tor. Der Ball soll so rasch wie möglich in den Strafraum zum Verwerten kommen. Sieger-Mentalität und vor allem Sprint- und Zweikampfstärke jedes Einzelnen sind im Kollektiv gefragt. Um die Vorgaben auf höchstem Niveau umzusetzen, muss ein Rädchen ins andere greifen. In der Liga sieht man sich oft mit Gegnern, die speziell das Zentrum verdichten, konfrontiert. Es müssen Lösungen auf engstem Raum (u.a. schnelles Direktspiel nach vorne, Steil-Klatsch-Steil-Varianten sowie der „Chip“ über die Abwehr) und mit Verlagerungen über die Außenbahnen gefunden werden. Das Hochhalten des Pass- und Spiel-Tempos ist wichtig, um Stress und Müdigkeit beim Gegner zu verursachen und etwaige Unordnung ausnutzen zu können. Die unter Jaissle gefundene und gefestigte defensive Stabilität soll bestehen bleiben. Am 4-4-2 mit Raute wird festgehalten. Die Frage, ob auf der zentralen Offensiv-Position hinter den Spitzen ein Mittelfeld-Spieler (Sucic, Gloukh) oder einer der vielen Stürmer spielt, wird von Spiel zu Spiel entschieden.
Prognose
Sportlich und auch wirtschaftlich: Salzburg ist seit vielen Jahren das Maß der Dinge in Österreich. Die Bullen gehen den Weg der Jugend unbeirrt und konsequent seit vielen Jahren. Die Folge: Mit Urgestein Ulmer (37 Jahre), den Backups Onguéné (25), Bernardo (27) sowie Dreiertormann Walke (39) stehen nur noch vier Spieler im 30-Mann-Kader, die älter als 25 sind.
Salzburgs Kader ist so jung wie noch nie aufgestellt. Das ist in Sachen Geschäftsmodell (Ausbildung und Verkauf Hochtalentierter) legitim, sportlich kann es ein gewisses Risiko mit sich bringen. Das haben sie im Bullen-Lager intern auf dem Schirm.
So ist zu hören, dass Trainer Jaissle über den (finanziell lukrativen) Winter-Abgang des erfahrenen und speziell kommunikativ wichtigen Vizekapitän Max Wöber, der in der Kabine und auf dem Feld als einer der Wortführer galt, nicht wirklich erfreut war.
Während Sportchef Christoph Freund öffentlich von „neuen Chancen und Strukturen“ spricht, die sich nach dem Abgang vom auf und abseits des Feldes wichtigen Wöber „ergeben würden“, soll Jaissle die so jugendliche Kader-Ausrichtung (Durchschnittsalter unter 22) intern durchaus kritisch hinterfragt haben. Und das, obwohl der selbst noch so junge Erfolgstrainer den mutigen Weg des Vereins seit Beginn voll mitgeht. Dem neutralen Beobachter stellt sich die Grundsatzfrage: Wie extrem kann man den Weg der Jugend ausreizen, um nicht an Dominanz einzubüßen?
Sportlich ist mit Sturm in letzter Zeit ein Konkurrent herangewachsen. Die Grazer haben im Vergleich zur Vorsaison den Rückstand auf sechs Punkte halbieren können. Das liegt in erster Linie an den Steirern, denn Salzburg weist exakt dieselbe Bilanz wie im ersten Jahr unter Jaissle auf (12 Siege/3 Unentschieden/1 Niederlage; 39 Punkte).
Salzburgs Spieler, die in Sachen sportliches Talent und individuelle Qualität außer Zweifel stehen, müssen Antworten auf folgende Fragen liefern: Wer geht leistungsmäßig und verbal voran? Wer dirigiert und teilt die Mitspieler ein? Teils scheitert es an der Sprachbarriere, teils an der Persönlichkeitsstruktur. Der junge Spieler hat in erster Linie sich selbst und weniger das große Ganze im Blick. Mit Oscar Gloukh (sprich Gloch) wurde erneut ein 18-Jähriger geholt, den sie in Israel „Wunderkind“ nennen, der die Stärken mit dem Ball am Fuß hat und noch Zeit benötigen wird, um das Spiel „gegen den Ball“ einzulernen. Die Überlegung, einen erfahrenen Spieler im Winter zu holen, wurde verworfen und soll im Sommer umgesetzt werden.
Trotz allem: Mit „Unterschiedsspieler“ Fernando, Koita, Capaldo oder auch Ulmer kommen Klasseleute nach ihren teils langen Verletzungs-Pausen zurück, die dem Trainer deutlich mehr personelle Alternativen als im Herbst bieten. Der Kader ist qualitativ der beste der Liga. Das ist auch der entscheidende Trumpf im Zweikampf mit Sturm um den Meistertitel.
