Die Stimmen zum Formel-1-Sprint in Brasilien

20 Stunden musste Lewis Hamilton warten, bis das erwartet drakonische Urteil dem siebenmaligen Formel-1-Weltmeister einen weiteren schweren Schlag im Titelduell mit Max Verstappen versetzte. Die Rennkommissare in Sao Paulo stuften Hamiltons im Qualifying eingesetzten Mercedes als nicht regelkonform ein, der Brite verlor Startplatz eins für das Sprintrennen und musste stattdessen vom Ende des Feldes eine Mission Impossible vollbringen.

Seine Aufholjagd über 24 Runden endete auf dem bemerkenswerten fünften Platz – während Verstappen, der wegen eines eigenen Vergehens mit 50.000 Euro Geldstrafe davonkam, ohne großes Risiko auf Rang zwei hinter Hamilton-Teamkollege Valtteri Bottas (Finnland) ins Ziel kam. Von diesem Startplatz hat er im Rennen am Sonntag (18.00 Uhr MEZ/Sky) beste Chancen, seinen Vorsprung von derzeit 21 Punkten auf Hamilton weiter auszubauen.

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Der 100-malige Grand-Prix-Sieger muss nämlich wegen eines Motorwechsels den Grand Prix von Platz zehn starten. Es wird für ihn wohl wieder um Schadensbegrenzung gehen – dabei müsste er eigentlich Boden gutmachen.

Hamilton: „Versucht, so weit wie möglich nach vorne zu kommen“

„Es war eine harte Sache. Das Team hat die Angelegenheit mit dem Stewards abgehandelt. Es war schlimm, aber ich habe versucht, mich auf meinen Job zu konzentrieren“, sagte Hamilton: „Ich habe mir für den Sprint kein Limit gesetzt. Ich habe versucht, so weit wie möglich nach vorne zu kommen.“

Mit einer WM-Vorentscheidung rechnet Verstappens Chef Helmut Marko auch wegen Hamiltons starker Vorstellung nicht. „Er wird auch morgen wieder weit nach vorne kommen, wir holen vielleicht sieben oder acht Punkte mehr“, sagte der Red-Bull-Motorsportberater.

Mercedes, das in den letzten sieben Jahren alle WM-Titel abräumte, verzichtete auf einen Protest gegen die zuvor ausgesprochene Strafe, da dieser „alle Resultate des Wochenendes aufs Spiel gesetzt“ hätte.

Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel (Aston Martin) beendete den Sprint auf Rang zehn, Mick Schumacher kam im Haas als 19. ins Ziel. „Für uns war es das Maximum. Lewis war zu schnell, den konnten wir nicht halten“, sagte Vettel.

Beim dritten und letzte Sprintrennen der Saison überholte Bottas auf dem weicheren Reifen Verstappen beim Start, Hamilton machte bereits in der ersten Runde sechs Positionen gut. Danach riskierte Verstappen nicht mehr allzu viel, Hamilton arbeitete sich mühsam, aber konsequent nach vorne.

Verstappen reagiert mit Ironie auf seine Geldstrafe

„Der Start war entscheidend. Wir haben gezockt mit den weichen Reifen“, sagte Bottas nach der 20. Pole Position seiner Formel-1-Karriere und der vierten der Saison. Verstappen resümierte knapp: „Vorbeikommen war heute nicht drin, ich versuche es morgen wieder.“

Gegen Verstappen hatten die Stewards ebenfalls ermittelt, sie beließen es aber bei einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro. Verstappen hatte unmittelbar nach dem Qualifying am Freitag den Heckflügel an seinem Red Bull begutachtet und diesen auch berührt, dies wiederholte er anschließend an Hamiltons Mercedes. Damit verstieß Verstappen gegen die Parc-ferme-Regeln.

Verstappen: „War heute nicht drin“

Hamilton reiste bereits mit 19 Punkten Rückstand auf Red-Bull-Pilot Verstappen nach Brasilien. Sollte der Niederländer Sao Paulo mit mindestens 24 Zählern Vorsprung verlassen, kann Hamilton seinen Widersacher in den dann verbleibenden drei Rennen aus eigener Kraft nicht mehr von der Spitze der WM-Wertung verdrängen.

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Sainz: „So ein guter Start gibt dir natürlich Selbstvertrauen“

Der Ferrari-Pilot Carlos Sainz holte beim Sprint in Brasilien Platz 3. Der Spanier, der wie Sieger Bottas mit Softreifen unterwegs war, freute sich vor allem über einen gelungenen Start.

(SID)