Dominanz als Bürde: Der „schwierige Balanceakt“ des LASK

Der LASK stellt weiter unter Beweis, warum er eigentlich nicht zur unteren Hälfte des Leistungsspektrums in der Fußball-Bundesliga gehört. Das 3:1 bei der WSG Tirol war der siebente Sieg im siebenten Spiel der Qualifikationsgruppe (Torverhältnis 19:2) – kein Wunder, dass alles schon ans Europacup-Play-off denkt. Für Interimstrainer Maximilian Ritscher ist es keine einfache Aufgabe. „Es ist ein schwieriger Balanceakt, die Spannung hochzuhalten“, sagte Ritscher auf Sky.

Eine schöne Bestätigung für diese Herausforderung lieferte im Tivoli Stadion die erste Hälfte. Der LASK agierte gegen die mutigen Hausherren blutleer und kam mit etwas Glück mit 0:0 in die Hälfte. „Es war teilweise schlampig, nur Durchschnitt. Wir wussten, dass wir ein, zwei Gänge hochschalten müssen“, erklärte Routinier Robert Zulj danach. Oder in Ritschers Worten: „In der ersten Hälfte waren wir zu geduldig im Spielaufbau, haben zu kurze Lösungen gehabt.“

Seine Ansprache in der Halbzeit wirkte, der 1:0 durch Maximilian Entrup fiel keine Minute nach Wiederbeginn. „Ich habe in der Pause nicht schreien müssen“, erzählte Ritscher. „Wir haben ein paar Sachen adaptiert, es ist uns besser gelungen, direkt hinter die Kette zu spielen. Dass es mit der ersten Aktion nach der Pause so funktioniert hat, war natürlich ideal.“ Und auch wenn die WSG per Standard durch Jamie Lawrence (50.) noch einmal zurückschlug, so riss der LASK das Spiel doch in jeder Hinsicht an sich.

Hrvoje Smolcic (58.) und Christoph Lang (65.) sorgten schließlich dafür, dass die Weste der Athletiker blütenrein blieb. Das Aufatmen war hörbar, auch bei Zulj. Schließlich sei es nicht immer einfach, mit der Bürde der klaren Favoritenrolle ins Spiel zu gehen. „Genau das macht es schwer, und deswegen muss man der Mannschaft auch einen Riesenrespekt aussprechen“, sagte der Offensivmann. Auch Ritscher, dessen Team noch auf Hartberg (heim), den GAK (auswärts) und Altach (h) trifft, lobte die Einstellung seiner Kicker. „Es gelingt den Jungs ganz gut, den Gang raufzuschalten.“

Semlic zum Abstiegskampf: „Es ist verdammt eng“

Für die WSG hingegen bleibt die Meisterschaft ein Tanz auf der Rasierklinge. In der ersten Hälfte ließ man Chancen liegen und gab unter steigendem Druck schließlich nach, vom Tabellenende ist man punktegleich mit Klagenfurt und dem GAK nur einen Zähler entfernt. Die verbleibenden Partien gegen Klagenfurt, Hartberg (beide a) und den GAK (h) werden zu Schicksalsspielen. Immerhin hat man das „Sternderl“ auf seiner Seite. Bei Punktegleichheit würde man aufgrund der Abrundung nach Punkteteilung vor dem GAK und Altach gereiht.

Trainer Philipp Semlic möchte freilich gar nicht erst in den Genuss dieses Vorzugs kommen. Er demonstrierte felsenfesten Glauben an seine Mannschaft. „Wenn wir diese Leidenschaft und Intensität wie heute auf den Platz bringen, dann bin ich überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden“, sagte der 42-Jährige. Defensivmann David Gugganig beschwor den Kampfgeist. „Wir müssen mit dem Messer zwischen den Zähnen nach Klagenfurt fahren.“

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(APA)/Beitragsbild: GEPA