Rückblick: Die größten Langlauf-Doping-Skandale der 2000er

via Sky Sport Austria

Der jüngste Doping-Skandal bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld rückt den Österreichischen Sport erneut in ein schiefes Licht.

Die “Operation Aderlass”, in deren Rahmen die beiden ÖSV-Athleten Max Hauke und Dominik Baldauf verhaftet wurden, ist aber nicht der erste Vorfall seiner Art. Bei einigen Großereignissen der letzten Jahre kam es zu Doping-Skandalen – Österreichs Langläufer standen dabei oftmals im Mittelpunkt.

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Nordische Ski-WM in Lahti 2001:

Der erste erschütternde Fall des systematischen Blutdopings im Wintersport betraf ausgerechnet das Land des damaligen Gastgebers: Sechs finnische Langläufer, darunter der mehrmalige Weltmeister und Olympiasieger Mika Myllylä, wurde bei der Weltmeisterschaft in Lahti die Einnahme eines Blutplasma-Expanders nachgewiesen. Dieses Mittel sollte dabei helfen, auffällige Werte bei Dopingproben zu senken.

Da die Substanzen mit dem Einverständnis der Trainer und des Mannschaftsarztes verabreicht wurden, mutierten die Vorfälle im Rahmen der WM zum nationalen Skandal. Finnland entzog dem Wintersport die Fördergelder, an den Folgen dessen leidet die einstige Wintersport-Großmacht noch heute.

Olympische Spiele in Salt Lake City 2002:

Erstmals ist das ÖSV-Team direkt betroffen: Unmittelbar nach den Spielen werden in einem Quartier der österreichischen Langläufer Spritzen und Blutbeutel gefunden. Es bestand der Verdacht des Blutdopings. Betroffen davon waren Walter Mayer, damaliger Rennsportdirektor für Langlauf und Biathlon, sowie die Athleten Marc Mayer und Achim Walcher. Die Langläufer wurden aufgrund dessen nachträglich disqualifiziert, der Funktionär bis 2010 von Olympia ausgeschlossen.

Darüber hinaus wird Johann Mühlegg, dreifacher Langlauf-Olympiasieger für Spanien, nachträglich disqualifiziert. Eine der Goldmedaillen erbte Christian Hoffmann – der ÖSV-Läufer sollte erst 2009 von der NADA (Nationale Anti-Doping-Agentur) gesperrt werden.

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Olympische Spiele in Turin 2006:

Die erfolgreichsten Olympischen Spiele Österreichs stehen im Schatten einer Doping-Razzia: Italienische Polizisten durchsuchen nachts die Quartiere der Langläufer und Biathleten. Gefunden werden Spritzen, Medikamente sowie Bluttransfusionsgeräte. Mayer, damals trotz Sperre noch Langlauf-Trainer des ÖSV, soll sich in der Nähe der Athleten aufgehalten haben und wird tags darauf in Kärnten aufgefunden.

Sämtliche Dopingtests fallen negativ aus, dennoch werden mehrere Aktive und Funktionäre von Seiten des IOC gesperrt.

Olympische Spiele in Vancouver 2010:

Die Folgen des geschädigten Images werden deutlich: Österreich ist im Langlauf mit nur einer Athletin am Start.

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Olympische Spiele in Sotschi 2014:

Abermals steht der Gastgeber im Fokus eines Doping-Skandals: Über 40 russische Sportler werden vom IOC sanktioniert, darunter ein großer Teil des Langlauf-Teams. Wie sich später heraus stellte, wurden Russlands Sportler systematisch mit Dopingmitteln versorgt sowie Proben von betroffenen Sportlern ausgetauscht.

Auch Österreich ist abermals im Rahmen von Olympischen Spielen betroffen: Johannes Dürr wird am Schlusstag der Spiele überführt. Zunächst spricht der Sportler von einem Einzelfall, erst Jahre später wirft er ÖSV-Betreuern in einer TV-Reportage jedoch Beteiligungen an Doping-Vorfällen vor.

Nordische Ski-WM in Seefeld 2019:

Drei Tage nach dem sechsten Platz im Teamsprint-Finale werden Max Hauke und Dominik Baldauf gemeinsam mit einem kasachischen und zwei estnischen Langläufern verhaftet. Bei der “Operation Aderlass” wurde zeitgleich in Seefeld und Erfurt laut Aussagen der Ermittler ein internationales Doping-Netzwerk ausgehoben.

Wichtige Informationen sollen dabei von Johannes Dürr stammen. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel betonte abermals die Unwissenheit des Verbandes, das gesamte Ausmaß der gestrigen Razzia dürfte erst in den nächsten Tagen ans Licht kommen.

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Die ABSTAUBER – Folge 19

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