Spanien England

Doppelte Wende im Wembley: Weltmeister Spanien besiegt England

•

Weltmeister Spanien hat den Kracher zum Nations-League-Auftakt gegen England gewonnen.

Im ersten Spiel nach dem Triumph in Nordamerika drehte das Team von Erfolgstrainer Luis de la Fuente den Pausenrückstand und hielt mit dem 3:2 (1:2) seine Serie von nunmehr 39 Spielen ohne Niederlage aufrecht. Für die Three Lions und seinen deutschen Teammanager Thomas Tuchel war es zwei Monate nach dem Halbfinal-Aus bei der WM hingegen ein neuerlicher Rückschlag, Pechvogel des Abends in Wembley war ausgerechnet Harry Kane.

Ernüchterung in Italien: „War das schon alles?“

England-Trainer Thomas Tuchel schenkte im Tor James Trafford das Vertrauen, und der musste schon nach etwas weniger als zwei Minuten hinter sich greifen. Marc Guehi machte einen Haken zurück und verlor den Ball an Yamal, der via Innenstange vollendete. Es war nur einer von mehreren Abspielfehlern in der vor allem zum Auftakt sichtlich verunsicherten englischen Hintermannschaft. Spaniens Treffer Nummer zwei durch einen Volleyschuss von Ferran Torres verhinderte eine knappe Abseitsstellung (8.). Letzterer hätte nachlegen müssen, scheiterte aber zweimal. Zuerst im 1:1-Duell an Trafford (16.), dann zielte er in einer ähnlichen Situation aus bester Position vorbei (27.). Auch Dani Olmo fehlte die Kaltschnäuzigkeit (34.).

„Ich bin einfach enttäuscht über die Fehler“, sagte Gordon bei ITV Sport und meinte in Richtung Kane: „Wenn der Elfmeter sitzt, können wir das Spiel auch gewinnen. Aber Elfmeter passieren nun mal. Er verschießt eigentlich nie, also drücken wir mal ein Auge zu.“

Konter leitete Ausgleich ein

Das rächte sich. Die Engländer schalteten schnell um, nachdem Nico Williams am eigenen Strafraum ausgerutscht war. Gordon setzte Jude Bellingham mit der Ferse in Szene, der spielte in den Lauf des Barcelona-Angreifers, der Spanien-Tormann Unai Simon keine Chance ließ. Kane machte den Doppelschlag perfekt, kurz nachdem er seine erste Großchance noch ausgelassen hatte. Der Bayern-Angreifer war via Kopfball erfolgreich und hatte auch Glück, dass Marc Cucurella bei seinem Rettungsversuch den Ball mit dem Oberschenkel ins eigene Tor beförderte. Es ging weiter hin und her. Zuerst vergaben Yamal (42.) und Fabian Ruiz (43.) die Ausgleichschance, kurz darauf senkte sich auf der anderen Seite eine Cucurella-Flanke an die Stange (45.).

Nach Wiederbeginn hatten zuerst die „Three Lions“ die besseren Momente. Ein Kopfball von Jarell Quansah ging drüber (49.), zudem gab es nach einem strittigen Zweikampf von Rodri mit Bellingham im Strafraum nach Ansicht der TV-Bilder Elfmeter. Kane rutschte bei diesem aus und knallte den Ball mit einer Doppelberührung an die Latte (54.). Deshalb ging es mit Freistoß für die Spanier weiter, die mit Fortdauer der zweiten Hälfte wieder das Kommando übernahmen. Yamal vergab aus sechs Metern kläglich (60.), dafür traf Baena von der Strafraumgrenze ins Eck. Vorausgegangen war der Aktion wieder ein katastrophaler Fehlpass, diesmal von Nico O’Reilly.

Oyarzabal mit Lupfer Matchwinner

Bukayo Saka ließ die Chance auf das 3:2 liegen (66.), die Spanier wenig später hingegen nicht. Buena setzte Oyarzabal in Szene, der Trafford mit einem Lupfer bezwang. Dadurch gab es gut zwei Monate nach dem WM-Triumph von East Rutherford wieder ein Erfolgserlebnis für den Europameister von 2024. Die letzte Niederlage nach regulärer Spielzeit ist weiter ein Test-0:1 gegen Kolumbien am 22. März 2024.

Brisantes ÖFB-Wiedersehen mit Foda – Debütant startet im Tor

Im Parallelspiel der Gruppe A3 gewann Kroatien mit 2:1 (0:0) in Tschechien. Altstar und Kapitän Luka Modric auf Vorarbeit von Igor Matanovic (47.) und Marco Pasalic (77.) trafen für die Kroaten. Adam Karabec, der vor dem 0:1 noch gepatzt hatte, erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich (54.).

Eine Liga tiefer siegte die Schweiz zum Auftakt der Gruppe B1 dank der Treffer von Remo Freuler (22.) und Zeki Amdouni (41./74.) mit 3:0 (2:0) in Nordmazedonien. Keine Tore fielen zwischen Slowenien und Schottland.

Sagnol nicht mehr Georgien-Trainer

Georgiens Fußballnationalteam hat sich von Teamchef Willy Sagnol getrennt. Der Verband gab die Trennung einen Tag nach einer 0:1-Niederlage gegen Nordirland in der Nations League bekannt. Sagnol war seit Februar 2021 Trainer der georgischen Nationalmannschaft. Einen historischen Erfolg erreichte der ehemalige französische Internationale 2024, als er das Land in die K.o.-Runde der EM führte.

Bis Ende 2028 wird Georgiens Team, in dessen Kader aktuell auch die beiden Sturm-Graz-Akteure Otar Kiteishvili und Gizo Mamageishvili stehen, nun vom bisherigen U21-Coach Ramaz Svanadze angeleitet.

Werbung