March 7, 2021, BILBAO, VIZCAYA, SPAIN: Asier Villalibre of Athletic Club celebrating his goal with his teammates during the Spanish league, La Liga Santander, football match played between Athletic Club and Granada CF at San Mames stadium on March 07, 2021 in Bilbao, Spain. BILBAO SPAIN - ZUMAa181 20210307_zaa_a181_152 Copyright: xInigoxLarreinax

Doppeltes Copa-Finale in Spanien: Trompeter Villalibre und sein “magisches” Bilbao

via Sky Sport Austria

Zweimal Pokalsieger binnen zwei Wochen? Was unmöglich klingt, könnten Corona und der spanische Traditionsklub Athletic Bilbao möglich machen.

Asier Villalibre ist der ganze Hype um sein Hobby ein bisschen unangenehm. Der bullige Mittelstürmer mit dem schwarzen Rauschebart und dem Kampfnamen “Büffel von Gernika” spielt – Trompete. Am liebsten nach großen Siegen mit Athletic Bilbao. Im Kreise der Kollegen, auf dem Platz oder in der Kabine.

Doch vor dem spanischen Pokalfinale gegen Real Sociedad am Samstag (21.30 Uhr) “sollten wir darüber nicht reden”, meinte Villalibre: “Wir sollten über das Spiel sprechen.” Denn das ist ein historisches: Nicht nur, weil es das erste baskische Derby im Endspiel der Copa del Rey ist, sondern vor allem, weil Bilbao zwei Wochen danach gleich noch einmal im Finale steht.

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“Das längste Finale der Welt”

Was unmöglich klingt, machen Corona und die Leones (Löwen) um Villalibre möglich: Das Duell mit Real Sociedad in Sevilla ist das Pandemie-bedingt verlegte Endspiel von 2020. “Das längste Finale der Welt”, nennt es Verteidiger Ander Capa. 14 Tage später kommt es gegen den FC Barcelona am selben Ort zum Finale 2021. Bilbao, schrieb das Sportblatt Marca, erlebe “ein magisches Jahr”. Und natürlich reden alle von Trompeter Villalibre.

Der 23-Jährige spielte bereits nach dem überraschenden Triumph im spanischen Supercup gegen Barca (3:2 n.V.) Anfang Januar groß auf. Und noch einmal im Pokal nach dem Halbfinal-Rückspiel bei UD Levante (2:1 n.V.). Inzwischen hat er mit fünf Teamkollegen eine Band gegründet und eine CD (“One Club Men”) herausgebracht. Seine berühmte Trompete wird als rote Spielzeug-Version vor dem Final-Doppelpack als Fanartikel verkauft.

“Beide Endspiele zu gewinnen wäre eine perfekte Bilbainada”, sagte Bürgermeister Juan Mari Aburto der Sportzeitung Marca. So werden besonders wilde Aktionen oder Problemlösungen auf ungewöhnliche, übertriebene Art genannt. Gut, im zweiten Finale sei natürlich Barcelona Favorit, meinte der Politiker, aber: “Athletic hat gezeigt, dass es zu allem fähig ist.”

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Nur Barca gewann die Copa häufiger als Athletic

Nur Barca (30-mal) gewann die Copa häufiger als Athletic (23). Doch der letzte Triumph liegt bereits 37 (!) Jahre zurück. Das Finale von 1984 ging in die Geschichte ein, weil Barca-Star Diego Maradona danach eine wilde Keilerei anzettelte. Der “Goldjunge” rächte sich damals an Bilbaos “Schlächter” Andoni Goikoetxea, der ihm ein halbes Jahr zuvor mit einem epochalen Foul den Knöchel zertrümmert hatte.

“Wenn ich es heute im Fernsehen sehe, schäme ich mich”, sagte Goikoetxea dem Blatt As über die Jagdszenen. Aber: “Maradona hat angefangen!” Vergangenheit. Im Hier und Jetzt, betonte der Klubbotschafter, müssten sich seine Erben zunächst einzig und allein auf das erste Endspiel konzentrieren. Denn auch Gegner San Sebastian dürstet 34 Jahre nach dem zweiten und letzten Triumph nach der Copa. “Wir werden unser Leben geben”, kündigte Trainer Imanol Alguacil martialisch an.

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Für Bilbao, sagte Bürgermeister Aburto, wären die Copas “ein außergewöhnlicher gesellschaftlicher Impfstoff”. Die Kinder der Stadt, die wie überall als kleine Messis oder Ronaldos herum liefen, könnten sehen: “Auch im Trikot von Athletic kannst du gewinnen.” Das wiederum würde die einzigartige Klubphilosophie stärken, nur auf baskische oder in der Provinz ausgebildete Spieler zu setzen. Erst recht, wenn sie so gut Trompete spielen wie Villalibre.

(SID) / Bild: Imago