Duell gegen Bayern für Hütter als „gute Standortbestimmung“
Mit dem Klassiker zwischen Borussia Mönchengladbach und dem Meister FC Bayern München startet die deutsche Fußball-Bundesliga am Freitag (20.30 Uhr) in die neue Saison. Vor dem Auftakt sehen sich die beiden neuen Trainer, Julian Nagelsmann und Adi Hütter, mit denselben Problemen konfrontiert: Verletzungssorgen und eine „Vorbereitung unter speziellen Voraussetzungen“. Für den 34-jährigen Nagelsmann ist es das erste Pflichtspiel an der Seitenlinie des Rekordmeisters.
Aufgrund der späten Rückkehr der Europameisterschaftsteilnehmer sind es „erst acht oder neun Einheiten, die wir gemeinschaftlich hatten“, erklärte Neo-Bayer Nagelsmann am Donnerstag bei der Spieltags-Pressekonferenz. „Wir werden uns viel über den Liga-Alltag entwickeln müssen“, der mit Mönchengladbach einen „anspruchsvollen Auftaktgegner“ bereithält. Nachdem der deutsche Rekordmeister in der Vorbereitung drei von vier Partien verloren hatte und das DFB-Pokal-Spiel gegen den Bremer SV aufgrund von Corona-Fällen beim Fünftligisten verschoben werden musste, ist es der erste Gradmesser für die Münchner.
Mit welcher defensiven Konstellation er diesen angeht wird, ließ der 34-Jährige offen. In der neu zusammengestellten Viererkette wird wohl Neuzugang Dayot Upamecano starten, der schon in Leipzig als Abwehrchef fungiert hatte. Für seine verletzten Landsmänner Lucas Hernandez und Benjamin Pavard stehen der bisher nicht überzeugende Bouna Sarr, Niklas Süle oder gar Youngster Josip Stanisic als Alternativen rechts sowie Alphonso Davies links bereit. Der Amerikaner sei nach seiner Verletzung zwar „ein Kandidat für die Startelf“, aber „noch nicht bereit, über 90 Minuten zu gehen.“
Transfergerüchte zu ÖFB-Kicker Marcel Sabitzer – beide kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei RB Leipzig – wies der Trainer ab. Wie bereits Vorstandschef Oliver Kahn sagte Nagelsmann, man werde, wie in den vergangenen Jahren üblich, keine Namen und Gerüchte kommentieren. Die „Bild“-Zeitung hatte den 27-Jährigen mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht.
Bei Kontrahent Mönchengladbach hingegen werden die beiden Legionäre Stefan Lainer und Hannes Wolf voraussichtlich von Beginn an dabei mithelfen, die Bilanz gegen die Bayern aufrechtzuerhalten. Von den letzten sieben Spielen im heimischen Borussia-Park gewannen die Fohlen deren vier. Die Münchner allerdings gingen in den letzten neun Eröffnungsspielen nie als Verlierer vom Platz, müssen am Freitag aber erstmals auswärts ran. Vor 23.000 Zusehern will die Hütter-Elf sich nicht verstecken: „Wir müssen die richtige Balance finden zwischen mutigem Anlaufen und guter Defensivarbeit. Wenn man zu passiv ist, wird es nicht gut gehen.“
Für die Borussia sei es eine „gute Standortbestimmung“, meinte der Vorarlberger. Obwohl beide Teams sich noch in der Findungsphase befänden, „ist es etwas Besonderes, gleich den Ligakrösus hier zu haben.“ Jedoch wird der 51-jährige Hütter ebenfalls „auf ein paar mehr angeschlagene Spieler“ verzichten müssen. So fehlen mit Ramy Bensebaini und Breel Embolo zwei wertvolle Akteure. Marcus Thuram, Jonas Hofmann und Denis Zakaria sind noch nicht bei hundert Prozent.
(APA)/Bild: Imago