EBEL: „Oktober-Marathon“ geht in die nächste Runde

In der Erste Bank Eishockey Liga geht es Schlag auf Schlag weiter. Die dritte volle Runde innerhalb von nur sechs Tagen steht am Dienstag am Programm. In einem ähnlichen Rhythmus geht es auch die nächsten Tage, vor der International Break, weiter. Der EC Red Bull Salzburg und die UPC Vienna Capitals führen im Gleichschritt die Tabelle an.

Bozen spielt um den Anschluss an Spitze
Nach sechs Siegen en-suite, riss die Serie des HCB Südtirol Alperia in der vergangenen Runde gegen den Dornbirner Eishockey Club. Der Angriff auf die absolute Tabellenspitze blieb den Südtirolern somit vorerst verwehrt. Doch auch die Moser Medical Graz99ers blieben am Sonntag erfolglos, sie verloren gegen Linz mit 2:4. Während die Foxes weiterhin nur knapp hinter dem Spitzentrio liegen, rangieren die 99ers zurzeit auf Platz acht.

In der vergangenen Saison konnten die Foxes beide Spiele in Graz für sich entscheiden. Auch in dieser Saison blieb Bozen die letzten drei Auswärtsspiele erfolgreich. Graz konnten von den letzten fünf Spielen nur eines gewinnen und sucht den Weg zurück auf die Siegerstraße, um den Anschuss zum Mittelfeld nicht zu verlieren. Dazu muss Graz vor allem im Angriff wieder erfolgreicher agieren. In der Defensive stehen die 99ers meist kompakt und mussten erst 23 Tore hinnehmen – nur Salzburg griff noch seltener hinter die Linie. Allerdings konnten sie in der Offensive nur um ein einziges Tor mehr erzielen. Mit knapp über 7% scoring efficieny ist in dieser Kategorie noch Luft nach oben. Bozen hingegen verwertet knapp 10 % der abgegebenen Schüsse auf das Tor.

Blackwings wollen Top-3 Platz bestätigen
Erst in der vergangenen Runde konnten sich die EHC LIWEST Black Wings Linz durch einen Erfolg über die 99ers wieder einen Top-3 Platz sichern. Im Rahmen des Black-Wings Oktoberfests wollen sie diesen gegen den HC TWK Innsbruck „Die Haie“ absichern. Die Haie hingegen würden den Linzer bei einem vollen Erfolg bis auf einen Punkt an die Fersen rücken – sie wurden nach zuletzt drei Niederlagen in Serie wieder etwas durchgereicht und rangieren auf Platz fünf.

Beim letzten Erfolg der Linzer über die 99ers benötigten die Blackwings viel Zeit um ihren Rhythmus zu finden. Am Dienstag darf man sich aus Linzer Sicht einen solch langsamen Start nicht leisten, denn mit dem HC Innsbruck kommt eine der gefährlichsten Offensivmannschafte. „Sie sind eines der besten Teams der Liga, sind gut gestartet, haben aber jetzt ein paar Partien verloren“, weiß Rob Daum und warnt vor den Tirolern. „Wir müssen das ausnützen, von Beginn an bereit sein und da es das erste von zwei aufeinander folgenden Duellen ist, wäre es gut, wenn wir gleich das erste gewinnen.“

Dass die Haie drei Niederlagen in Folge einstecken mussten, sieht Daniel Mitterdorfer als geringes Übel, vielmehr zeigt sich der Verteidiger mit den gezeigten Leistungen bislang sehr zufrieden. „Wien war gestern das bessere Team. Wir haben einige Chancen liegen lassen und in der Verteidigung schlechte Entscheidungen getroffen. Hier gilt es den Hebel anzusetzen.“ Für den ex-Linzer Mitterdorfer ist das Wiedersehen ein spezielles Spiel „Natürlich wird es ein ganz besonderes Spiel für mich. Ich habe viele schöne Jahre in Linz erlebt. Mein Herz war aber immer in Innsbruck, da ist schließlich meine Heimat.

“ Die Haie zeigen sich in dieser Saison vor allem in der Offensive brandgefährlich. Mit 40 Treffern, dem besten Powerplay und der höchsten Effizienz vor dem Tor, führen sie diese Statistikkategorien in der Liga an.

Die Liste der Linzer-Ausfälle wird nicht kürzer, neben dem gesperrten Daniel Oberkofler, muss Rob Daum verletzungsbedingt auf Brett McLean, Mike Ouzas sowie Robert Lukas verzichten.

Bulldogs wollen nächstem Favoriten ein Bein stellen
Mit einem Erfolgserlebnis ladet der Dornbirner EC die UPC Vienna Capitals zum Duell. Überraschend konnten die Bulldogs, die zurzeit auf dem vorletzten Platz rangieren, in der vergangenen Runde den Erfolgslauf von Bozen stoppen. „Dornbirn ist ein Team, das hart arbeitet. Sie spielen solides Hockey. Der Erfolg gegen Bozen gibt ihnen sicher Auftrieb. Wir müssen also vom Start weg bereit sein“, warnt Headcoach der Caps Serge Aubin vor bissigen Bullendogs.

Mit vier Siegen in vier Auswärtsspielen tragen die UPC Vienna Capitals in der Fremde, als einziges Team der Liga, noch eine weiße Weste. Aubin sieht dennoch noch Verbesserungspotential. „Das gestrige Spiel war ein Match in die richtige Richtung. Ich habe sehr viel Positives gesehen, aber auch einige Punkte, die es noch zu verbessern gilt. Beim Eishockey profitierst du von Fehlern des Gegners. Wir haben gestern unsere Fehler, im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Partien, minimieren können. Trotzdem haben wir noch Potential im Abwehrverhalten. Wir müssen konstanter werden.“

Nach dem Erfolg über Bozen, wollen die Bulldogs nun dem nächsten Favoriten ein Bein stellen. In der vergangenen Saison gelang dies in der Heimarena gegen die Caps in zwei von drei Anläufen.

Ljubljana will Serie verlängern
Nach einem holprigen Saisonstart ist HDD Olimpija Ljubljana in Schwung gekommen und konnte die letzten beiden Spiele für sich entscheiden. In Znojmo gelang den Slowenen der erste volle Erfolg in dieser Saison, dennoch liegen sie noch auf dem letzten Tabellenplatz. Für Ljubljana war dies der erste Auswärtssieg in regulärer Spielzeit seit dem 15. Februar.2015 in Innsbruck. Doch auch der EC-KAC reist mit breiter Brust an, verbuchten sie doch zuletzt einen Erfolg im prestigeträchtigen Kärntner-Derby.

Dies war der erste Erfolg in den letzten vier Spielen, darauf soll nun weiter aufgebaut werden um in der Tabelle wieder weiter nach oben zu klettern, weiß auch Matthey Neal, Stürmer vom KAC „In den vergangenen Wochen haben wir uns schwergetan, die an sich guten Leistungen auch in Punkte umzumünzen. Umso schöner, dass es jetzt im Derby geklappt hat. Wir hoffen, dass der Sieg eine Initialzündung war und wir nun eine Serie starten können. Auswärtsspiele in Ljubljana sind nie einfach, das haben mir meine Mitspieler bereits erzählt. Daher ist es besonders wichtig, dass wir wieder von der ersten Sekunde an fokussiert sind und uns kompromisslos der Umsetzung unseres Gameplans widmen.“

Vor allem in der Verteidigung stand Ljubljana in den letzten beiden Begegnungen besser. Während die Slowenen in den Spielen davor im Schnitt 4,5 Tore pro Spiel kassierten, mussten sie in den beiden letzten Spielen insgesamt nur drei Mal hinter die Linie greifen. Chris Langkow kennt das Erfolgsrezept um weitere Punkte einzufahren “Jedes Spiel in dieser Liga ist eine Herausforderung für uns. Wür müssen aber einfach da weitermachen, wo wir in den letzten beiden Spielen aufgehört haben Wir müssen von Beginn an hart und einfach spielen und unsere Chancen nützen. Mit unserem Heimvorteil kann der dritte Erfolg in Serie gelingen.“ In der vergangenen Saison konnte der KAC alle sechs Duelle gegen Ljubljana für sich entscheiden.

Fehervar empfängt Znojmo
Sowohl Fehervar AV 19 als auch der HC Orli Znojmo mussten in der vergangenen Runde Niederlagen hinnehmen. Während für Znojmo die Siegesserie im fünften Spiel bei Ljubljana riss, musste Fehervar nach dem Sieg gegen Wien eine Niederlage gegen den amtierenden Meister einstecken. Coach Laporte beschreibt sein Team als hart arbeitendes Kollektiv „Genau das ist der Charakter unserer Mannschaft. Wir haben vielleicht nicht die größten individuellen Talente, aber unser Teamspirit und unsere Arbeitseinstellung kompensiert das. Wir kämpfen und arbeiten noch härter als andere Teams. Jetzt haben wir vier Heimspiele in Serie, da wäre es gut, wenn wir punkten könnten. Znojmo ist ein starkes Team mit individuell guten Spielern. Das ist ein Team gegen die wir von Beginn an hart spielen müssen, um uns selbst eine Chance zu geben.“

Ausgerechnet gegen das Tabellenschlusslicht musste der HC Orli Znojmo zuletzt die Siegesserie beenden. Dennoch haben die Tschechen in den Runden davor den Anschluss an das Mittelfeld geschafft. Mit einem weiteren Erfolg sollte der Sprung in die Top acht wieder geschafft werden. In der vergangenen Saison konnte Znojmo eines von zwei Spielen in Slowenien gewinnen. Damit wieder ein Erfolg gelingt, muss die Defensive wieder besser stehen. 33 Gegentore musste der Vizemeister in den ersten 10 Runden hinnehmen, nur zwei weitere Mannschaften bekamen noch mehr Tore.

Salzburg will gegen VSV Tabellenführung verteidigen
Durch zuletzt vier Siege in Serie eroberte sich der EC Red Bull Salzburg die Tabellenführung. „Wenn man verliert, schaut man noch genauer auf die Details. Jetzt haben wir ein paar Mal gewonnen, haben uns besser aufeinander eingespielt und wollen das so fortsetzen.“ Analysiert Greg Poss die die Nierlagen und Siegesserien. Die Vielzahl der Spiele stört Poss dabei wenig: „Wir haben dieses Jahr schon viel trainiert und brauchen Spielpraxis. Wir haben auch gestern wieder mit vier Reihen durchgespielt und verteilen damit die Kräfte auf viele Schultern.“

Punktegleich mit den Caps lachen die Salzburger wieder von der von der Spitze. Um diese zu verteidigen, wird aber auch gegen den VSV ein Erfolg notwendig sein. Die mussten sich zuletzt im Kärntner Derby geschlagen. Diese Niederlage ist für Lukas Herzog noch nicht ganz verdaut. „Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir verloren haben, aber dafür, dass wir acht Ausfälle zu verzeichnen hatten, haben wir sehr gut gespielt. Die jungen Spieler haben brav gekämpft und es kann sich keiner einen Vorwurf machen. Leider hat es diesmal nicht gereicht. Am Dienstag ist ein neuer Tag und ein neues Spiel. Salzburg ist, wenn es nach dem Kader geht, sicher der Favorit in diesem Spiel, aber wir haben in dieser Saison schon des Öfteren gezeigt wieviel Kampfgeist in uns steckt und wir werden versuchen defensiv solide zu spielen und auf unsere Chancen warten.“

Vielen Akteuren ist die letztjährige Halbfinalserie der beiden Teams noch in bester Erinnerung. Die Mozartstädter setzten sich mit 4:2 durch, doch jedes einzelne Spiel war ein ‚Kopf-an-Kopf-Rennen‘.

Erste Bank Eishockey Liga, Runde 11:

Di, 18.10.2016: Moser Medical Graz99ers – HCB Südtirol Alperia (19:15 Uhr) Referees: GRUBER, SMETANA, Ettlmayr, Gatol

Di, 18.10.2016: EHC LIWEST Black Wings Linz – HC TWK Innsbruck „Die Haie“ (19:15 Uhr) Referees: NIKOLIC, SIEGEL, Kaspar, Schauer

Di, 18.10.2016: Dornbirner EC – UPC Vienna Capitals (19:15 Uhr) Referees: BERNEKER, LEMELIN, Kontschieder, Pardatscher

Di, 18.10.2016: HDD Olimpija Ljubljana – EC-KAC (19:15 Uhr) Referees: KINCSES, PIRAGIC, Angerer, Nemeth

Di, 18.10.2016: Fehervar AV19 – HC Orli Znojmo (19:15 Uhr) Referees: NIKOLIC, ZRNIC, Nagy, Soos

Di, 18.10.2016: EC VSV – EC Red Bull Salzburg (19:15 Uhr, Live auf Sky) Referees: KELLNER, TRILAR, Pagon, Seewald

Beitragsbild: GEPA