Eishockey: Olympia-Qualifikation der Männer als Sommer-Highlight

Noch vor Beginn der Meisterschaften steht für Österreichs Eishockeyteam der Männer das nächste Highlight am Programm. In Bratislava steigt von 29. August bis 1. September das Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele im Februar 2026 in Mailand und Cortina. Das ÖEHV-Team hofft auf die erste Olympiateilnahme seit Sotschi 2014, geht aber als Außenseiter ins Turnier. Vielleicht aber schon mit Atte Tolvanen.

Österreich trifft in der Slowakei auf das Team der Gastgeber, Kasachstan und B-WM-Aufsteiger Ungarn, nur der Sieger qualifiziert sich für das Zwölfer-Feld in Mailand. Da bei dem Sommerturnier auch die Profis aus den nordamerikanischen Ligen teilnehmen können, gilt die Slowakei mit ihren sieben NHL-Stammspielern als Favorit.

„Wir haben uns viel Selbstvertrauen geholt im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation. Wir wissen, wir haben dort starke Slowaken, aber wir wissen auch, wenn wir optimal spielen, dass wir sie an einem guten Tag schlagen können“, sagte Teamchef Roger Bader nach der WM in Tschechien. Österreich hat 2016 in Riga und 2021 in Bratislava die Qualifikation klar verpasst.

Einbürgerung von Tolvanen ein Thema

Verstärkung könnte es für die Österreicher im Tor geben, obwohl David Kickert und David Madlener bei der WM in Tschechien starke Leistungen geboten haben. Die Einbürgerung von Tolvanen läuft, der Verband hofft, dass sie rechtzeitig abgeschlossen wird. Der 29-jährige Finne hat mit Salzburg dreimal hintereinander den Meistertitel geholt und war in den Saisonen 2021/22 und 2022/23 zum wertvollsten Spieler (MVP) des Play-offs gewählt worden.

Mit dem Ticket für Italien 2026 würde sich automatisch auch der Vertrag von Bader bis zur WM 2026 in dessen Heimat verlängern. Der aktuelle Vertrag des Schweizers gilt noch für eine weitere Saison, wenn das Team bei den drei Großevents 2024 (WM und Olympia-Qualifikation) und 2025 (WM) zwei erfolgreich bestreitet, verlängert sich die Zusammenarbeit um ein Jahr. Mit dem Klassenerhalt in Prag hat Bader den ersten Erfolg eingefahren.

Frauen starten 2025 ins Qualifikationsturnier

Die Frauen bestreiten ihr Qualifikationsturnier von 6. – 9. Februar 2025 in Deutschland. Die A-Nation Deutschland ist zu favorisieren. Auch die Ungarinnen, die bei der B-WM in Klagenfurt im vergangenen Monat den Aufstieg geschafft haben, sind höher einzustufen als die Österreicherinnen. Dritter Gegner ist voraussichtlich die Slowakei.

Vor den Olympia-Qualifikationen werden im österreichischen Eishockeyverband (ÖEHV) und in der Liga (ICE) die Vorstände neu gewählt. Am 3./4. Juni findet die Generalversammlung der ICE-Liga statt, am 22. Juni folgt in Villach die Generalversammlung des Verbands. Der seit Juni 2020 amtierende Kärntner Klaus Hartmann strebt mit unverändertem Team eine zweite Amtszeit an.

„Es ist kein Geheimnis, dass wir vom Verband mit den Imports runtergehen wollen“

Eine der ersten Aufgaben wird sein, den auslaufenden Kooperationsvertrag zwischen Verband und Liga neu zu verhandeln. Einer der wichtigsten Punkte dabei ist die Legionärsregelung. Aktuell darf jeder ICE-Club zehn Ausländer beschäftigen. „Es ist kein Geheimnis, dass wir vom Verband mit den Imports runtergehen wollen“, erklärte Hartmann.

Ausgemacht ist, dass der noch gültige Vertrag evaluiert wird auch im Hinblick darauf, ob den acht österreichischen ICE-Vereinen genügend heimische Spieler zur Verfügung stehen. „Unserer Meinung nach ist der Spielermarkt da“, betonte Hartmann. „In der vergangenen Saison gab es im Schnitt acht Imports, neun Imports dürften aus unserer Sicht kein Problem sein“, sagte der ÖEHV-Boss. Seit Anfang Februar hat der Verband mit allen Clubs Gespräche geführt, um die Lage auszuloten.

Förderung heimischer Torhüter

Ein großes Anliegen ist Hartmann auch die Förderung heimischer Torhüter. Ein Vorschlag ist, dass ausländische Schlussmänner bei der Legionärsregelung für zwei gelten. Selbst hat sich der Verband bei einem Torhüter-Gipfel im Februar 2023 in Villach, bei dem auch Bader als Sportdirektor und Torhütertrainer wie Reinhard Divis und Markus Kerschbaumer dabei waren, intensiv mit der Thematik beschäftigt.

Es soll einen Beauftragten für die Torhüter-Ausbildung geben, auch eigene Torhüter-Camps sind geplant. Überlegt wird auch ein finanzieller Anreiz via AKES (Ausbildungskosten-Entschädigungssystem), wenn heimische Torhüter zum Einsatz kommen. „Uns war aber klar, dass sich in den nächsten vier, fünf Jahren nicht viel ändern wird. Kurzfristig gibt es einen einzigen Weg, das ist einbürgern“, begründete Hartmann die Entscheidung betreffend Tolvanen. Die drei aktuellen WM-Torhüter sind immerhin schon alle über 30. Ein Talent, das demnächst übernehmen könnte, ist nicht in Sicht.

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(APA)/Beitragsbild: Imago