Elfer & Slapstick! Rapid gewinnt 351. Wiener Derby

•

Der SK Rapid hat seinen Siegeslauf auch im 351. Wiener Fußball-Derby fortgesetzt. Die Hütteldorfer feierten am Sonntag einen 2:0-Auswärtssieg gegen die Austria und führen damit die Tabelle der ADMIRAL Bundesliga auch nach der elften Runde mit drei Punkten Vorsprung auf Red Bull Salzburg an. Die Entscheidung brachte ein Elfmeter-Tor von Yusuf Demir (60.) und ein Eigentor von Lee Tae-sok (82.). Vor dem ersten Gegentreffer war die Austria über weite Strecken das bessere Team.

Dennoch reichte es für Rapid zum achten Pflichtspiel-Erfolg in Serie und ersten Derby-Sieg nach davor drei Niederlagen und einem Unentschieden. Die „Veilchen“ hingegen sind nach ihrer fünften Pflichtspiel-Niederlage en suite weiter Vorletzter und verloren auch ihr zweites Match unter Neo-Coach Max Uhlig.

Am Anfang verlief die Partie ganz nach Papierform. Rapid, im fünften Bundesligaspiel in Folge mit identischer Startaufstellung, kontrollierte Ball und Gegner und kam auch zu Chancen. Petter Nosa Dahl schoss aus guter Distanz am kurzen Eck vorbei (6.). Tonni Adamsen scheiterte nach schöner Kombination freistehend an Austrias Schlussmann Samuel Sahin-Radlinger (13.).

Austria vor der Pause stark

Dann aber kippte das Match. Die Austria wurde, begünstigt durch viele Rapid-Eigenfehler, initiativer und ließ einige Gelegenheiten auf die Führung aus. Goalie Hedl, auch sonst ein Unsicherheitsfaktor, ließ eine Flanke von Wilhelm Vorsager aus. Der Schuss von Johannes Handl wurde von Serge-Philippe Raux-Yao vor der Linie geklärt (26.). Wenige Sekunden später ließ Vasilije Markovic zwei Rapidler stehen und knallte den Ball aus knapp 20 Metern an die Latte.

In der 33. Minute wäre Hedl wieder geschlagen gewesen, diesmal rettete Nenad Cvetkovic bei einem Abschluss von Sanel Saljic vor der Linie. Die letzte Aktion vor der Pause gehörte ebenfalls den Gastgebern – Hedl fischte einen Saljic-Schuss aus dem kurzen Eck (45.).

Rapid startet unsicher – und trifft doppelt

Die zweite Hälfte brachte aus Rapid-Sicht zunächst keine Besserung, die Grün-Weißen präsentierten sich in der Offensive ideenlos und in der Defensive äußerst unsicher. Dann aber stellte eine Aktion den Spielverlauf auf den Kopf: Jannes Horn brachte den Ball zur Mitte, der bis zu diesem Zeitpunkt völlig abgemeldete Ercan Kara setzte sich gegen Aleksandar Dragovic durch und wurde danach vom Ex-ÖFB-Teamspieler zu Fall gebracht. Den dafür verhängten Elfmeter verwandelte Demir sicher.

Sechs Minuten später ließ Rapid einen Sitzer auf die Vorentscheidung aus. Bendeguz Bolla spielte einen Querpass auf Dahl, der das Kunststück zustande brachte, aus zwei Metern neben das leere Tor zu schießen. In der 69. Minute zeichnete sich Sahin-Radlinger bei zwei Abschlüssen von Dahl und einem Versuch von Bolla aus, zudem war er bei einer Topchance des eingewechselten Claudy Mbuyi zur Stelle (81.). Die Austria konnte nach dem ersten Gegentor mit keiner zwingenden Chance mehr aufwarten und musste in der 82. Minute auf bittere Art und Weise das 0:2 hinnehmen. Nach Corner von Louis Schaub und Kopfball von Mbuyi faustete Sahin-Radlinger den Ball auf das Knie von Lee Tae-seok, von dort sprang das Spielgerät über die Linie.

Die Tore im Video

0:1 Yusuf Demir (60./Elfmeter)

0:2 Tae-seok Lee (82./Eigentor)

Werbung