Die Gedenkfeier von Franz Beckenbauer war sehr emotional.

Emotionale Gedenkfeier für Franz Beckenbauer

Uli Hoeneß musste einen dicken Kloß in seinem Hals herunter schlucken, dann wandte er sich an die Witwe von Franz Beckenbauer. „Liebe Heidi“, begann der langjährige Patron des FC Bayern seine emotionale Trauerrede und stockte kurz. Dann ließ er die Prominenz aus Sport, Gesellschaft und Politik mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an der Spitze bei Kaiserwetter an seinen ganz persönlichen Erinnerungen an die Fußball-Lichtgestalt teilhaben.

„Lieber Franz, um ehrlich zu sein, du fehlst mir sehr“, sagte Hoeneß. Als er über den viel zu frühen Tod des Beckenbauer-Sohnes Stephan im Jahr 2015 sprach, schien seine Stimme zu kippen. Es war ein bewegender Moment – auch, weil Hoeneß, typisch Abteilung Attacke, bei der Trauerfeier unter weiß-blauem Himmel im eisigen München nicht mit Kritik sparte.

Der FC Bayern schuf einen besonderen Rahmen für „seinen“ Kaiser – in jenem Stadion, das, wie Hoeneß betonte, ohne Treiber Beckenbauer „nie gebaut worden“ wäre. Über die Umbenennung ihm zu Ehren wird längst diskutiert, eine Beckenbauer-Straße in München ist in Planung, dazu sind weitere Gedenk-Aktionen im Gespräch.

In der Arena genügte ein Wort: „Franz“, prangte in weißen Buchstaben auf rotem Grund auf einer provisorischen Bühne in der Nordkurve. „Spieler – Kaiser – Mensch“, stand kleiner darüber. Unten, auf dem Rasen, leuchtete Beckenbauers legendäre Nummer 5 in roten Rosen.

28 Kränze aus aller Welt  für Kaiser Franz

Um sein überlebensgroßes Foto mit Trauerschleife lagen am Mittelkreis 28 Kränze drapiert. Aus Liverpool, Schalke oder Barcelona, von „deinem WM-Team“ 1990, vom Bundespräsidenten und vom Kanzler.

Mit ihnen nahm das „Who is who“ des deutschen und internationalen Fußballs persönlich Abschied, dazu Prominenz aus Gesellschaft und Politik. DFB-Präsident Bernd Neuendorf mit seinen Amtskollegen von FIFA und UEFA, Gianni Infantino und Aleksander Ceferin. Altkanzler Gerhard Schröder, dessen Weggefährten Joschka Fischer und Otto Schily. Die früheren Bundestrainer Joachim Löw und Hansi Flick, ihr Nachfolger Julian Nagelsmann.

„Franz war ein Freund für jeden“, sagte Hainer über den „ewigen Freigeist“, den die Bayern auch in einem kurzen Film ehrten: Vom kleinen Franz zum Kaiser, zum „Idol der Massen“, zum Weltstar und Weltmann. Zum Ende gab es Standing Ovations.

(SID)/Bild: Imago