Entlassungswelle in der ADMIRAL Bundesliga: Ein Job auf Zeit
Die jüngste Trennung von Thomas Letsch beim FC Red Bull Salzburg zeigt einmal mehr, wie gering die Halbwertszeit eines Cheftrainers in der ADMIRAL Bundesliga geworden ist. Obwohl Salzburg weiterhin an der Tabellenspitze steht, reichten zwei sieglose Spiele zum Jahresauftakt, um die sportliche Führung zum Handeln zu bewegen. Der Vorsprung auf den LASK ist nur noch ein Polster vom ersten Duell im August – nach Punkten liegen beide Teams gleichauf. Sport-Geschäftsführer Marcus Mann begründete die Entscheidung mit dem Bedarf nach „neuen Impulsen“.
Bereits während der laufenden Saison haben sieben der zwölf Klubs ihre sportliche Leitung ausgetauscht. Aber nicht alle Wechsel sind klassische Entlassungen: Dietmar Kühbauer (LASK) und Fabio Ingolitsch (SCR Altach) wurden von anderen Vereinen innerhalb der Liga abgeworben. Dennoch zeigt der Blick auf die Amtszeiten, wie kurzlebig das Geschäft geworden ist.
Ein Kommen und Gehen
Beim LASK musste João Sacramento nach nur 84 Tagen weichen, ehe Dietmar Kühbauer – vom WAC losgeeist – übernahm. In Wolfsberg endete die Ära von Nachfolger Peter Pacult bereits nach 30 Tagen, gefolgt von Ismail Atalan. Rapid trennte sich nach 150 Tagen von Peter Stöger und installierte Johannes Hoff Thorup. Blau-Weiß Linz ersetzte Mitja Mörec nach 148 Tagen durch Michael Köllner. Bei Sturm Graz folgte Fabio Ingolitsch auf Jürgen Säumel, der 402 Tage im Amt war. Ingolitsch wurde nach 448 Tagen im Ländle durch Ognjen Zaric ersetzt. Und in Salzburg endete die Amtszeit von Thomas Letsch nach 412 Tagen, wobei Daniel Beichler ab jetzt übernimmt.
Die Trainerwechsel der laufenden Bundesliga-Saison
| Verein | Trainer | Amtsende | Tage im Amt | Nachfolger | Grund |
|---|---|---|---|---|---|
| Red Bull Salzburg | Thomas Letsch | 17.02.2026 | 412 | Daniel Beichler | Entlassung |
| SCR Atach | Fabio Ingolitsch | 31.12.2025 | 448 | Ognjen Zaric | Wechsel zu Sturm Graz |
| Sturm Graz | Jürgen Säumel | 12.02.2025 | 402 | Fabio Ingolitsch | Entlassung |
| Blau-Weiß Linz | Mitja Mörec | 30.11.2025 | 148 | Michael Köllner | Entlassung |
| SK Rapid | Peter Stöger | 28.11.2025 | 150 | Johannes Hoff Thorup | Entlassung |
| Wolfsberger AC | Peter Pacult | 11.12.2025 | 30 | Ismail Atalan | Entlassung |
| Wolfsberger AC | Dietmar Kühbauer | 10.08.2025 | 464 | Peter Pacult | Wechsel zum LASK |
| LASK | Joao Sacramento | 23.09.2025 | 84 | Dietmar Kühbauer | Entlassung |
Der GAK als „Trainerkiller“ der Saison
Eine kuriose Parallele zieht sich durch die bisherigen Trainerwechsel: Drei Entlassungen erfolgten unmittelbar nach Spielen gegen den GAK. Rapid trennte sich nach einer 1:2-Heimniederlage von Stöger, Blau-Weiß Linz nach einer 1:3-Pleite von Mörec und nun erwischte es auch Letsch nach dem 1:1 am vergangenen Wochenende. Der GAK entwickelt sich damit unfreiwillig zum Stolperstein für gegnerische Trainer.
Wie geht es für entlassene Trainer weiter?
Der österreichische Markt ist überschaubar und viele Klubs orientieren sich zunehmend an jüngeren, taktisch modernen Trainern. Gleichzeitig bleibt Erfahrung ein wertvolles Gut – gerade Vereine in schwierigen Phasen greifen gerne auf Routiniers zurück. Manche Coaches zieht es ins Ausland, andere wechseln in den Nachwuchsbereich oder übernehmen Funktionen im sportlichen Management.
Dass der Trend in Richtung „jung und entwicklungsorientiert“ geht, zeigt das jüngste Beispiel aus Salzburg. Die Bullen setzen künftig auf den 37‑jährigen Daniel Beichler, der nach Jahren in der Akademie und bei Liefering nun erstmals einen Cheftrainerposten in der Bundesliga übernimmt. Er folgt auf Thomas Letsch und erhält einen Vertrag bis 2028. Für Beichler ist es der Schritt aus dem Hintergrund in die erste Reihe.
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