Erinnerungen an Duell gegen Inter: Rapids ausbaufähige Bilanz gegen italienische Klubs
Der SK Rapid trifft am Donnerstag im Hinspiel des Conference-League-Playoffs in Wien (19 Uhr) auf den AC Florenz. Die Vorzeichen könnten besser sein: Die Hütteldorfer haben sich bis jetzt noch nie in einem K.O.-Duell gegen ein italienisches Team durchsetzen können. Damit ist Italien die letzte der Top-5-Nationen, gegen die Rapid noch keines solcher Aufeinandertreffen für sich entscheiden konnte. Die größte Chance gab es wohl im Jahr 1990 gegen Inter Mailand.
Das Duell zwischen den Hütteldorfern und dem italienischen Traditionsklub gab es im UEFA Cup in der Saison 1990/91: Damals zog Rapid in der 1. Runde des Bewerbs unglücklich den Kürzeren und schied nach Verlängerung im Rückspiel in Mailand aus.
Pleite in bitterem Rückspiel
Rapid hatte das Hinspiel im Gerhard-Hanappi-Stadion mit 2:1 gewonnen. Im Rückspiel verloren die Hütteldorfer nach Verlängerung in Mailand allerdings mit 1:3. Die Szene des Spiels war wohl die Rote Karte für Robert Pecl, die große Diskussionen mit sich brachte. Erst sah der Rapid-Defensivmann für ein Foul die Gelbe Karte, ehe er nur eine Minute später für ein weiteres Foul an Fausto Pizzi vom englischen Schiedsrichter George Courtney die Rote Karte bekam (18.).
In der Schlussphase beim Stand von 2:1 für Inter hatte der damalige Rapid-Stürmer Jan Age Fjörtoft den Ausgleich am Fuß und hätte die Wiener damit eine Runde weiter schießen können, doch der Norweger scheiterte am Goalie der Mailänder. In der Verlängerung sorgte Jürgen Klinsmann mit dem Treffer zum 3:1 für das endgültige Rapid-K.O.
„Das ist ein Ahnungsloser“
Kurz vor dem Ende flog auch noch Heimo Pfeifenberger mit Rot vom Platz und Rapid musste das Spiel mit zwei Spielern weniger beenden. Nach dem Spiel stellte sich Andreas Herzog dem Interview. Der damals 22-Jährige war vor allem auf Schiedsrichter Courtney nicht gut zu sprechen: „Ich glaube wir waren von Anfang verurteilt mit dem Schiedsrichter. Wahrscheinlich hätte er noch jemanden ausgeschlossen oder an Elfmeter gegen uns gegeben. […] Ich glaube, dass ist wirklich ein bisschen ein Ahnungsloser.“
Das legendäre Interview im VIDEO
Italien bleibt schlechter Boden für Rapid
Aber auch abgesehen vom Duell mit Inter ist die Bilanz der Grün-Weißen gegen italienische Teams ausbaufähig. Näher als gegen die Mailänder war man in einem K.O.-Duell nie dran, das letzte aufeinandertreffen in einer K.O.-Phase gab es ebenfalls gegen Inter in der Saison 2018/19. Damals war man mit einem Gesamtscore von 0:5 (0:1 in Hütteldorf, 0:4 in Mailand) chancenlos.
Auch die Bilanzen gegen andere italienische Topklubs wie Juventus Turin oder AC Milan bleiben überschaubar, neben dem 2:1 gegen Inter im Jahr 1990 konnte nur ein internationales Duell mit einer italienischen Mannschaft gewonnen werden (1957 in Wien, 5:2-Sieg gegen Milan). Daneben bleiben nur Achtungserfolge wie ein 1:1-Remis gegen Juventus in der Gruppenphase der Champions League 1996/97 und zwei Unentschieden in der Gruppenphase der Europa League in der Saison 2016/17 gegen Sassuolo.
Auch die bisher einzigen Aufeinandertreffen mit der Fiorentina zeigen ein eindeutiges Bild. Im Europapokal der Pokalsieger scheiterte man im Jahr 1961 mit einem Gesamtscore von 3:9 an Florenz. Daheim gab es eine 2:6-Klatsche, Auswärts eine 1:3-Pleite. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Geschichte wiederholt oder Rapid die Bilanz gegen italienische Teams aufbessern kann.
Bild: GEPA
