SAN ANTONIO, TX - OCTOBER 24: Darren Collison #2 of the Indiana Pacers and Jakob Poeltl #25 of the San Antonio Spurs chase after a loose ball as Myles Turner #33 of the Indiana Pacers looks on during an NBA game on October 24, 2018 at the AT&T Center in San Antonio, Texas.  NOTE TO USER: User expressly acknowledges and agrees that, by downloading and or using this photograph, User is consenting to the terms and conditions of the Getty Images License Agreement.  (Photo by Edward A. Ornelas/Getty Images)

Erste Wochen bei Spurs für Pöltl “wie Rookie-Jahr 2.0”

via Sky Sport Austria

Österreichs NBA-Pionier Jakob Pöltl sieht seine ersten Wochen im Dress der San Antonio Spurs “wie ein Rookie-Jahr 2.0”. “Ich fange in gewisser Weise von vorne an”, sagte der 2,13 Meter große Center im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. “Es gibt viele Dinge, an die ich mich gewöhnen muss. Ich bin noch nicht zu 100 Prozent im System.”

Die Spielminuten, die er beim fünffachen NBA-Champion aus Texas erhalte, nimmt der 23-Jährige “nicht als selbstverständlich”. Er wisse, dass er sich noch “Vertrauen erarbeiten” müsse. “Es ist sicher ein langer Weg, bis ich mein Ding machen kann”, so Pöltl.

Eingelebt hat sich der Wiener in San Antonio bereits weitgehend, obwohl die Wohnung im nördlichen Stadtteil Tobin Hill “noch nicht zu 100 Prozent fertig” ist. “Die wichtigsten Dinge sind erledigt. Aber ich warte noch auf einige Möbellieferungen”, erzählte der 23-Jährige. Mitspieler leben in seiner Nachbarschaft nicht. Zur Trainingshalle der Spurs ist Pöltl “20 bis 25 Minuten” unterwegs. Ein eigenes Auto hat er sich “in diesen Tagen” angeschafft.

Gar so sehr allein ist der heimische NBA-Pionier in Texas nicht. Neben seiner Mutter seien auch schon Freunde aus Utah da gewesen, berichtete Pöltl. An Mitspielern, mit denen er “am meisten Zeit” verbringe, nannte er die Forwards Chimezie Metu und Drew Eubanks sowie Guard Bryn Forbes.

Und dann gibt es noch Pascal Siakam aus der Zeit bei den Toronto Raptors. “Wir telefonieren und schreiben einander” trotz des dichten Terminkalenders da wie dort. “Sicher”, antwortete Pöltl auf die Frage, ob ihn mit Siakam “echte Freundschaft” verbinde. Es sei ihm auch “wichtig, mit Freunden aus Österreich, Utah und Toronto in Kontakt zu bleiben”, betonte der Center. Mit Kyle Kuzma aus der Zeit bei den “Utes”, der nun für die Los Angeles Lakers spielt, traf er sich etwa am Abend vor dem Gastspiel des 16-fachen NBA-Champions in San Antonio.

Intensiver geworden ist zudem der Kontakt mit DeMar DeRozan. Es “verbindet”, dass der Shooting Guard wie er, Pöltl, bei den Raptors “rausgerissen” worden sei. “Aber ich habe mich schon in Toronto gut mit ihm verstanden.”

Als Spieler mit rot-weiß-roten Wurzeln ist der Wiener noch ein “Einzelkämpfer” in der NBA. “Natürlich wäre es leiwand, wenn jemand nachkommt”, also ein weiterer Österreicher den Sprung in die nordamerikanische Basketball-Profiliga schafft, meinte Pöltl darauf angesprochen. “Es ist hoffentlich eine Frage der Zeit.”

Von sich selbst erwartet Pöltl, “dass ich mich weiterentwickle”. Aktuell sehe er eher einen “Rückschritt von der persönlichen Leistung”. Er wisse, dass er geduldig sein müsse, aber auch, “dass ich es besser kann”. Seine Rolle bei den Spurs sei eine ganz andere und mit jener in Toronto “schwer bis gar nicht zu vergleichen”. Mit jungen (wie bei den Raptors) oder erfahrenen Spielern (wie in der Startformation bei den Spurs) auf dem Parkett zu sein, sei “ganz anderer Basketball”. Pöltl sprach zudem von einer anderen Dynamik in San Antonio, “die ich auch noch lernen muss”.

Die Spurs seien eine “neu zusammengewürfelte Mannschaft”. Und die mache eben auch als Team noch sehr viele Fehler. Was freilich stimmen müsse, seien “Ehrgeiz, Energie und Einstellung”, betonte Pöltl. Das Zusammenwachsen beim fünffachen NBA-Champion werde auch abseits des Parketts forciert, etwa damit, dass es regelmäßig Termine zum gemeinsamen Essen gebe.

Gregg Popovich mache im Umgang keinen Unterschied bei Spielern, so Pöltl. Beim ersten Treffen mit dem Langzeit-Coach der Spurs sei es überhaupt nicht um seine Rolle in der Mannschaft gegangen, sondern darum, “wer ich bin” oder “wo ich herkomme”. “Pop” versuche auch zu vermitteln, “dass es mehr gibt als Basketball”. Da kann es durchaus vorkommen, dass im Trainingszentrum ein Film über Pinguine – und deren Teamwork – gezeigt wird.

Wie rasch es bei den Spurs vom Parkett zurück auf die Bank gehen kann, hat Pöltl bei der Niederlage gegen die Indiana Pacers verspürt. Da war sein Arbeitstag nach exakt 2:40 Minuten im dritten Viertel zu Ende. Begehe man einen Fehler “wie eine Defensiv-Rotation verhauen, schaut es mit den Minuten nicht mehr so gut aus”, resümierte der erste NBA-Profi aus Österreich.

Das Verhältnis zu “Pop” und den anderen Trainern bezeichnete Pöltl im Gespräch als gut. Mit den Assistant-Coaches Ettore Messina, einem gebürtigen Italiener, der ihm auch gern ein “Guten Morgen” entgegenrufe, und Becky Hammon, der ersten Frau mit einem Fulltime-Job im Trainerstab eines NBA-Clubs, gehe es vor allem um Taktisches. Lernen kann Pöltl in San Antonio auch von Tim Duncan. Die Spurs-Legende komme immer wieder zum Training, erzählte der 23-Jährige.

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