Europa League Quali: Wolfsberger AC vs. Borussia Dortmund

via Sky Sport News HD

Klagenfurt (APA) – Der Wolfsberger AC hat in der Qualifikation zur Europa League eine Überraschung gegen Borussia Dortmund verpasst. Der klare Außenseiter musste sich im Drittrunden-Hinspiel in Klagenfurt am Donnerstagabend gegen den Champions-League-Sieger von 1997 knapp mit 0:1 (0:1) geschlagen geben.

Die Elf von Trainer Dietmar Kühbauer ließ dabei beste Chancen auf den Ausgleich aus.

Thomas Zündel, Tadej Trdina und Boris Hüttenbrenner ließen vor 30.250 Zuschauern im ausverkauften Wörthersee-Stadion in der zweiten Spielhälfte gleich drei große Möglichkeiten für die Kärntner ungenutzt, nachdem Jonas Hofmann die Gäste in der 16. Minute in Führung gebracht hatte. Das Rückspiel findet am kommenden Donnerstag (20.30 Uhr) in Dortmund statt.

Dortmund musste am Ende mit dem knappen Sieg zufrieden sein. Dabei war die Partie für den achtfachen deutschen Meister eigentlich nach Maß verlaufen. Eine Viertelstunde wahrte Wolfsberg gegen den prominenten Gegner die Torsperre, ehe das gewohnt schnelle Umschaltspiel des BVB erstmals Wirkung zeigte.

Der bereits nach eineinhalb Minuten gefährlich vor WAC-Torhüter Alexander Kofler aufgetauchte Pierre-Emerick Aubameyang überlistete mit einem Pass auf Henrich Mchitarjan die Abseitsfalle. Hofmann drückte den Ball nach Querpass des Armeniers aus wenigen Metern über die Torlinie. Thomas Tuchel durfte sich in seinem ersten Pflichtspiel als Dortmund-Trainer erstmals freuen.

Der Nachfolger von Jürgen Klopp hatte vor Anpfiff angegeben, “schon angespannt” zu sein. Gegen den WAC lief die Borussia vorerst keine Gefahr, die Premiere unter Tuchel zu verpatzen und hatte die Partie zunächst unter Kontrolle.

Die im 4-1-4-1-System mit Routinier Joachim Standfest im zentral defensiven Mittelfeld eingelaufenen Lavanttaler waren wie erwartet zwar bemüht, wirklich Gefahr strahlten sie aber in der ersten Hälfte nicht aus. Solospitze Silvio rieb sich im Angriff auf, machte gegen die von Weltmeister Mats Hummels dirigierte BVB-Abwehr aber keinen Stich.

Eine richtige Torchance arbeiteten sich die “Wölfe” vor den Augen von ÖFB-Teamchef Marcel Koller bis zur Pause keine heraus. Auch die im Angriffsdrittel verspielten Dortmunder hielten sich nach der Führung zurück. Hofmanns Treffer war nach 45 Minuten der einzige Richtung Kofler abgegebene Schuss der Gäste.

Unmittelbar nach Seitenwechsel legte Dortmund zunächst einen Gang zu, Kofler parierte einen zu zentral ausgefallenen Versuch von Hofmann (51.). Auf der anderen Seite machte Manuel Seidl Bekanntschaft mit dem Ellenbogen von Sokratis. Kurz darauf stieg auch Zündel hart gegen Hummels ein. Sparring-Partner wollten die Wolfsberger jedenfalls keinen abgeben. Dortmund wirkte durch die Spielweise der mit mehr Körpereinsatz agierenden Wolfsberger auch wenig erfreut.

Diese fanden durch ihr intensiveres Spiel plötzlich auch Chancen auf den Ausgleich vor. Nach einem schnellen Vorstoß über links von Seidl ideal bedient, jagte Zündel den Ball über die Latte (61.). Standfest traf im Strafraum dann einen Dortmunder, bei der anschließenden Ecke rettete Mchitarjan bei einem Kopfball des Sekunden zuvor eingetauschten Trdina für seinen bereits geschlagenen Schlussmann Roman Bürki vor der Linie (71.).

Im mit rund 8.000 BVB-Sympathisanten gefüllten Stadion brandete echte Europacup-Stimmung auf. Bei Dortmund kam im Finish auch der Ex-Salzburger Kevin Kampl aufs Feld. Wolfsberg hatte danach noch eine große Möglichkeit, Bürki parierte erneut nach einer Ecke aber einen Kopfball von Hüttenbrenner bravourös (84.).

Stimmen

Dietmar Kühbauer (WAC-Trainer): “Ab der 60. Minute haben wir wirklich ein unglaublich gutes Spiel gemacht und hätten uns eigentlich ein Tor verdient. Da muss ich der Mannschaft ein riesiges Lob aussprechen, dass sie gegen so eine Topmannschaft eine Topleistung abgeliefert hat. Man hat gesehen, dass, wenn man die Mannschaft früher stört, sie dann nicht mehr diese Ballsicherheit wie in den ersten 45 Minuten hat. Wir haben dann auch die Bälle viel besser nach vorne gespielt und auch einige Möglichkeiten vorgefunden. Wir waren am höchsten Niveau – mehr geht nicht.”

Thomas Tuchel (Dortmund-Trainer): “Klar, das Ergebnis ist immer wichtig, weil wir gewonnen haben. Das war auch unser Ziel. Ein Spiel, das dann plötzlich auf der Kippe steht, mit dem nötigen Quäntchen Glück und der nötigen Aufmerksamkeit mal zu Ende zu verteidigen ist am Ende auch viel Wert. Ansonsten war mir irgendwann klar: Wir kommen aus dem Trainingslager, es ist der vierte Tag nach dem Trainingslager, das ist auch schwierig in Sachen Belastungssteuerung. Dann war schon klar, dass, wenn wir nicht deutlicher führen, dass es noch einmal lange 25 Minuten werden können. Und so wurde es dann auch. Ich war mit dem Spiel nicht unzufrieden, im Gegenteil.”

Ilkay Gündogan (Spieler Dortmund): “Es ist noch einmal verdammt knapp geworden. Wir können von Glück sprechen, dass wir nicht noch den Ausgleich kassiert haben.”