Europas Topligen erhöhen Druck auf Infantino
In den Machtkampf der europäischen Fußball-Union UEFA gegen den Weltverband FIFA und dessen Präsidenten Gianni Infantino mischen sich einem Medienbericht zufolge nun auch Europas Topligen ein.
Laut Sky-Informationen wollen die deutsche Bundesliga, die englische Premier League, die spanische La Liga und die italienische Serie A am Freitag eine gemeinsame Erklärung veröffentlichen. Darin sollen sie Reformen bezüglich der FIFA-Governance fordern.
Ob die Erklärung auch eine Rücktrittsforderung an den umstrittenen FIFA-Boss Infantino enthält, sei dem Bericht nach unklar. Der Schweizer war nach einem Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren im Sommer massiv unter Druck geraten, auch sein Führungsstil ist von Teilen der Fußballwelt scharf kritisiert worden.
Er hatte darauf zuletzt reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen in der FIFA angeboten. Infantino kündigte eine unabhängige externe Überprüfung der FIFA-Governance sowie Konsultationen über eine Stärkung der Entscheidungsprozesse an, einschließlich der Rolle des Präsidenten.
Infantino will erneut als FIFA-Präsident kandidieren
Der 56-Jährige machte gleichzeitig klar, dass er die FIFA weiter anführen will. Von einem Verzicht auf eine Kandidatur für eine vierte Amtszeit beim Kongress im März 2027 ist nicht die Rede. Diesen fordern seine Kritiker um UEFA-Präsident Aleksandar Ceferin.
Die UEFA und die Fußballverbände aus Nord- und Mittelamerika verfolgen seit mehreren Wochen einen harten Oppositionskurs gegen Infantino. Einen Gegenkandidaten für die Präsidentschaftswahlen haben sie aber noch nicht benennen können. Wichtige Termine in der Krise der Fußball-Funktionäre sind nun ein UEFA-Treffen aller 55 Mitgliedsverbände am 8. Oktober in Berlin und die Sitzung des FIFA-Councils am 15. Oktober in Zürich, bei der Infantino über seine Vorschläge sprechen will.
Androhung eines Strafantrags
Ende August eskalierte der Streit mit der Androhung eines Strafantrags vor Schweizer Gerichten im Zusammenhang mit den WM-Investorenplänen gegen Infantino. Dafür wurden bei US-Gerichten Informationen über die geplanten Geschäfte angefragt.
