GEPA-09121226033 - TOYOTA,JAPAN,09.DEZ.12 - FUSSBALL - FIFA Club World Cup 2012, Klub-Weltmeisterschaft, Sanfrecce Hiroshima vs Al Ahly Cairo. Bild zeigt die neue Torlinientechnologie. Keywords: Torlinien-Technik, Hawk-Eye. Foto: GEPA pictures/ AMA Sports/ Matthew Ashton - Achtung - Nutzungsrechte nur fuer oesterreichische Kunden - ATTENTION - COPYRIGHT FOR AUSTRIAN CLIENTS ONLY

Falkenauge sieht schon wieder besser: GoalControl mit nächster Niederlage

via Sky Sport Austria

Der deutsche Torlinientechnik-Hersteller GoalControl gerät im Wettbewerb mit seinem britischen Konkurrenten Hawk Eye immer mehr ins Hintertreffen. Auch bei der Frauen-WM in Kanada wird das “Falkenauge” zum Einsatz kommen.

Frankfurt/Main (SID) Mit dem “Falkenauge” sieht die FIFA plötzlich besser: Nach der verlorenen Ausschreibung für die Fußball-Bundesliga hat der deutsche Torlinientechnik-Spezialist GoalControl auch bei der Frauen-WM das Nachsehen. Bei dem Turnier in Kanada (6. Juni bis 5. Juli) wird das britische Hawk-Eye-System (Falkenauge) zum Einsatz kommen – dabei galt der Würselener Hersteller eigentlich als Vorreiter und erste Wahl des Weltverbands.

“Bei vier aufeinanderfolgenden FIFA-Turnieren, einschließlich der WM 2014 in Brasilien, kam unser System erfolgreich zum Einsatz”, teilte das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen mit – und blieb überraschenderweise (noch) gelassen: “Aus unserer Sicht ist es kein überraschender Umstand, dass sich die FIFA nun in Bezug auf dieses Projekt auch einmal für die Zusammenarbeit mit einem unserer Mitbewerber entschieden hat.” Dieser eine Mitbewerber ist spätestens jetzt aber absoluter Marktführer.

Die auf sieben Hochgeschwindigkeits-Kameras pro Tor basierende Hawk-Eye-Technik entscheidet in der englischen Premier League bereits seit der Saison 2013/14 über Tor oder Nicht-Tor, in der Bundesliga und italienischen Serie A wird das System für die kommende Spielzeit installiert. Die deutsche Premiere könnte das “Falkenauge” sogar schon im Pokalfinale am 30. Mai im Berliner Olympiastadion feiern. Die einwandfreie Demonstration der GoalControl-Technik (ebenfalls kamerabasiert) während der Männer-WM im vergangenen Sommer lieferte offensichtlich nicht ausreichend Argumente.

Firmenchef Dirk Broichhausen hatte sich nach der Ablehnung der 18 Bundesligisten Anfang Dezember 2014 noch “schockiert” gezeigt, er sprach von einem “Stich ins Herz” und kündigte umgehend den Kampf um den Zuschlag für die Frauen-Endrunde und um die EURO 2016 an.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA), die das Turnier in Frankreich ausrichtet, entscheidet sich aber wohl nicht vor dem Sommer für oder gegen den Einsatz einer Technik, die von UEFA-Präsident Michel Platini ohnehin kritisch beäugt wird. Dass in Deutschland, England und Italien dann schon das Falkenauge wacht, ist kein Vorteil für GoalControl.

Im Ligabetrieb kostet das Hawk-Eye-System, das möglichst hoch am Stadiondach angebracht wird, rund 135.000 Euro pro Saison und Verein (8000 Euro pro Spiel). Der Weltverband schrieb stolz von einem “millimetergenauen” System, das innerhalb von einer Sekunde die Entscheidung für oder gegen einen Treffer an die Unparteiischen weitergibt, diese tragen während des Spiels eine spezielle Uhr.

Vor dem Härtetest in Kanada wird das System in den Stadien in Edmonton, Moncton, Montreal, Ottawa, Vancouver und Winnipeg einem Installationstest unterzogen. Ein “Standardverfahren” schrieb die FIFA. Im Weltverbands-Einsatz war das britische System bereits 2012 während der Klub-WM in Japan und wurde dann von GoalControl abgelöst. Jedoch nicht für lange.

Hawk Eye

Das aus dem Tennis bekannte, britische Hawk-Eye-System, das bereits seit der Saison 2013/14 in der englischen Premier League zum Einsatz kommt, basiert auf der Verwendung von sieben Hochgeschwindigkeitskameras pro Tor, die meist am Dach des Stadions angebracht sind.

Diese erfassen den Spielball in Tornähe ständig aus verschiedenen Winkeln, auch wenn nur ein kleiner Teil des Balls zu sehen ist, sodass die exakte Position des Balls berechnet wird. Ist der Ball hinter der Torlinie sendet das System ein entsprechendes Signal an die Armbanduhr des Schiedsrichters.

Goal Control

Das GoalControl-System aus Würselen, das bei der WM 2014 in Brasilien seinen Härtest bestanden hat, basiert auf sieben Hochgeschwindigkeitskameras pro Tor, die am Stadiondach installiert sind. Über einen Computer werden alle Objekte auf dem Spielfeld verfolgt und Störfaktoren ausgeblendet. Der Spielball wird kontinuierlich verfolgt und in drei Dimensionen erfasst, sobald der Ball in Tornähe ist. Ist der Ball hinter der Torlinie, empfängt der Schiedsrichter ein Signal auf seiner Armbanduhr.

GoalRef

Das am Fraunhofer-Institut entwickelte GoalRef-System, das vom Technologie-Konzern ChyronHego an den Markt gebracht wurde, basiert auf einem Magnetfeld im Tor, das über spezielle Spulen im Spielball registriert wird. Diese bauen, sobald sie sich im Tormagnetfeld befinden, durch Induktion ein eigenes Feld auf, sodass im Tor eine Magnetfeldänderung registriert wird. Ein Auswertungssystem errechnet, ob sich der Ball im Tor befindet und sendet ein entsprechendes Signal an die Armbanduhr des Schiedsrichters.

SID mj rd