Felbermayr startet mit Audi in zweite F1-Academy-Saison

Die F1 Academy startet 2026 in ihre vierte Saison und sucht eine neue Meisterin. Mit dabei ist auch wieder die Oberösterreicherin Emma Felbermayr – sie nimmt ihre zweite Saison in der F1 Academy mit Unterstützung von Audi in Angriff.

Der deutsche Autohersteller, der 2026 erstmals ein Werksteam in der Königsklasse stellt, gab Anfang Februar die Zusammenarbeit mit der 19-Jährigen bekannt. In Shanghai geht die erste Runde der exklusiven Frauen-Serie mit Formel-4-Autos von 13. – 15. März über die Bühne. Insgesamt haben 18 Fahrerinnen die Möglichkeit sich im Motorsport zu beweisen.

Felbermayrs Saison 2025: Erfolge und Wendepunkte

Sie sammelte für Sauber bereits in der vergangenen Saison ihre ersten Erfahrungen in der Formelserie. Dabei gelang Felbermayr beim Rennen in Kanada sogar ein Sieg. In der Gesamtwertung schloss sie das Jahr schließlich auf Rang neun ab. „Meine Karriere in der F1 Academy fortzusetzen und dies nun als offizielle Fahrerin des Audi Revolut F1 Teams zu tun, ist eine große Ehre“, erklärt die 19-Jährige gegenüber Formel1.de. Damit tritt sie in die Fußstapfen bedeutender Fahrerinnen wie Michele Mouton oder Rahel Frey, die ebenfalls von Audi gefördert wurden und den Weg für kommende Generationen bereitet haben.

„Mit einer Marke verbunden zu sein, die eine so außergewöhnliche Motorsportgeschichte hat, ist unglaublich inspirierend“, so Felbermayr weiter. „Ich bin dankbar für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird, und kann es kaum erwarten, die Audi-Farben im Starterfeld zu tragen, während ich meinen Weg in der Serie mit Rodin Motorsport fortsetze.“

Engagement für Diversität und Chancengleichheit

Das Ziel der F1-Academy: Mehr Frauen im Motorsport. Diesem kommen sie mit großen Schritten näher, um sich im internationalen Motorsport zu etablieren und den Weg in höhere Formeln – bis hin zur Formel 3, Formel 2 und langfristig auch zur Formel 1 – zu ebnen.  Junge Mädchen und Frauen weltweit sollten inspiriert und unterstützt werden ihre eigene Karriere im Motorsport zu starten. Managing Director Susie Wolff sieht bereits in naher Zukunft eine Pilotin in der Formel 1.

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Zum ersten Mal in der Geschichte der F1 Academy stehen dabei Rennstrecken-Klassiker wie Silverstone, Monza und Suzuka auf der Agenda – Schauplätze, die nicht nur Motorsport-Tradition, sondern auch fahrerische Herausforderungen der Extraklasse bieten. Damit signalisiert die Rennserie, wie wichtig es ihr ist, junge Talente auf renommierten Grand-Prix-Kursen zu fördern. Die Serie umfasst pro Saison mehrere Rennwochenenden im Rahmen ausgewählter Formel‑1‑Grands‑Prix. Dadurch profitieren die Athletinnen von einer enormen Sichtbarkeit, professionellen Strukturen und einer Bühne, die zuvor im Frauenmotorsport kaum existierte.

Ein besonderes Merkmal der F1 Academy ist ihr intensives Entwicklungsprogramm: Neben den Rennen stehen zahlreiche Testtage, Simulatorarbeit und professionelle Trainingsmodule auf dem Plan. Die Serie arbeitet eng mit den F1‑Teams zusammen – seit 2024 stellt jedes Team eine eigene Fahrerin, die in den Farben des jeweiligen Rennstalls antritt. Die zehn aktuellen Formel-1-Rennställe bleiben Partner der F1-Academy und unterstützen pro Team eine Fahrerin. Das soll auch in den kommenden Jahren so bleiben.

Was erwartet uns 2026?

Die F1 Academy hat ihren Rennkalender für 2026 präsentiert – und die rein weibliche Nachwuchsserie setzt ihren Wachstumskurs konsequent fort. Insgesamt stehen 14 Rennen an sieben Rennwochenenden auf dem Programm, begleitet von 12 offiziellen Testtagen, um den Fahrerinnen maximale Streckenzeit zu bieten.

Der Saisonauftakt steigt vom 13.–15. März in Shanghai, gefolgt von Dschidda (17.–19. April) und dem traditionellen Nordamerika‑Abstecher nach Montreal (22.–24. Mai). Ein Highlight folgt im Sommer: Silverstone feiert sein Debüt im Kalender. Vom 3.–5. Juli fährt die Serie erstmals im Rahmen des Großen Preises von Großbritannien – ein symbolträchtiger Moment, zwölf Jahre nach Susie Wolffs historischem F1‑Trainingseinsatz an gleicher Stelle.

Danach geht es weiter nach Zandvoort (21.–23. August), der einzigen Strecke, die seit Gründung der Serie in jeder Saison vertreten war. Das Finale findet erneut in den USA statt: Austin (23.–25. Oktober) kehrt erstmals seit 2023 zurück, bevor die Saison 19.–21. November auf dem spektakulären Las Vegas Strip Circuit endet.

13. – 15. März Shanghai, China
17. – 19. April Dschidda, Saudi Arabien
22. – 24. Mai Montreal, Kanada
03. – 05. Juli Silverstone, Großbritannien
21. – 23. August Zandvoort, Niederlande
23. – 25. Oktober Austin, USA
19. – 21. November Las Vegas, USA

Geschichte der Frauen in der Formel 1

Die Geschichte der Frauen in der Formel 1 ist geprägt von wenigen, aber bedeutenden Pionierinnen. Den Anfang machte 1958 die Italienerin Maria Teresa de Filippis, die als erste Frau überhaupt an einem Grand Prix teilnahm und in Belgien Platz zehn erreichte – ein bemerkenswerter Erfolg in einer Ära, in der Frauen im Motorsport kaum akzeptiert waren. Erst 15 Jahre später folgte mit Lella Lombardi die nächste Fahrerin. Sie schrieb 1975 Geschichte, als sie beim Spanien‑GP als bislang einzige Frau WM‑Punkte holte.

In den späten 1970er‑ und frühen 1980er‑Jahren versuchten weitere Fahrerinnen wie Divina Galica und Desiré Wilson den Sprung ins Starterfeld, scheiterten jedoch an der Qualifikation. Die letzte Frau, die an einer Qualifikation für einen F1-Grand-Prix teilnahm, war 1992 Giovanna Amati. Danach dauerte es zwei Jahrzehnte bis 2012 María de Villota Testfahrerin beim F1-Team Marussia war. Sie engagierte sich in der Kommission des Internationalen Automobilverbandes für Frauen im Motorsport. Am 3. Juli 2012 hatte sie bei einem Formel-1-Test einen schweren Unfall, wo sie sich Schädel- und Gesichtsverletzungen zugezogen hatte. Eineinhalb Jahre später wurde die 33-Jährige tot in ihrem Hotelzimmer in Sevilla aufgefunden. Sie starb den Ermittlungen zufolge eines natürlichen Todes.

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Im Jahr 2014 ging Susie Wolff als Testfahrerin von Williams wieder in einer offiziellen Session auf die Strecke – ein wichtiges Signal, dass Frauen im Spitzenmotorsport weiterhin ihren Platz suchen. Und genau hier setzt die F1 Academy an: Sie soll die Lücke schließen, die der Frauenmotorsport über Jahrzehnte hinterlassen hat, und jungen Talenten eine realistische Chance geben, den Weg in die Formel‑1‑Pyramide zu schaffen.

2026 könnte für Emma Felbermayr dementsprechend ein Schlüsseljahr werden. Die F1 Academy entwickelt sich rasant, die Sichtbarkeit für Frauen im Motorsport steigt und junge Talente wie sie zeigen, dass der Weg nach oben offen ist. Mit Mut, harter Arbeit und der Unterstützung eines Werksteams wie Audi hat die Oberösterreicherin alles, was es braucht, um ein neues Kapitel aufzuschlagen. Vielleicht wird diese Saison nicht nur über ihre Zukunft entscheiden, sondern auch darüber, wie viele Mädchen ihr nachfolgen. Der Motorsport verändert sich – und Emma ist ein Teil davon.

Der Preis des Racing-Traums

Eines der größten Hindernisse im Rennsport ist und bleibt die Finanzierung. Besonders die Nachwuchsserien verschlingen Summen, die junge Fahrerinnen meist selbst aufbringen müssen. Für Mädchen, die von Geschwindigkeit und Wettbewerb träumen, beginnt der finanzielle Druck schon früh. Allein im Kartsport können bis zu 2 Millionen Dollar (~1,7 Millionen Euro) anfallen. Eine Saison in der Formel 4 kostet rund 500.000 Dollar, der Schritt in die Formel 3 etwa 1 Million Dollar. Wer es bis in die Formel 2 schafft, muss mit mehr als 3 Millionen Dollar rechnen.

Der Weg nach oben ist damit weniger eine Frage des Talents als eine Frage des Kapitals und genau hier will die F1 Academy ansetzen. Sie will zumindest einen vergleichsweise erschwinglichen Einstieg in die Welt der Single-Seater ermöglichen. Die Serie wird durch die finanziellen Ressourcen der Formel 1 und ihres Eigentümers Liberty Media getragen, so wird zum Beispiel jedes Auto von der Formel 1 subventioniert. Seit der Einbindung der Formel‑1‑Teams ab 2024 übernehmen diese für ihre nominierten Fahrerinnen in der Regel die Finanzierung, während die übrigen Teilnehmerinnen weiterhin auf Rennteams und Sponsoren angewiesen sind.

Der sportliche Erfolg in der F1 Academy kann die Karriere unmittelbar beschleunigen. So erhielt die Meisterin von 2024, Abbi Pulling, einen vollständig finanzierten Platz in der GB3‑Meisterschaft 2025 bei Rodin Motorsport. Auch andere Serien wie die GB4 bieten gezielt Preisgelder für erfolgreiche Fahrerinnen an, um den Übergang in höhere Formelkategorien zu erleichtern. Diese Entwicklungen zeigen, dass die F1 Academy nicht nur finanzielle Barrieren senkt, sondern zunehmend als wichtiger Baustein für die Förderung weiblicher Talente im internationalen Motorsport anerkannt wird.

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Beitragsbild: Imago