WOLFSBERG,AUSTRIA,13.SEP.20 - SOCCER - tipico Bundesliga, Wolfsberger AC vs Red Bull Salzburg. Image shows head coach Ferdinand Feldhofer and Michael Liendl (WAC). Photo: GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

Feldhofer über Verhältnis zu Liendl: “Brauchen nicht Freunde sein”

via Sky Sport Austria

Der Wolfsberger AC muss momentan nicht nur das Halbfinal-Aus im ÖFB-Cup gegen den LASK (0:1) verdauen, auch auf personeller Ebene sorgte der WAC in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen.

Grund dafür ist die Personalentscheidung von Trainer Ferdinand Feldhofer, die drei Routiniers Michael Liendl, Michael Novak und Christopher Wernitznig nicht in den Kader für das Cup-Spiel gegen den LASK zu berufen.

Feldhofer stand auch nach der Niederlage zu seiner Entscheidung: “Für mich war das die richtige Wahl, weil ich einfach gewusst habe, wie das Spiel werden wird, dass wir diese Tugend brauchen. Wäre ich nicht überzeugt gewesen, hätte ich das nicht gemacht”, versicherte der 41-Jährige.

Explosive Stimmung in Wolfsberg: Die Cup-Kader-Causa

“Jeder Spieler ist einfach ein Angestellter”

Besonders sauer stieß Feldhofer auf, dass die Causa an die Öffentlichkeit gelangt war. “Leider ist es nicht gelungen, die Ruhe vor dem Spiel zu bewahren. Es ist sehr, sehr bitter, dass da intern was rausgeht. Das ist ein Problem, das gilt es zu lösen. Der Präsident (…) und ich sind Typen, die lösungsorientiert denken, und so werden wir die Sache angehen”, betonte Österreichs Ex-Internationaler, der als Aktiver viermal Meister (dreimal mit Sturm und einmal mit Rapid) sowie zweimal Cupsieger (mit Sturm) war.

so-22-11-tipico-buli

Sein Verhältnis zu Liendl “muss nicht freundschaftlich sein, es muss einfach professionell sein. Jeder Spieler ist einfach Angestellter, so wie auch ich Angestellter bin. Ich bin der Cheftrainer und muss Entscheidungen treffen. Wir brauchen nicht Freunde sein, es muss einfach professionell sein und das Beste für den Verein, für das große Ganze herausschauen. Und ich habe den Eindruck gehabt, dass einige Spieler seit längerer Zeit nicht mit hundert Prozent bei der Sache sind aus verschiedenen Gründen, und dementsprechend hat das Trainerteam heute so entschieden”, erklärte Feldhofer.

WAC-Präsident Riegler zeigt Verständnis

WAC-Präsident Dietmar Riegler zeigte dafür Verständnis: “Für das Sportliche ist er zuständig, er muss wissen, was er tut. Ins Sportliche werde ich mich nicht einmischen”, versicherte der Clubboss. “Erst wenn ich sehe, dass es nicht mehr funktioniert, dann mische ich mich ein und werden wir Konsequenzen ziehen. Auch im Beruf gibt es immer wieder solche Situationen, wo man zwischen zwei Mitarbeitern, die in der Führungsetage sind, entscheiden muss. Das kommt sehr oft vor, da muss man dann abwägen und schlussendlich eine Entscheidung treffen.”

Da sowohl der Vertrag von Liendl als auch jener von Feldhofer mit Saisonende ausläuft, “könnte passieren”, dass nur einer von beiden im Sommer verlängert wird, gab Riegler schon vor dem Match zu Protokoll. Der Job von Feldhofer wäre laut dem WAC-Präsidenten zum jetzigen Zeitpunkt nur gefährdet gewesen, wenn der WAC “eine Packung” gegen den LASK kassiert hätte.

skyx-traumpass

Feldhofer und Riegler äußern sich zu Spieler-Ausbootung

(APA)

Bild: GEPA