VIDEO: Fragwürdiges Box-Event in Nicaragua trotz Corona-Krise

via Sky Sport Austria

Während die Sportwelt weitestgehend stillsteht, sorgte ein Box-Event in Nicaragua für Aufsehen.

Der mittelamerikanische Staat lehnt restriktive Maßnahmen gegen das Coronavirus bislang weitestgehend ab, so finden auch die Spiele der nationalen Fußball-Liga weiterhin statt.

Am vergangenen Samstag durfte sogar ein Box-Event vor Zusehern veranstaltet werden. Die Austragung sorgte dabei für gewöhnungsbedürftige Bilder: Die Boxer trugen beim Betreten des Rings genau so wie die Zuschauer einen Mundschutz. Die Athleten ließen diesen sogar beim Aufwärmen sowie bei den Interviews an.

Am Eingang wurden zudem die Hände der Besucher desinfiziert und ihre Temperatur gemessen. Auf den Stühlen und der Tribüne mussten die mehreren Hundert Besucher den Mindestabstand wahren – aber das galt für den Boxring natürlich nicht. Stattdessen wurden die Boxer mit Desinfektionsmittel besprüht. Insgesamt acht Kämpfe sollten die rund 800 Zuschauer zu sehen bekommen.

„Wenn wir nicht arbeiten, können wir nicht essen“

„Wenn wir nicht arbeiten“, sagte Leichtgewichtler Freddy Fonseca bei ESPN, „können wir nicht essen.“ Für Rosendo Alvarez, Promoter des Boxabends, war die Veranstaltung deshalb auch ein Akt der Menschlichkeit: „Wenn die Boxer nicht kämpfen, bekommen sie kein Geld, denn sie haben kein monatliches Einkommen. Also waren wir bereit, mit ihnen zu arbeiten.“

Die Regierung Nicaraguas legte dem Promoter keine Steine in den Weg, anders als in fast allen anderen Ländern auf der Welt steht der Profisport im Sechs-Millionen-Einwohner-Staat nicht still. Gemäß offizieller Zählungen soll es in dem Land zwischen Pazifik und Karibik bis zum vergangenen Wochenende nur zwölf bestätigte Corona-Fälle gegeben haben, drei davon verliefen tödlich.

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(SID/Red.)