FK Austria Wien: Endlich Z’haus

Neue Saison, neue Chance – so muss das Motto der Austria in dieser Saison lauten. Das Frühjahr 2018 fiel aus violetter Sicht  vollkommen ins Wasser, es folgte der größte Umbruch der letzten Jahre bei der Wiener Austria. Der technische Direktor Ralf Muhr und der Trainer Thomas Letsch haben eine interessante Mannschaft zusammengestellt, eine gute Mischung aus jungen aber auch schon Bundesligaerfahrenen Spielern.

Jung, wild und mit Handschuhen

Auf der Torwartposition geht die Austria den Weg der Jugend. Mit Patrick Pentz (21), Ivan Lucic (23) und Mirko Kos (21) hat die Austria drei Torhüter im Kader die in den frühen Zwanzigern stecken. Patrick Pentz wird wohl als Nummer 1 in die Saison gehen, er hat sich diesen Status  in der vergangenen Saison erarbeitet. Seine Übersicht und sein starker linker Fuß sind definitiv seine Stärken. Mit Lucic lauert dahinter ein sehr interessanter Mann. Lucic war im Nachwuchs der Austria, ging dann über Ried zu den Bayern und auf die Insel zu Bristol City. Auch bei Aalborg hat er schon seine Schuhe geschnürt. Lucic beeindruckt vor allem durch seine Statur, 194 cm stehen zwischen den Pfosten wenn er die Nummer 1 ist. Für Mirko Kos wird es in erster Linie Einsätze bei den Young Violtes geben. Das Torhütertrio der Austria ist das jüngste der Bundesliga.

In der Transferzeit gab es auch Überlegungen auf der Torwartposition noch jemanden dazu zu holen, so wurde der 26-jährige Slowene Azbe Jug getestet, eine Einigung konnte aber nicht erzielt werden. Es wird sicher interessant zu beobachten sein, wie die jungen Wilden im Tor überzeugen können.

Baustelle geschlossen?

Die Defensive war sicherlich eine der größten Baustellen in der vergangenen Saison, auf die mit Michael Madl schon im Frühjahr reagiert wurde. Der England-erfahrene Routinier wird auch in der kommenden Saison der Anker in der Verteidigung der Austria sein. Mit Igor wurde ein Spieler geholt der unglaublich viel Potential hat. Die Suche auf dieser Position war nicht einfach und die Entscheidung Igor ohne Kaufoption für eine Saison zu leihen ist sicherlich eine interessante Lösung. Aber nicht nur Igor ist ein Neuzugang in der Defensive, auch Christian Schoissengeyr ist jetzt ein Austrianer. Der großgewachsen Ex-Sturm Spieler ist bei Standardsituationen eine Waffe. Außerdem ist noch Alex Borkovic auf der Innenverteidigerposition eine Option. Für ihn wünscht sich jeder bei der Austria endlich eine verletzungsfreie Saison, aber schon in der Vorbereitung musste Borkovic mit kleineren Blessuren immer wieder pausieren.

Die Rechtsverteidigerposition ist mit Florian Klein gut abgesichert, links ist durch die Verletzung von Martschinko wieder eine Baustelle aufgegangen – doch in Person von Cristian Cuevas steht ein Neo-Nationalteamspieler ante portas. Der Chilene kommt ablösefrei. Zudem ist mit Thomas Salamon ein bundesligaerprobter Spieler im Kader der Austria.

Qualität im Mittelfeld

Ebner, Jeggo, Matic, Grünwald, Prokop, Sax, Venuto, Demaku, und Serbest – das hört sich schon mal ganz gut an. Da ist auch für jede Variante in der Mitte etwas dabei. Allrounder Ebner wird eine wichtige Rolle bekommen. Wenn Jeggo und Sax wieder fit sind ist hier sehr viel Qualität zur Auswahl für das Trainerteam vorhanden. Tarkan Serbest ist auch noch Teil der Mannschaft, bisher ist noch kein Transfer zustande gekommen. Serbest ist auch im Training bisher voll dabei und geht gut mit. Das Mittelfeld kann für den Erfolg der Austria in der kommenden Saison das Herzstück sein, auch weil Thomas Letsch gerne in einem 4-4-2 mit Raute spielen lässt.

Offensivpower

Auch im Sturm hat Thomas Letsch interessante Spieler zur Auswahl. Derzeit ist Christoph Monschein noch verletzt und wird auch den Saisonauftakt verpassen., aber mit Turgeman, Friesenbichler, Edomwonyi und Monschein hat die Austria einen gut besetzten Sturm.

Alon Turgeman kann ein wichtiger Baustein für die Austria in der kommenden Saison sein. Er ist ein Spieler der körperlich stark ist und auch über eine gute Technik verfügt (war im Cup schon zu sehen). Auch Kevin Friesenbichler ist weiterhin Austrianer. Es gab gegen Ende der Saison eine Anfrage für Friesenbichler aber keine Einigung. Dazu noch Bright Edomwonyi, da ist viel Potential vorhanden. Unter Thomas Letsch werden zumeist zwei Spitzen spielen und egal in welcher Konstellation es wird unangenehm werden für die gegnerische Defensive.

Neue Beine, aber auch Steine

Neben den Neuerungen im Kader ist natürlich auch das neu gestaltete Stadion das große Thema bei der Austria. Die Generali-Arena ist das erste nachhaltige Stadion Mitteleuropas und wurde als Leuchtturmprojekt in Sachen Ökologie und Umweltbewusstsein ausgezeichnet und zertifiziert, im Sommer 2018 wurde das Stadion auf den Betrieb mit Sonnenenergie umgestellt. Das Stadion alleine, das 17.500 Plätze bietet, wird aber nicht für Tore und Erfolge sorgen.

Für die Wiener Austria kann die Saison 2018/2019 sehr interessant werden. Der Umbruch, der auf allen Ebenen im Verein eingeleitet wurde, ist eine Chance die bisher verkorksten Monate im 2018er Jahr vergessen zu machen. An Qualität fehlt es bei der Austria sicher nicht, diese Qualität muss aber auch auf den Rasen gebracht werden, dann wird auch das neue Stadion einen positiven Schub auf die gesamte Organisation haben. Die Saison 2018/2019 kann also die Saison der neuen Chance für die Violetten werden.

Text: Johannes Brandl