Frankreich ermittelt wegen Arbeitsbedingungen in Katar

Zehn Tage vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar hat die französische Justiz Ermittlungen wegen Verletzung der Grundrechte von Gastarbeitern in dem arabischen Land eingeleitet. Die von einem Richter angeordneten Untersuchungen richteten sich gegen Vinci Construction Grands Projets, eine Tochter des Baukonzerns Vinci, teilte die Menschenrechtsgruppe Sherpa am Mittwoch mit.

Sherpa hatte zusammen mit der Organisation „Komitee gegen moderne Sklaverei“ bereits 2019 Klage wegen des Vorwurfs der Zwangsarbeit und der Leibeigenschaft eingereicht. Die Chefin von Sherpa in Frankreich, Sandra Cossart, sprach von einem starken Signal: „Es ist das erste Mal, dass ein Unternehmen auf dieser Grundlage für die Aktivitäten einer seiner Tochtergesellschaften im Ausland angeklagt wird.“ Vinci kündigte über seinen Anwalt Jean-Pierre Versini-Campinchi an, unverzüglich gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.

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Katar steht seit langem in der Kritik, die für den Aufbau der WM-Spielstätten und weiterer Bau-Projekte angeheuerten Gastarbeiter teils menschenunwürdig behandelt zu haben.

WM-Botschafter Salman rechtfertigt sich für Eklat-Interview

Der katarische WM-Botschafter Khalid Salman, der Homosexualität in einer ZDF-Dokumentation als „geistigen Schaden“ bezeichnet hatte, fühlt sich missverstanden.

Er bedauere, dass seine Äußerungen „aus dem Zusammenhang gerissen“ worden seien, schrieb der frühere Nationalspieler am Mittwoch bei Twitter. „Es ist weder unsere Religion noch unsere Natur, zu beleidigen oder zu verletzen“, erklärte der 60-Jährige und führte aus: „Jeder ist in Katar willkommen, aber unsere Religion und Kultur wird sich durch die Weltmeisterschaft nicht ändern.“

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Salman sagte in der am Dienstag ausgestrahlten Dokumentation „Geheimsache Katar“ vor laufenden Kameras in einem Interview, Homosexualität sei „haram“ – im Islam verboten. Das Interview wurde daraufhin von einem Offiziellen des Organisationskomitees abgebrochen. Salmans Aussage schlug international hohe Wellen bei Politik, Menschenrechtsorganisationen und LGBTQ-Organisationen.

LGBTQ-Personen in Katar „willkommen“ – aber nur unter Bedingungen

Katar beteuert seit Monaten, dass auch LGBTQ-Personen bei der Endrunde „willkommen“ seien, sofern sie die lokale Kultur respektierten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beschuldigt den schwerreichen Golfstaat indes, im Vorfeld der WM LGBTQ-Personen inhaftiert und misshandelt zu haben, was von der Regierung in Doha vehement bestritten wurde.

Die Kapitäne mehrerer europäischer Nationalmannschaften, darunter von Deutschland, Frankreich und England, haben angekündigt, während des Turniers Armbinden in Regenbogenfarben mit der Botschaft „One Love“ zu tragen.

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(APA/SID).

Beitragsbild: Imago.