Frühe Enttäuschung in Schladming für Matt und Schwarz
Die Hälfte der österreichischen Olympia-Mannschaft für den Männer-Slalom ist in Schladming im ersten Durchgang hängengeblieben. Marco Schwarz und Michael Matt verpassten im letzten Torlauf vor den Spielen durch zwei Hundertstel getrennt als 32. und 33. mit knapp drei Sekunden Rückstand auf den führenden Norweger Atle Lie McGrath den zweiten Lauf des Nightrace und mussten damit schon zur Halbzeit ihre Sachen packen. Mit gutem Training wollen sie nun den Turnaround schaffen.
„Als ich ins Ziel gekommen bin, habe ich mit dem zweiten Durchgang schon abgeschlossen“, sagte Schwarz nach dem Rausfall aus den Top 30. „Wenn man mit drei Sekunden (Rückstand, Anm.) abschwingt, ist das einfach zu viel. Da hat man mit den Top-Plätzen nichts mehr zu tun.“ Nach wie vor habe er heuer im Slalom noch nicht das richtige Rezept gefunden. „Das ist natürlich bitter“, äußerte sich der Kärntner etwas ratlos, war aber doch weiter zuversichtlich. „Auch wenn es im Jänner nicht ganz gelaufen ist nach Wunsch, bin ich überzeugt, dass ich bei den Schnellsten dabei bin.“
Das aus dem Training in die Rennen umzusetzen, ist der Schritt, den Schwarz nun bei den Spielen schaffen muss. Sein nächstes Rennen wird schon ein olympisches in Bormio sein, womöglich am 9. Februar die Teamkombination. Für 11. Februar ist der Super-G angesetzt, für 14. Februar der Riesentorlauf und für 16. Februar der Slalom. Bereits ab nächsten Mittwoch, 4. Februar, will „Blacky“ an den Abfahrtstrainings teilnehmen. „Erfahrung sammeln“, heißt da seine Devise. Er oder vielleicht eher der Tiroler Raphael Haaser werden dann auch wohl in der Abfahrt am 7. Februar starten.
McGrath führt nach erstem Schladming-Durchgang – Gstrein Zehnter
Enttäuschung in Schladming: Schwarz will Fokus auf Olympia legen
Nach zwei Tagen Pause möchte der Allrounder am Wochenende in Bad Kleinkirchheim wieder trainieren. „Das hat mir oft sehr gut getan, wie man vor Alta Badia gesehen hat“, sprach er seinen Riesentorlauf-Sieg vor Weihnachten an. „Ich werde schauen, dass ich wieder in Schwung komme und dann fit nach Bormio anreisen und schauen, dass ich da in Höchstform bin. Bei Olympia sind Tagesrennen und ich werde alles reinhauen, dass ich da eine gute Leistung abrufe. Im Riesentorlauf und auch im Super-G, wenn ich meine Sachen beieinander habe, ist schon einiges drinnen.“
Schwarz wollte über die wie am Vortag im Riesentorlauf schwierigen Bedingungen erneut nicht jammern, räumte aber ein, dass es „brutal knackig und schon sehr, sehr extrem“ sei. Es sei aber fahrbar. Matt gab an, dass es schwierig sei, die Skier auf Zug zu bringen. „Das ist mir nicht gelungen. Das in der Steilheit mit dem Untergrund macht es schwieriger. Im Training simulierst du das gar nicht. Es war schon in Kitzbühel nicht gut, hier nun war es ein bisschen glatter.“ Auch in der Gamsstadt hatte er als 31. Lauf zwei verpasst. Die Top 15 in der Olympia-Startliste sind für ihn damit dahin.
„Einfach schlecht“, kommentierte der Tiroler seine Leistung. Die Kehrtwende will er nun auf seine Art schaffen. „Ich werde es machen wie die letzten Jahre: ein bisschen eine Pause, dann zwei, drei Trainingstage maximal, dass ich richtig frisch hinkomme.“ Wichtig zum Kennenlernen des Geländes sei, dass er schon im Kombibewerb die Möglichkeit erhalte, auf dem Slalom-Hang zu fahren. Der 32-Jährige wird im Slalom seinen einzigen Olympia-Einsatz in Mailand/Cortina haben, außer ihm und Schwarz werden Manuel Feller und Fabio Gstrein für das ÖOC-Aufgebot fahren.
(APA) / Bild: Imago
