Frust bei Titelkandidat Dortmund nach Patzer gegen Bremen

Die Freude an seinem neuen Job ist Edin Terzic binnen weniger Minuten gründlich vergangen. „Wie wir uns nach der 88. Minute drei Tore fangen, ist brutal dämlich und brutal ärgerlich“, klagte der BVB-Coach nach dem 2:3 seiner Borussia gegen Werder Bremen am Samstag. Die Art und Weise, wie sein Team das scheinbar sichere 2:0 leichtfertig verspielte, war eines Titelaspiranten unwürdig. „Trotz schwacher Leistung musst du bei 2:0-Führung das Spiel gewinnen“, befand Terzic.

Nach Toren von Julian Brandt (45.+2) und Raphael Guerreiro (77.) schien das Happy End und die Tabellenführung zum Greifen nahe. Die schmeichelhafte Führung tröstete alle Beteiligten darüber hinweg, dass – wie schon zuvor bei den Siegen über Bayer Leverkusen (1:0) und Freiburg (3:1) – erneut viele spielerische Wünsche offen geblieben waren.

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Dass der BVB danach als erstes Team in der langen Bundesliga-Historie drei Treffer von der 89. Minute an kassierte, war BVB-Kapitän Marco Reus sichtlich peinlich: „Das ist für uns alle jetzt natürlich ein Schock. In der Art und Weise darf uns das nicht passieren. Nicht nur bei den Fans war der Frust groß, bei uns auch. Wir müssen darüber reden, das werden wir.“

Redebedarf gibt es auch bei zwei anderen deutschen Schwergewichten, die mit großen Hoffnungen in die Saison gegangen waren. Leverkusen steht nach der besten Rückrunde der Vereinsgeschichte und einer starken Vorbereitung nach drei Spielen mit null Punkten am Tabellenende. Vier Niederlagen in vier Pflichtspielen (inklusive Cup) – so schlimm ist der Club seit dem Aufstieg 1979 noch nie gestartet. Zudem hat die für ihren Offensivfußball bekannte Werkself mit einem Tor weniger Treffer erzielt als alle 17 Konkurrenten.

„Das ist ein schwieriger Moment für uns alle als Club, so wie auch für mich“, gestand Trainer Gerardo Seoane nach dem 0:3 gegen Hoffenheim. Doch die Aufarbeitung fällt schwer. Dass die Krise so unverhofft kam, „macht es natürlich ein bisschen schwieriger, den Turnaround zu schaffen“, gestand Verteidiger Jonathan Tah. „Wir müssen uns alle an die eigene Nase fassen.“

Immerhin zwei Punkte hat RB Leipzig auf dem Konto, nichtsdestotrotz viel zu wenig für die Ansprüche bei den Sachsen. „Ich will ja nicht sagen, dass harte Zeiten auf uns zukommen, aber ich glaube, wir müssen dringend mal ein Spiel gewinnen“, forderte DFB-Teamspieler Timo Werner nach dem 1:2 bei Union Berlin. „Im Endeffekt war es ja ein beschissener Start“, gab der 26-Jährige in seiner Analyse die Wortwahl von Geschäftsführer Oliver Mintzlaff wieder.

Trainer Domenico Tedesco wollte auf die Kommunikation mit Mintzlaff nicht eingehen. „Ich wurde in allen Interviews danach befragt, es ist bei uns kein Thema, es wird versucht, fokussiert zu arbeiten. Das schaffen wir auch nächste Woche“, versprach er. Abwehrchef Willi Orban deutete Fitness-Defizite an, die man auch als interne Kritik auffassen konnte: „Man sieht, dass einige noch nicht auf dem Top-Level sind, da fehlen ein paar Prozent und dann reicht es eben nicht, gerade gegen physisch gute Mannschaften.“ Die Stimmung bei RB ist also zumindest gereizt.

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(APA) / Bild: Imago