„Fühlt sich nicht wie ein Sieg an“ – Die Reaktionen zu Irland gegen Österreich
Österreichs Fußball-Nationalmannschaft hat in der Nations League auswärts gegen Irland nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 erkämpft und damit die Tabellenführung in Gruppe 3 der Liga B verteidigt.
Die „Joker“ Alexander Prass (71.) und Michael Gregoritsch (77.) egalisierten am Donnerstag vor 45.784 Fans in Dublin die Führung der Auswahl von der Grünen Insel durch Troy Parrott (12., 45./Elfmeter). Weiter geht es für das ÖFB-Team am Sonntag in Prishtina gegen den Kosovo.
Das sind die ersten Reaktionen nach dem Spiel.
Ralf Rangnick (ÖFB-Teamchef/via ORF): „Es waren zwei grundverschiedene Hälften. In der ersten hatten wir in allen Bereichen das Nachsehen, zu wenig Energie auf dem Platz und haben zu wenige zweite Bälle gewonnen. Beim ersten Gegentor haben wir uns alles andere als gut angestellt. Die Reaktion in der zweiten Hälfte, vor allem in der letzten halben Stunde war richtig gut, am Schluss waren wir dem Sieg näher. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit der ersten Hälfte nicht. Prass war ein belebendes Element, auch wenn nicht alle seine Flanken gekommen sind. Mit zunehmender Spielzeit haben wir Zugriff bekommen. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Iren in den letzten zehn Minuten aus dem letzten Loch gepfiffen haben. Spätestens nach unserem ersten Tor hatte ich das Gefühl, dass sich das Pendel immer mehr in unsere Richtung bewegt. Wenn man das gesamte Spiel betrachtet, ist das Ergebnis in Ordnung. Jetzt müssen wir schauen, dass wir in Prishtina zumindest nicht verlieren und nicht mehr so eine Hälfte spielen wie hier in der ersten Hälfte.“
Xaver Schlager (ÖFB-Teamkapitän/via ORF): „Es fühlt sich nicht wie ein Sieg an, wir hatten am Schluss noch die besseren Chancen. Aber von der Moral her war es ein wichtiger Punkt. Ich kann mich nicht an viele Nationalteamspiele erinnern, in denen wir ein 0:2 aufgeholt haben. Unsere erste Hälfte war nicht gut, aber man hat gesehen, es ist ein ganz anderes Spiel auf der Insel. Dass wir so zurückkommen gegen einen brutal tiefstehenden Gegner, der nur verteidigen und Bälle wegschießen will, ist schon brutal stark.“
Prass: „Ein sehr schönes Gefühl“
Patrick Wimmer (ÖFB-Teamspieler/via ORF): „Wir haben in der ersten Hälfte gegen das körperbetonte Spiel der Iren nicht dagegenhalten können, aber dann haben wir die richtige Reaktion gezeigt. Das Unentschieden ist absolut verdient, vielleicht wäre noch mehr drin gewesen.“
Alexander Prass (ÖFB-Torschütze/via ORF): „Das Tor war ein sehr schönes Gefühl, das sind Sachen, von denen man träumt. Wir sind nicht ganz happy mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, aber wir haben in der zweiten Hälfte gute Moral bewiesen. Die Iren waren am Anfang immer einen Schritt schneller und härter in den Duellen. In der Halbzeit haben wir uns zusammengerauft, viel vorgenommen und das Resultat zeigt, dass die Mannschaft immer an sich glaubt. In diesem Stadion ist es nicht einfach, dass du was holst, wenn du 0:2 hinten bist.“
„Ein bisschen dieses Heavy Metal zu spielen“
Michael Gregoritsch (ÖFB-Torschütze/via ORF): „Beim Tor habe ich mich ein bisschen gespielt mit dem Tormann. Ich habe gedacht, mit einem Schritt Anlauf denkt er nicht, dass ich ins Tormanneck schieße. Dass er so früh rübergeht, war schon ein Glück. Bei meiner Chance habe ich den Ball leider nicht flach genug gekriegt. Wir haben lange gebraucht, bis wir im Spiel waren und sind von den Iren ein bisschen überrumpelt worden. Es hat aber in der zweiten Hälfte Spaß gemacht, auf dem Platz zu sein und ein bisschen dieses Heavy Metal zu spielen. Wir sind zufrieden, dass wir den Punkt mitgenommen haben, natürlich mit dem Wissen, dass wir drei hätten machen können.“
Heimir Hallgrimsson (Irland-Teamchef/via ORF): „Wir sind enttäuscht, es war ein Zwei-Tore-Vorsprung. Auf der anderen Seite war es eine sehr gute erste Hälfte von uns. Wir waren besser als sie in der ersten Hälfte, sie waren besser als wir in der zweiten. Es ist ein physisch starker Gegner, der hart arbeitet. Wir haben gewusst, dass es Energie kosten wird. Wir haben gewusst, dass sie jedem Pass von uns nachjagen mit hohem Pressing. Es sind gemischte Gefühle, aber ich glaube, die Burschen haben eine gute Leistung gezeigt. Wir haben gewusst, dass es ein schwieriges Fenster ist mit vier Spielen, vielen Reisen und allem rundherum. Das Tor von Parrott wird man sich noch jahrelang anschauen. Es ist magisch für den irischen Fußball, ihn im grünen Dress zu haben.“
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