A man takes a photograph of Scuderia Ferrari's supporters as they hold a banner that reads, "Keep fighting Schumi " referring to former F1 legend Michael Schumacher, severely injured in December 2013 in a skiing accident in France, at the Autodromo Nazionale circuit in Monza on September 4, 2014 ahead of the Italian Formula One Grand Prix on September 7. AFP PHOTO / GIUSEPPE CACACE        (Photo credit should read GIUSEPPE CACACE/AFP/Getty Images)

Fünf Jahre nach dem Unfall: Das heikle Rätseln um Schumachers Zustand

von Martin Wallentich

Auch fünf Jahre nach dem folgenschweren Skiunfall von Michael Schumacher geht das öffentliche Rätseln um seinen Gesundheitszustand unverändert weiter.

Der 29. Dezember 2013 sollte das Leben des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters für immer verändern. Beim Skifahren im französischen Meribel prallte Schumacher knapp neben der gekennzeichneten Piste gegen einen Felsen. Beim Sturz schlug er mit dem Kopf auf, sein Helm brach dabei.

Ansprechbar, aber verwirrt wurde der damals 44-Jährige erstversorgt und geborgen. In der Universitätsklinik von Grenoble folgte die erste Operation, nach dem medialen Bekanntwerden des Unfalls sprach ein Mediziner des Ärzteteams von einem „außerordentlich ernsten“ Zustand des prominenten Opfers. Schumacher schwebte in Lebensgefahr und blieb bis Ende Jänner 2014 in künstlichem Koma.

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Im Sommer desselben Jahres kehrte Schumacher in seinen Wohnsitz im Schweizer Ort Gland zurück, an den spärlichen Informationen für die Öffentlichkeit hat sich seitdem wenig geändert.

Der deutsche Langzeit-Champion wird bewusst von seiner Familie sowie seinem Management abgeschirmt. Langjährige Wegbegleiter wie sein Ferrari-Teamkollege Felipe Massa oder der ehemalige Scuderia-Teamchef Jean Todt besuchten Schumacher persönlich und betonten dabei die Wichtigkeit der Privatsphäre des nun 49-Jährigen.

Dabei nahm das Interesse am Zustand Schumachers mehr als grenzwertige Formen an: Ein Journalist verkleidete sich als Priester, ein anderer gab sich als Schumachers Vater aus, um sich Zugang zum Zimmer des Verunglückten im Krankenhaus von Grenoble zu verschaffen. Managerin Sabine Kehm sprach in diesem Zusammenhang von einem „regelrechten Jagdfieber“.

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Auf der anderen Seite führt das Mitgefühl von Seiten seiner Fans zu Mitleidsbekundungen und Initiativen: Hashtags wie #KeepFighting und #TeamMichael führen laut Kommunikationsexperten Stephan Weichert zu einem positiven „Vergemeinschaftungsprozess“ als „Art von Verarbeitung, weil es sonst keine andere Art gibt, sich zu informieren“.

Nicht zuletzt verstärken auch die jüngsten Erfolge von Schumachers Sohn Mick die dauerhafte Präsenz des Namens im internationalen Motorsport. Der 19-Jährige wird in der kommenden Saison in der Formel-2-Meisterschaft an den Start gehen – und Spekulationen über den Status seines Vaters wie gehabt ausweichen.

Beitragsbild: GettyImages.