Fünf Kuriositäten zum WM-Eröffnungsspiel
Das Eröffnungsspiel der WM 2022 zwischen Gastgeber Katar und Ecuador (0:2) brachte gleich mehrere Kuriositäten mit sich.
DIE ANREISE
Al-Khor liegt 50 Kilometer nördlich von Doha, mitten in der Wüste. Eine Straße führt dorthin, und weil öffentlich darum gebeten wurde, nach Möglichkeit mit dem Auto anzureisen, war es: extrem voll. Lange Staus bildeten sich, und dass die vielen Autos und Busse einen Kreisverkehr passieren oder wenden mussten, minderte das Verkehrschaos nicht unbedingt. Hektische Polizisten mit Trillerpfeifen versuchten, das Chaos zu organisieren. Derweil standen einige weitere Ordnungskräfte auf berittenen Kamelen Spalier, es soll hier ja schließlich das Märchen von tausendundeiner Nacht vermittelt werden.
DIE EHRENTRIBÜNE
Gianni Infantino hatte in seiner skurrilen Rede am Samstag dem Westen eine Doppelmoral unterstellt, nun nahm der FIFA-Präsident glücklich zwischen Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani und dem umstrittenen saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman Platz. An ihrer Seite winkte Infantino fröhlich ins Publikum. Kurz vor Anstoß richtete er noch ein „Lasst die Show beginnen!“ an die Fans.
DIE ZUSCHAUER
Anfangs war die Stimmung prächtig. Der Emir wurde mit tosendem Applaus begrüßt, die Eröffnungsfeier mit ihrer farbenprächtigen Lichtshow begeisterte. Doch nach dem Anpfiff folgte aufgrund der Unterlegenheit der katarischen Mannschaft schnell Ernüchterung. Die Zuschauer verließen schon zu Beginn der zweiten Halbzeit in Scharen das Stadion, am Ende war es fast leer. Einzig ein kleiner Block katarischer Anhänger mit roten Shirts sang und trommelte bis zum Schluss, auf der Gegenseite feierten die Fans aus Ecuador ihre Mannschaft und sich selbst. Dass die FIFA 67.732 Zuschauer als offizielle Zuschauerzahl angab, passte ins Bild: Das Stadion fasst nämlich nur 60.000.
https://www.skysportaustria.at/leere-raenge-beim-wm-auftakt-fans-in-katar-verlassen-stadion-frueh/
DIE GASTARBEITER
Das Al-Bayt-Stadion wurde eigens für die WM aus den Boden gestampft, über die schlechten Bedingungen für die zahlreichen Gastarbeiter in Katar wird seit Jahren berichtet. Nun erhoben beim Eröffnungsspiel rund 200 Arbeitsmigranten schwerwiegende Anschuldigungen: Die Gruppe, die für Verkaufsstände eingeplant wurde, musste laut Angaben der New York Times früh am Morgen am Stadion eintreffen und dann über sieben Stunden ohne Essen, Wasser und sanitäre Einrichtung auf ihren Einsatz warten.
DAS FANFEST
Die Macher hatten die Vision eines friedlichen und fröhlichen Miteinanders auf dem Fanfest im Herzen der Hauptstadt Doha, die Realität aber sah anders aus. Aufgrund des massiven Andrangs kam es laut Medienberichten zu „Rangeleien und Schubsereien“ zwischen Polizisten und Fans. Für Fans gibt es im Al-Bidda-Park zudem alkoholhaltiges Bier zu kaufen, anders als in den Stadien.
(SID)
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