Für Schumacher: Hamilton will Heimsieg in Monza

In Monza steht für Ferrari das wichtigste Rennen des Jahres an(live auf Sky – streame mit Sky X!), Lewis Hamilton will sich dort einen Traum erfüllen. Die Chancen waren schon schlechter.

Manches sieht heute noch genau so aus wie damals, im Königlichen Park von Monza. Durch den Wald geht es zur Rennstrecke, ein graues Asphaltband mitten im Grün. 1996 wurde Michael Schumacher hier zum ersten Mal von einem roten Meer aus Tifosi als Heim-Sieger gefeiert – und fast auf den Tag genau 30 Jahre später möchte Lewis Hamilton daran nun gerne anknüpfen.

„Wohin man an der Strecke auch blickt, alles ist Ferrari“, sagte Hamilton, der Engländer kennt die Bilder von den Triumphen der Scuderia in Monza: „So weit das Auge reicht“ sei alles rot. „Ich werde so hart arbeiten, wie ich nur kann, um eines Tages ganz oben auf diesem Podium zu stehen. Das ist mein Traum.“

Denn zwar hat Hamilton auf der Hochgeschwindigkeits-Strecke schon häufig gewonnen, fünfmal sogar. Allerdings immer als „Feind“, immer im McLaren oder im Mercedes. Am Sonntag (15.00 Uhr, live auf Sky) soll sich das ändern, passenderweise im Zeichen Michael Schumachers: Mit einer Sonderlackierung, speziellen Rennanzügen und Schumachers Logo auf den Autos ehrt die Scuderia den deutschen Rekordweltmeister, erinnert an dessen erste Saison im Ferrari und den ersten Heimsieg.

Schumachers „unermüdliches Streben nach Perfektion, sein Blick fürs Detail, seine Disziplin und seine Fähigkeit, ein echter Teamplayer zu sein“ hätten damals „eine Kultur“ geschaffen, die das Team bis heute präge. An die Erfolge der Ära Schumacher (1996 bis 2006) knüpfte die Scuderia allerdings nie wieder an.

Lange Ferrari-Durststrecke ohne Titel

Ein WM-Titel durch Kimi Räikkönen kam seither hinzu, der liegt aber auch schon 19 Jahre zurück. Jede Saison begann seither mit großen Hoffnungen und endete allzu oft enttäuschend, das droht auch im Jahr 2026 weiterhin. Noch ist es allerdings nicht zu spät für einen wundersamen Endspurt, und die Chancen stehen durchaus besser als in anderen Jahren.

Über die gesamte Saison hinweg ist Ferrari der stärkste Gegner für Mercedes, das in Kimi Antonelli den WM-Spitzenreiter stellt. Hamilton ist Zweiter mit 59 Punkten Rückstand, der SF-26 hat das wohl beste Chassis im Feld, die Aerodynamik ist effizient, die Updates funktionieren. Schwachstelle ist bislang vor allem der Antrieb.

Und genau hier könnte sich in Monza etwas ändern. Denn die Regeln erlauben den schwächer motorisierten Teams im Laufe der Saison Anpassungen am Verbrenner, Hamilton und Teamkollege Charles Leclerc bekommen pünktlich zum Heimspiel nun den überarbeiteten Motor. Zwei Zehntelsekunden, so wird gemutmaßt, soll der in Monza pro Runde bringen, das könnte aus dem ohnehin starken Ferrari ein Siegerauto machen.

Bislang ist das nicht mehr als ein Hoffnungsschimmer, Antworten gibt es ab Freitag, wenn die Autos erstmals auf die Strecke gehen. Mut macht Ferrari aber ein weiterer Umstand: Antonelli sitzt ausgerechnet bei seinem Heimspiel eine Motorenstrafe ab, er wird in seinem Mercedes weit hinten starten.

Zuletzt war zwar auch McLaren mit Weltmeister Lando Norris stark unterwegs, die Chancen waren aber schon mal schlechter für Ferrari – und für den Traum von Lewis Hamilton.

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