Für Stecher zählt Nationencup wie Olympiasieg
Sechs Einzel-Weltcupsiege durch Stefan Kraft (4), Jan Hörl (1), Daniel Huber (1) sowie drei Triumphe bei Teambewerben, der Gewinn des Nationencups und Olympia-Team-Gold sowie -Silber durch Manuel Fettner: Österreichs Saisonbilanz bei den Männern kann sich sehen lassen. Das sieht auch der Sportliche Leiter im ÖSV für Skispringen und Nordische Kombination, Mario Stecher, so. Der Gewinn des Nationencups bedeutet für den Ex-Kombinierer soviel wie Gold in Peking.
„Wenn man sich auf die Herren bezieht, dann muss man schon sehr zufrieden sein. Wir haben viel erreicht im heurigen Jahr, sind Olympiasieger geworden, haben sehr viele einzelne Springer ganz oben auf dem Podest gehabt. Ich glaube, dass man da schon sieht, dass wirklich viel weitergegangen ist“, resümierte Stecher am Sonntag in Planica im ORF-Interview.
Der letztlich noch knapp gewonnene Nationencup – erstmals nach acht Jahren Pause – sei enorm wichtig, so Stecher. „Für die gesamte Trainerschaft, die übers Jahr hingesehen auf so etwas hinarbeitet. Ich würde das von der Höhe her ähnlich setzen wie einen Olympiasieg. Man sieht über eine gesamte Saison, dass man als Team sehr stark war. Das zusammen mit dem Olympiasieg auf eine Höhe zu stellen, wäre schon gerecht.“
Auch im Nachwuchs gehe die Entwicklung „ganz klar“ nach oben. „Wir haben jetzt bei den Junioren viele junge Leute, die das Potenzial für ganz vorne haben. Wir haben einige Teamspringen wirklich auch mit verschiedensten Besetzungen gewonnen.“ Stecher fürchtet sich nicht vor der Qual der Wahl. „Zu viele können es nie sein, das ist ja unser Ziel.“
Ein anderes Thema sind Gerüchte, wonach immer wieder Lücken im Regulativ gefunden werden, so sollen Athleten diese Saison mit zu breiten Ski angetreten sein. „Solange wir im Skispringen immer noch mit Maßband messen, also mit Messmethoden arbeiten, die schon seit 20, 30 Jahren ausgedient haben sollten, wird es diese Probleme in der genauen Messung geben“, erklärte Stecher. Er forderte die FIS auf, dies „wirklich schleunigst in Angriff“ zu nehmen.
Zwar sei auch Fingerspitzengefühl gefragt, da man die Fortschritte in der Entwicklung nicht bremsen dürfe. „Wenn jemand innerhalb einer neuen Saison neue Sachen daherbringt, dann ist das eine Weiterentwicklung, die es für eine Nation sehr positiv macht.“ Würden andere Teams dies verschlafen, schaue dies schlecht aus. „Genau solche Sachen sollte man im Regulativ genauer niederschreiben.“
Während nun auch die Skisprung-Männer die lange Wintersaison als letzte große Sparte beendet haben, liegt der Gesamt-Weltcupsieg von Sara Marita Kramer schon knapp zwei Wochen zurück. Am Ende, so Stecher, hätten bei Kramer, die auch mit einigen Rückschlägen zu kämpfen hatte, die Höhen überwogen. „Sara hat von Anfang weg enorm gute Sprünge gezeigt. Es hat sich bezahlt gemacht, dass sie so strukturiert an ihrer Form arbeitet – es ist einfach schön, ihr zuzuschauen. Und als Damenteam sind wir immer noch extrem stark, zusammen mit den Sloweninnen.“
In Sachen Zukunft der Trainer geht Stecher davon aus, dass bei den Männern „definitiv mit dem gleichen Team“ weitergearbeitet wird. „Auch im Damen-Springen schaut es sehr gut aus, dass wir diese Richtung weitergehen können.“
(APA)
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