Fußball: Rapid will nach Aufstieg auch Gruppensieg perfekt machen

via Sky Sport News HD
Castellon (APA) – Rapid hat den ersten Matchball im Kampf um den Sechzehntelfinal-Aufstieg in der Fußball-Europa-League genützt. Im Duell beim spanischen Topclub Villarreal am Donnerstag (21.05 Uhr; ab 20:30 Uhr live auf Sky Sport Austria HD) können die Wiener nun auch den Gruppensieg vorzeitig fixieren. Mit einem Remis im Estadio El Madrigal wäre die Barisic-Truppe in Pool E vor dem letzten Spiel nicht mehr von Platz eins zu verdrängen.

Die Rapidler stiegen mit einem guten Gefühl und viel Selbstvertrauen am Mittwoch ins Flugzeug. Der 6:1-Kantersieg in Mattersburg samt Galavorstellung vor der Pause mit fünf Toren haben viel Auftrieb gegeben. “Wir fliegen nicht hin, um uns nur die Stadt anzuschauen, sondern wollen schon etwas mitnehmen”, gab Florian Kainz die Marschroute vor. Der Neo-ÖFB-Teamspieler ist eine absolute Konstante im Rapid-Spiel und aktuell in Topform. Der Tabellenvierte der Primera Division soll das zu spüren bekommen.

Villarreal wird aber ziemlich sicher nicht so auftreten wie die Burgenländer im Pappelstadion, zu erwarten ist eine völlig andere Partie. Den Auftritt des Champions-League-Halbfinalisten von 2006 in Wien im ersten direkten Duell darf man nicht überbewerten, da hatte Coach Marcelino kräftig durchrotiert und prompt eine 1:2-Niederlage kassiert. “Das Hinspiel ist gar kein Gradmesser, Villarreal ist extrem heimstark”, weiß Trainer Zoran Barisic.

Seine Elf sei daher klarer Außenseiter. “Wir treffen auf einen ganz starken Gegner, der unbedingt Erster werden will. Sie sind absoluter Favorit”, sagte der Coach der Wiener. Dem konnte auch Mario Sonnleitner nur zustimmen. “Villarreal ist eine spanische Spitzenmannschaft mit sehr viel Qualität. Dadurch, dass wir das Heimspiel gewonnen haben, wollen sie sich sicher rächen und zeigen, dass sie die Nummer eins in der Gruppe sind”, vermutete Rapids Abwehrchef.

Die Hütteldorfer wollen aber dafür sorgen, dass sie weiter von der Spitze lachen, ins Spiel gehen sie mit einem Drei-Punkte-Polster. “Wir müssen kompakt sein im Defensivspiel, Zweikämpfe und zweite Bälle gewinnen und uns vor allem auch trauen, in die Offensive zu gehen und Fußball zu spielen”, gab Barisic die Marschroute vor. Nicht mithelfen können neben den verletzten Thomas Schrammel und Andreas Kuen auch die angeschlagenen Louis Schaub und Philipp Huspek. Der Einsatz von Thanos Petsos ist fraglich.

Die Spanier ließen dem Rapidspiel drei Siege folgen und sind nun ebenfalls auf Kurs Richtung Aufstieg. Ein Punkt gegen Rapid würde das Weiterkommen sichern. Um zumindest den zu holen, wird Villarreals Trainer im 25.000 Zuschauer fassenden Heimstadion wohl auf seine stärkste Formation setzen. Im El Madrigal hat seine Elf in den jüngsten acht Europacup-Gruppenspielen sieben Siege und ein Remis geholt.

Die von 1.700 Anhängern begleiteten Rapidler haben eine andere Serie zu verteidigen. Nach vier Siegen aus vier Spielen sind sie in der Europa League als einziges Team neben Napoli noch makellos. “Es wird nicht einfach, aber wir wollen unsere weiße Weste unbedingt behalten”, sagte Kapitän Steffen Hofmann.

Sollten die Wiener ihre Erfolgsserie im Gruppenfinish fortsetzen und alle sechs Partien gewinnen, was bisher erst sechsmal (zweimal Salzburg) geschafft wurde, hätte das mehrere positive Auswirkungen. Zu den bereits eingespielten 7,34 Millionen Euro kämen weitere 720.000 Euro an Prämien hinzu, zudem hätte Österreich in der Saison 2017/18 aller Voraussicht nach wieder fünf Plätze im Europacup.

Der Gruppensieg hätte für die Auslosung große Bedeutung, bleiben einem dann doch übrigen Gruppensieger sowie die vier besten Champions-League-Umsteiger erspart. “Es ist jetzt unser Ziel, Gruppensieger zu werden, dann ist die Ausgangsposition besser, um im Sechzehntelfinale auch noch weiterzukommen”, ist sich Sonnleitner bewusst.

Ein Sieg gegen Villarreal wäre der erste in Spanien im Europacup überhaupt in der sechsten Partie und das ausgerechnet in Rapids 250. UEFA-Bewerbspiel. Der äußerst turbulente Landeanflug in Castellon aufgrund des starken Windes am Mittwochmittag ist hoffentlich kein schlechtes Omen.