Disziplinmangel im Abstiegskampf? So schadet sich der GAK selbst

Erschwert sich der GAK im Abstiegskampf mit Disziplinlosigkeiten selbst das Leben?

Statistisch gesehen sind die Steirer das unfairste Team der ADMIRAL Bundesliga. Mit 70 Gelben Karten, fünf Gelb-Roten Karten und drei direkten Ausschlüssen nach 23 Runden liegt der GAK in der Fairnesstabelle auf dem letzten Rang. Doch wie sehr fielen die Platzverweise in der bisherigen Saison ins Gewicht?

Elsneg: „Haben bei einem Spieler die Konsequenzen ziehen müssen“

Sportchef Dieter Elsneg nahm seine Spieler bei „Talk und Tore“ zumindest teilweise in Schutz: „Die Frage ist, wie oft kommt das beim jeweilig einzelnen Spieler vor. Wenn es das zweite oder dritte Mal vorkommt, muss man sich natürlich überlegen, welche Konsequenzen man daraus zieht.“

Bei einem Akteur zog der Verein bereits im Winter einen Schlussstrich. Verteidiger Michael Lang, der im Herbst u.a. mit einem unglücklichen Eigentor sowie einer Gelb-Roten Karte auffiel, wurde Anfang Februar leihweise an die KSV 1919 in die 2. Liga abgegeben.

Elsneg über Schiestl-Disziplinlosigkeit: „Werden das besprechen“

Den jüngsten Ausschluss kassierte Mittelfeldspieler Thomas Schiestl in der 23. Runde gegen die WSG Tirol (0:0). Nach dem Schlusspfiff leistete sich Schiestl ein kurzes Wortgefecht mit David Jaunegg und griff sich demonstrativ in den eigenen Schritt. Dafür sah der 22-Jährige die Rote Karte und wird dem GAK mindestens eine Partie fehlen.

Schiestl sieht nach Fehlverhalten die Rote Karte

Elsneg kommentierte diese Situation folgendermaßen: „Wir werden das natürlich besprechen. Grundsätzlich ist diese Situation nicht im Sinne unserer Überzeugung. Aber man kann ihn (Anm. d. Red. Thomas Schiestl) als sehr seriösen Burschen einschätzen und das wird ihm nicht mehr passieren.“

Im Großen und Ganzen ist der sportliche Leiter des GAK kein Fan von harten Bestrafungen wegen eines Fehlverhaltens. „Wenn es einmal vorkommt und die Spieler daraus lernen, bin ich dafür, dass man einem Spieler eine zweite Chance gibt“, so Elsneg.

Acht Platzverweise: So schadet sich der GAK selbst

Sky hat die acht Platzverweise des GAK etwas genauer unter die Lupe genommen. Auffällig ist, dass die Kartenflut der Grazer erst in der 9. Runde gegen die Wiener Austria so richtig begann.

Die Ausschlüsse des GAK im Überblick:

  • 9. Runde: Austria Wien – GAK 2:1 | Gelb-Rote Karte (Meckern): Petar Filipovic (90. +8)
  • 14. Runde: Blau-Weiß Linz – GAK 1:2 | Rote Karte (grobes Foulspiel): Milos Jovicic (60.)
  • 15. Runde: GAK – Wolfsberger AC 3:4 | Rote Karte (grobes Foulspiel): Marco Perchtold (27.)
  • 15. Runde: GAK – Wolfsberger AC 3:4 | Gelb-Rote Karte (Meckern): Petar Filipovic (89.)
  • 16. Runde: GAK – TSV Hartberg 0:3 | Gelb-Rote Karte (Meckern): Michael Lang (90. + 5)
  • 19. Runde: Austria Klagenfurt –  GAK 4:2 | Gelb-Rote Karte (wiederholtes Foulspiel): Thorsten Schriebl (90. + 2)
  • 21. Runde: GAK – Sturm Graz 1:2 | Gelb-Rote Karte (Trikot ausziehen & Foulspiel): Marco Perchtold (88.)
  • 23. Runde: GAK – WSG Tirol | Rote Karte (Beleidigung): Thomas Schiestl (90. + 5)

Ex-Trainer Rene Poms sah beim Grazer Derby gegen Sturm in der 21. Runde neben Kapitän Marco Perchtold ebenfalls die Rote Karte (88.).

„Talk und Tore“ mit Rouven Schröder, Dieter Elsneg und Alfred Tatar

Vermeidbare Platzverweise lösen Kettenreaktion aus

Auffällig ist bei dieser Übersicht, dass sich der GAK in der bisherigen Spielzeit vermehrt zu Disziplinlosigkeiten in der Nachspielzeit hinreißen ließ. Zudem leisteteten sich erfahrene Spieler wie Marco Perchtold (36) und Petar Filipovic (34) vermeidbare Aussetzer. In weiterer Konsequenz führte diese Fahrlässigkeit zu unnötigen Sperren, die den Mannschaftserfolg sehr wohl beeinflussen können. In diesem Zusammenhang sind auch Gelbe Karten ein Faktor.

Insgesamt verpassten neun Spieler ein oder mehrere Partien aufgrund von Sperren: Milos Jovicic (2 Spiele), Marco Perchtold (2 Spiele), Petar Filipovic (2 Spiele), Benjamin Rosenberger (1 Spiel), Thorsten Schriebl (1 Spiel), Christian Lichtenberger (1 Spiel), Michael Lang (1 Spiel), Daniel Maderner (1 Spiel – in der bevorstehenden 24. Runde) und Thomas Schiestl (mindestens 1 Spiel – in der bevorstehenden 24. Runde).

Vier weitere Spieler könnten diese Liste bald verlängern: László Kleinheisler, Jacob Italiano und Tio Cipot sind mit jeweils vier Gelben Karten nur eine Verwarnung von einer Gelbsperre entfernt. Lukas Graf, Dennis Dressel, Marco Gantschnig, Murat Satin, Antonio Tivkic und Sadik Fofana stehen bei drei Gelben Karten.

In der Tabelle liegen die Roten nach 23. Runden in der Qualigruppe auf dem vorletzten Platz, einen Punkt vor Schlusslicht Altach. Ein Hauch mehr Disziplin würde im Abstiegskampf wohl nicht schaden…

Werbung

Beitragsbild: GEPA