Gasser sagte am Kreischberg „tschüss“
Doppel-Olympiasiegerin Anna Gasser hat am Samstag Abschied genommen. Zum wohl letzten Mal in ihrer schillernden Karriere bestritt die Snowboarderin einen Heim-Weltcup im Big Air, standesgemäß beendete sie den Kreischberg-Bewerb als Siegerin. Das steirische Freestyle-Mekka hält den Event im Zweijahres-Rhythmus ab, das nächste Mal in der Saison 2026/27. Dann wird Gasser nach Olympia ihre Karriere schon beendet haben. Mit Hanna Karrer gibt es aber schon eine Nachfolgerin.
Die noch 16-Jährige beeindruckte in ihrem ersten Weltcup-Finale mit Rang sechs. „Ich habe mich riesig mitgefreut mit ihr. Wäre sie den letzten Sprung gestanden – wenn man groß träumen darf -, dann wären wir vielleicht gemeinsam auf dem Podium gestanden“, meinte Gasser über die vorjährige Slopestyle-Siegerin bei den Olympischen Jugendspielen. „Aber sie ist noch so jung, sie hat noch so viele Weltcups vor sich. Heute mit Hanna (im Finale, Anm.) zu springen, war richtig cool. Wenn sie dann in zwei Jahren wieder da steht, werde ich sie coachen und dann wird es passen.“
Dieses Mal aber fand Gasser für sich das perfekte Kreischberg-Szenario. „Es war umso schöner, dass ich ganz oben stehen und so noch einmal tschüss sagen kann zu den österreichischen Zuschauern“, meinte die 33-Jährige nach ihrem 13. Weltcupsieg. „Es ist extra speziell, weil es wahrscheinlich mein letzter Big-Air-Heim-Weltcup gewesen ist, weil ich ja nach Olympia meine Karriere beende. Das war schon im Hinterkopf.“ Sie ist nun die älteste Weltcupsiegerin im Freestyle-Weltcup der Snowboarder und auch sonst niemand hat nun so viele Big-Air-Weltcupsiege wie sie.
„Strategisch ist alles aufgegangen“
Eine Woche davor in Klagenfurt habe sie sich über Platz fünf doch geärgert, nun aber mit dem schwierigsten, eher neuen Sprung im ersten Versuch riskiert. Da kamen die anderen nicht mehr heran. Gasser: „Strategisch ist alles aufgegangen.“ Es sei eine schöne Weltcup-Geschichte am Kreischberg. „Immer am Podium, immer vorne dabei, immer eine gute Zeit da – einfach perfekt. Ich verbinde mit dem Kreischberg so viele schöne Erinnerungen.“ Einmal aber noch sollte sie vor heimischer Kulisse im Weltcup starten, nämlich im März beim Slopestyle im Absolut Park in Flachauwinkl.
Karrer zeigte sich „sehr stolz“ auf ihr Ergebnis. „Einen sechsten Platz hätte ich mir nie erträumt.“ Das Selbstvertrauen stimme nun bei ihr. „Für den Anfang reicht mir das auf jeden Fall, aber ich will weiter hoch. Das werde ich euch noch zeigen“, erklärte die Steirerin im ORF. Schon diesmal sei ein Podestplatz vielleicht möglich gewesen. „Vielleicht waren das aber die Gedanken zu viel am Start.“ Karrer eifert Gasser nach und sie möchte den ÖSV-Star spätestens nach den Spielen ablösen: „Ich freue mich schon, wenn die Anna dann unten steht und ich oben und sie mir zujubelt.“
(APA) / Artikelbild: GEPA
