„Gedanken sind nur in Graz“ – Die Stimmen zum ÖFB-Sieg in San Marino
Das ÖFB-Team hat seine Pflicht erfüllt und im zweiten Spiel der WM-Qualifikation den zweiten Sieg eingefahren. Die Österreicher fertigten den krassen Außenseiter San Marino in Serravalle souverän mit 4:0 ab. Hier gibt es die Stimmen der ÖFB-Akteure nach dem Spiel.
Ralf Rangnick (ÖFB-Teamchef): „Es war nicht einfach, heute den richtigen Ton zu finden gegenüber den Spielern. Auf der Welt passieren viele verrückte Dinge im Moment. Wir müssen unseren Beitrag leisten, dafür zu sorgen, dass diese Dinge in Zukunft nicht mehr passieren. Jeder muss darauf achten, was um ihn herum passiert. Ich möchte heute nicht zu sehr in einzelne Bewertungen reingehen. In der ersten Halbzeit hat die Mannschaft sehr viel gut und richtig gemacht. Danach haben wir vier Wechsel gemacht und ein bisschen den Rhythmus verloren. Es waren trotzdem noch ein paar Tore mehr drin. Wichtig war heute, wie wir als Team aufgetreten sind, wie geschlossen. Deswegen bin ich insgesamt mit dem Auftritt schon zufrieden. Das direkte Aufeinandertreffen mit Bosnien wird schon nochmal ein Schlüsselspiel. Da werden wir versuchen zu gewinnen.“
Arnautovic emotional: „Bin mit meinen Gedanken nur in Graz“
Marko Arnautovic (ÖFB-Doppeltorschütze): „Mit dem, was wir heute in der Früh gehört haben, interessiert mich dieses Spiel überhaupt gar nicht. Seither habe ich nur Herzrasen, Mitleid komplett für das, was dort in Graz passiert ist. Das ist brutal. Ich weiß nicht, ob wir noch so safe sind auf dieser Welt. Die Gedanken der ganzen Mannschaft sind nur in Graz. Normalerweise sollte man da gar nicht reden und sich gar nicht freuen. Ich wollte hier gar nicht herkommen, aber ich muss das machen. Natürlich freut es uns, dass wir gewonnen haben.“
Christoph Baumgartner (ÖFB-Torschütze): „Es ist schwierig, wenn du so etwas hörst. Dass so etwas wie in Graz im eigenen Land passiert, ist Wahnsinn. Das ist etwas, was einen richtig, richtig berührt. Das war nicht so cool. Wir haben irgendwann versucht, es zur Seite zu schieben, weil es für uns drei wichtige Punkte waren. Man hat schon gemerkt, dass die Freude über die Tore nicht so da war. Es war ein sehr, sehr professioneller Auftritt. Hintenraus hat man gemerkt, dass nicht mehr die allerletzte Spannung da war. Aber wir können nach den zwei Spielen zufrieden in die Sommerpause gehen.“
Gregoritsch: „Unser Mitgefühl ist bei den Opfern und Angehörigen“
Marcel Sabitzer (ÖFB-Mittelfeldspieler): „Wir haben versucht, uns zu fokussieren. Es waren 30 bis 40 ganz gute Minuten. Es waren auch in der zweiten Halbzeit noch Chancen da. Es hätte auch höher ausgehen können. Wenn man die Umstände betrachtet, dann nimmt man es so, wie es ist. Ich habe meine ganze Jugend eigentlich in Graz verbracht, deswegen ist es schon ein extrem komisches Gefühl. Man kann sich das gar nicht vorstellen.“
Sabitzer über Sieg in San Marino: „Unwichtig in dem Moment“
Mathias Honsak (ÖFB-Teamdebütant): „Unfassbares Gefühl, mein Debüt werde ich nie vergessen. Dazu 4:0 gewonnen, kein Tor bekommen. Wir hätten weitaus höher gewinnen können, aber ich bin glücklich. Meine Leistung war ganz okay, Linksverteidiger habe ich schon länger nicht mehr gespielt.“
Roberto Cevoli (Teamchef San Marino): „Wir haben jetzt gegen Rumänien, Bosnien-Herzegowina und Österreich gespielt, und Österreich ist ohne Zweifel die beste Mannschaft. Sie haben ein gewaltiges Level. Ich rechne damit, dass sie Gruppenerster werden. Ich kann mir vorstellen, dass die österreichischen Spieler in einer emotionalen Ausnahmesituation waren und die vom Amoklauf betroffenen Familien mit ihrer Leistung etwas trösten wollten.“
Match-Ratings zu San Marino vs. Österreich: Benote das ÖFB-Team!
(APA) / Bild: GEPA
