PADERBORN, GERMANY - JUNE 20: The Bundesliga logo is seen on a match ball during the Bundesliga match between SC Paderborn 07 and Borussia Mönchengladbach at Benteler Arena on June 20, 2020 in Paderborn, Germany. (Photo by Lars Baron/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images)

Geisterspiele für DFL “bedauerlich” – DOSB fordert Hilfe

via Sky Sport Austria

Die Deutsche Fußball Liga hat die Anordnung von Geisterspielen im November wegen steigender Corona-Zahlen als “bedauerlich” bezeichnet. Fans und Clubs hätten in den vergangenen Wochen, “wo immer möglich, Hygiene- und Abstandsregeln nahezu ausnahmslos diszipliniert umgesetzt und sind damit ihrer Verantwortung gerecht geworden”, teilte die DFL am Mittwoch mit.

Zuvor hatten Bund und Länder beschlossen, dass ab kommender Woche im Profisport nur noch Spiele ohne Zuschauer ausgerichtet werden dürfen. Die Regelung gilt vorerst für den November.

“Zweifelsohne erfordert die sich zuspitzende Pandemie-Lage zusätzliche Anstrengungen in allen Lebensbereichen”, schrieb die DFL, verwies aber auch auf die “mit großem Aufwand” erstellten Hygienekonzepte für die Bundesliga und 2. Bundesliga “zum effektiven Schutz von Stadion-Zuschauern”, die mit den zuständigen Behörden vor Ort abgestimmt gewesen seien. Der Verband hoffe, “dass die beschlossenen Maßnahmen im Sinne der gesamten Gesellschaft schnell und nachhaltig Wirkung zeigen”.

Bundesliga betroffen: Profisport in Deutschland wieder ohne Zuschauer

DOSB fordert Unterstützung für Sport

Der Deutsche Olympische Sportbund hat mit Sorge auf die bevorstehenden Corona-Beschränkungen und das temporäre Verbot im Freizeit- und Amateurbereich reagiert. “Der DOSB bedauert sehr, dass dieser temporäre Lockdown inklusive eines Verbots des Amateursports offenbar nötig geworden ist. Wir tragen diese Maßnahme jedoch verantwortungsbewusst trotz der negativen Effekte für den Sport grundsätzlich solidarisch mit”, erklärte DOSB-Präsident Alfons Hörmann in einer Mitteilung.

Dies falle nicht leicht, weil sich bereits sichtbare und für viele noch unsichtbare Corona-Schäden “durch diese pauschale Maßnahme der Politik nochmals deutlich verstärken”. Hörmann kritisierte, dass der “generelle Lockdown nicht die vielfältigen und erfolgreichen Aktivitäten des Sports” berücksichtige, “der durch ein hohes Maß an Disziplin und mit der konsequenten Umsetzung von Hygiene-Konzepten erreicht hat, dass der Sport nachweislich kein Infektionstreiber ist.” Zugleich begrüße der DOSB, dass “der Profi- und Spitzensport nicht ausgesetzt wird, auch wenn er ohne Zuschauer stattfinden muss”.

“Harte Maßnahmen”: Geisterspiele in Bundesliga, Amateursport in Deutschland ruht

Um finanzielle Folgen für Vereine und Verbände abzumildern, forderte Hörmann “im Bereich der angekündigten Nothilfen, dass der Sport in seiner ganzen Vielfalt unproblematisch daran teilhaben kann”.

Schweiz: Neue Maßnahmen sorgen für “schwarzen Tag”

Der Beschluss des Bundesrats der Zuschauer-Einschränkung bei Sportveranstaltungen auf maximal 50 Personen überraschte Claudius Schäfer, CEO der Swiss Football League (SFL), angesichts der jüngsten Entwicklung der Corona-Zahlen nicht. “Dennoch ist es ein schwarzer Tag für den Schweizer Fußball”, betonte Schäfer. “Die Maßnahmen sind einschneidend, die Schweizer Profiklubs befinden sich in einer ganz schwierigen Lage.”

Bereits jetzt sei die Situation angespannt, weshalb es von existenzieller Bedeutung sei, dass die zinslosen Darlehen ab Dezember fließen, auf die man sich im September mit der Politik in einem zweiten Schritt einigen konnte. “Sie sind eine Lösung, die umsetzbar ist. Nur: Wenn wir jetzt über Monate ausgebremst werden, können sie nur ein erster von mehreren Pfeilern sein. Dann müssten weitere Hilfsmaßnahmen ins Auge gefasst werden”, sagte Schäfer.

In einer schriftlichen Stellungnahme äußerte die SFL auch Kritik am neusten Einschnitt, denn bei den Spielen mit der höheren Zuschauerkapazität habe keine einzige nachweisbare Covid-19-Ansteckung stattgefunden. Für die Ausarbeitung der Konzepte seien auch finanziell große Anstrengungen unternommen worden.

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(APA).

Beitragsbild: Getty Images.