Gereizter Donnarumma verliert nach 2:5-Pleite die Nerven

Die deftige Pleite der italienischen Fußball-Nationalmannschaft in der Nations League gegen Deutschland hat bei Torhüter Gianluigi Donnarumma Spuren hinterlassen. Der Europameister-Kapitän legte sich nach dem 2:5 in Mönchengladbach mit einer TV-Reporterin an. Diese hatte ihn auf seinen Patzer vor dem Treffer zum 0:5 angesprochen und dabei bemerkt, dass Donnarumma zuletzt häufiger Schwächen im Spielaufbau gezeigt habe.

„Wer polemisch sein will, der soll polemisch sein“, sagte der Torwart von Paris St. Germain, der schon im Champions-League-Achtelfinale gegen Real Madrid ähnlich gepatzt hatte. „Es gibt nicht einen Schuldigen, sondern nur das Team. Wenn du mir die Schuld geben willst für den Fehler, dann mach das, kein Problem“, sagte der 23-Jährige unmittelbar nach Schlusspfiff und fügte an: „Ich denke, dass ihr alle wegen dieser Fehler etwas konstruieren wollt. Nun gut…“

Donnarumma hatte im Achtelfinalrückspiel der Königsklasse vor dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Karim Benzema einen Fehlpass in die Füße von Vinicius Junior gespielt und so das Gegentor mitverantwortet. Gegen Deutschland leistete sich Donnarumma erneute einen schwachen Pass, diesmal in den Fuß von DFB-Joker Serge Gnabry. Nutznießer war Torschütze Timo Werner.

Die RAI-Journalistin Tiziana Alla reagierte prompt: „In diesem Beruf muss man eben Fragen stellen“ und erhielt Rückendeckung mehrerer Kollegen.

Italienische Pressestimmen zum 2:5 gegen Deutschland

Corriere dello Sport: „Keine Entschuldigung für Mancini! Italien ist zum Sparring-Partner Deutschlands abgestürzt. Der Coach wagt zu viel und setzt neun neue Spieler im Vergleich zur Mannschaft ein, die ohne Schwierigkeiten gegen Ungarn gewonnen und ein Unentschieden gegen England geschafft hatte. Das Experiment ist als Test für eine neue Phase kläglich gescheitert“.

Tuttosport: „Ein verheerendes Deutschland versenkt die fahle Mancini-Truppe. Italien muss eine folgenschwere, schmerzhafte Niederlage am Ende eines einseitigen Spiels hinnehmen, in dem Deutschland auf der ganzen Strecke dominiert hat. Die einzige positive Nachricht des Abends war Gnontos erstes Tor in der Nationalmannschaft“.

Corriere della Sera: „Zu viele Experimente, Mancini schickt junge Spieler an die Front und verliert auf der ganzen Strecke. Jetzt ist es Zeit, dass der Coach endlich enthüllt, was er über seine Zukunft denkt. Er hat zuletzt gut 40 Spieler eingesetzt und radikale Entscheidungen gegen prominente Spieler getroffen – ohne Resultate. Gegen Argentinien und Deutschland haben wir acht Tore einstecken müssen. So geht es nicht weiter“.

La Repubblica: „Der Borussia-Park ist zum Vergnügungspark für die Deutschen geworden. Die schmerzhafte Saison der italienischen Nationalmannschaft, die zum zweiten Mal das WM-Aus verkraften musste, geht mit einer schweren Demütigung zu Ende, einer der schlimmsten in der Geschichte der Azzurri. Mancini verliert seinen Status als Stratege nach den acht Toren gegen Argentinien und Deutschland“.

(SID) / Bild: Imago