Gold in alt und neu: OeSV-Segler im Aufwind
Im Österreichischen Segelverband war man sich sicher, dass es mehrere Chancen benötigen werde, um mit einer Medaillen von den Olympischen Bewerben vor Marseille heimzufahren. Mit sechs Booten bzw. Boards war man ins Rennen gegangen, beim Container-Zusammenpacken findet sich nun mächtig Übergepäck in Form von Gold für Kitesurfer Valentin Bontus und das 470er-Duo Lara Vadlau/Lukas Mähr wieder. Der OeSV schaffte damit den Spagat zwischen alten und neuen Klassen.
Nur ein entsprechendes Gesamtpaket lässt Erfolg möglich werden, sagte Sportdirektor Matthias Schmid. „Man muss es schaffen, dass man in den drei Jahren bis zu den Spielen fast alle Teile zusammensetzt“, meinte der frühere 470er-Segler. Dazu zählen viele Wochen Training im Olympiarevier, akribische Arbeit des Technologie-Teams um Doppel-Olympiasieger Roman Hagara und der Meteorologie-Abteilung mit Elena Cristofori. „Unser lokales Knowledge ist verdammt gut, richtig gut“, fügte Schmid an.
Die 470er-Klasse ist seit 1976 olympisch, der OeSV kann auf einen großen Fundus an Informationen aus den vergangenen Jahrzehnten zurückgreifen, auf viel Know-how und neben neuem auch älterem Material. Dazu kommt die Extraklasse der im Vergleich zu ihren zwei vorherigen Kampagnen gereiften Vadlau als Steuerfrau, ihr Gefühl für das richtige Boot, ihre Gabe, Wind, Wolken und Wellen schnell und vor allem zielführend einzuschätzen. Komplettiert wird das Paket von der Routine, Akribie und Athletik von Vorschoter Mähr.
OeSV nimmt mächtig Übergepäck mit
Nachdem Kitesurfen olympisch geworden war, entschied der OeSV sofort, „Kiten als klassische Segelsportart zu betrachten“, erinnerte Schmid. „Wir haben es geschafft, in relativ schneller Zeit das Olympische auf diese Athleten zu transferieren: also was ist notwendig, um bei einer olympischen Kampagne erfolgreich zu sein“, hatte Hagara vor den Sommerspielen gesagt.
Bontus setzte alles Notwendige für das Performen im Zeichen der Fünf Ringe rasch um, behielt sich – vom Freestyle kommend – aber seine Lockerheit. „Ich werde wie ein Kite-Freestyler feiern“, sagte der 23-Jährige nach dem Gold-Coup in der Formula Kite.
Spaß haben ist freilich auch im klassischeren Segelsport nicht verboten. „Wir machen unsere Routine, die funktioniert. Wir sind konzentriert, aber locker und haben Spaß. Im Moment leben und das Richtige machen. In der Routine genügend Freiraum für Spaß, für Regeneration haben – das ziehen wir konsequent durch“, meinte der Sportdirektor dazu.
Einen wie Bontus habe er noch nie erlebt. „Dass einer so schnell reinkommt ins olympische Regatta-Segeln. Er lernt verdammt schnell. Er hat einen Spaß bei der Sache, aber ist trotzdem voll fokussiert. Er ist vif, konzentriert und arbeitet voll rein.“ Gold bei der Olympia-Premiere der Disziplin gewonnen zu haben, sei „eine Geschichte, die wird mir nicht mehr weggenommen“, sagte Bontus.
(APA)/Bild: GEPA
