Golf: „Wunderkind“ Jordan Spieth gehört mit 21 schon zu den Besten

Augusta (Georgia) (APA) – „64, das ist doch cool. Das nehme ich gerne noch drei Mal!“ Golf-Jungstar Jordan Spieth hatte nach seiner ersten Runde beim Masters in Augusta leicht lachen. Mit acht unter Par hätte der 21-Jährige fast den 19 Jahre alten Platzrekord ausgelöscht. So war Spieth dank seiner Fabelrunde zumindest der jüngste Erstrunden-Führende beim Masters aller Zeiten.

Das war bisher der Spanier Severiano Ballesteros gewesen, der 1980 bei seinem Weg zum Masters-Sieg 23 Jahre alt gewesen war. Spieth hätte schon im Vorjahr als Masters-Debütant fast gleich auch das grüne Sakko gewonnen, am Ende musste er sich nur seinem US-Landsmann Bubba Watson geschlagen geben.

Während der 39-jährige Tiger Woods seit Jahren mit Verletzungen kämpft und aus den Top-100 der Weltrangliste gefallen ist, wächst mit Spieth der nächste US-Golfstar heran. Er ist eigentlich schon da. Denn in der Zwischenzeit ist Spieth zur Nummer vier der Welt aufgestiegen und der „heißeste“ Tour-Spieler der vergangenen Monate.

Erst kürzlich war der 1,85 m große Texaner aus Dallas, der schon als 16-jähriger Schüler an einem PGA-Turnier teilgenommen hatte, zum erst vierten Spieler avanciert, der vor seinem 22. Geburtstag zwei PGA-Turniere gewonnen hat.

„Ich habe heute gar nicht so gut gespielt“, sagte Spieth am Donnerstag in Augusta und sorgte damit für die Untertreibung des Tages. Nur zwei Mal hat es in Augusta bisher bessere Runden gegeben als die seine am ersten Tag der 79. Masters-Auflage. 26 Spieler haben bei Major-Turnieren 63er-Rekord-Runden geschafft. Aber nur Nick Price (1986) und Greg Norman (1996) haben das im Augusta National geschafft.

Spieth ließ die Fans lange sogar von einer 62er-Runde und einem absoluten Major-Rekord träumen, nachdem er schon nach 14 bogeyfreien Löchern bei acht unter Par gelegen war. Sein einziger Schlagverlust kam dann allerdings auf der 15 und warf ihn auf seiner Rekordjagd etwas zurück.

„Nach der 14 habe ich mir gesagt, dass ich gerne zehn unter und damit die tiefste Runde meiner Karriere spielen würde“, sagte Spieth nach seiner Umrundung des Par-72-Kurses.

Das ging sich nicht aus, aber mit einem Birdie-Putt auf der 18 fixierte er aus fast sieben Metern zumindest die 64. „Ich bin trotzdem ganz zufrieden mit der Runde“, sagte er bei der Pressekonferenz unter großem Gelächter.