Grazer Stadion-Thematik kommt langsam in Schwung
Mit einem ersten Treffen zwischen der Grazer KPÖ-geführten Stadtregierung, der Leitung des SK Sturm sowie dem Fußball-Zweitligisten GAK ist am Freitag Schwung in die Stadion-Debatte gekommen: Es wurden Pläne für eine mögliche Übernahme der Merkur Arena durch Sturm ausgetauscht, allerdings gab es auch eine negative fachliche Stellungnahme für den Weinzödl-Ausbau. Ein regelmäßiger Sonderausschuss soll nun tagen, eine Zwei-Stadien-Lösung werde weiterhin angestrebt, so die KPÖ.
Man habe am Freitag beide Vereine von aktuellen Stellungnahmen der zuständigen Fachabteilungen der Stadt und des Landes informiert: „Demnach ist ein Ausbau von Weinzödl als mögliche Heimstätte für den GAK leider nicht machbar“, sagte SP-Klubvorsitzender Michael Ehmann, Koordinator im Stadien-Komplex. In der hydrologischen Stellungnahme heißt es unter anderem, dass zum Schutz des Grundwassers eine Errichtung eines Stadions keineswegs befürwortet werden könne.
Zwei-Stadien-Lösung weiterhin Priorität
Daher müsse man sich nun auf einen neuen Standort einigen. Seitens der Stadt werde weiter nach einer „für beide Vereine guten und für die Stadt machbaren Lösung gesucht“. Im regelmäßig tagenden Sonderausschuss sollen alle Gemeinderatsparteien als auch Vereinsvertreter zu Wort kommen. „Es geht um breitestmögliche Einbindung, um flache Strukturen zur raschen Vorbereitung von Entscheidungen, um größtmögliche Transparenz“, so Ehmann. Priorität habe dabei nach wie vor eine Zwei-Stadien-Lösung. Eine Champions League-taugliche Neugestaltung der Merkur Arena als Heimstätte für beide Vereine bleibe als Plan B im Talon.
Von einem Rückschlag in der Standortfrage sprach Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ): „Die Machbarkeitsstudien, die von den zuständigen Abteilungen den Landes Steiermark und der Stadt Graz erstellt worden sind, haben leider ergeben, dass in Weinzödl ein bundesligataugliches Stadion aus fachlichen Gründen nicht möglich ist.“ Umso wichtiger sei es nun, die Vorschläge von Sturm-Präsident Christian Jauk detailliert zu prüfen und parallel die Standortsuche für den GAK voranzutreiben, meinte Kahr weiter.
Für Jauk ist nunmehr klar: „Es wird keine – von uns angestrebte – schnelle Lösung in der Stadionfrage geben!“, erklärte der Sturm-Präsident in einer Club-Aussendung. Der Sturm-Vorschlag, das Stadion Liebenau über das Baurecht zu erwerben, werde nun „ernsthaft geprüft“, genaue Zahlen dazu sind öffentlich weiter nicht bekannt. „Frau Bürgermeisterin Elke Kahr hat uns zugesagt, dass der Prozess nun offiziell gestartet wurde – bis Ende des Jahres soll die Zwei-Stadien-Lösung am Tisch liegen“, sagte Jauk.
(APA)/Bild: GEPA
