Großer Preis der Niederlande: Vier Kernpunkte für das Rennen
Das erste Rennen nach der Sommerpause könnte eine Prozession werden, an deren Ende Max Verstappen einen Rekord von Sebastian Vettel einstellt. Es könnte aber auch ein ziemliches Durcheinander mit ungewissem Ausgang geben, das bewiesen die Verläufe der Trainings und des Qualifyings – Gründe dafür gibt es einige. Der SID fasst die wichtigsten Fakten und Faktoren vor dem Großen Preis der Niederlande (ab 13:30 Uhr live auf Sky Sport F1 – streame das Rennen mit dem Sky-X-Traumpass) zusammen.
Verstappens Rekordjagd
Bestmarken hat Max Verstappen ja schon einige erreicht mit seinen 25 Jahren, wichtige und weniger wichtige. Mit 17 war er jüngster Formel-1-Pilot der Geschichte, mit 18 jüngster Rennsieger, die meisten Siege in einer Saison hat er im vergangenen Jahr geschafft. Am Sonntag winkt nun ein weiterer Rekord, der durchaus besonders ist. Neun Siege in Folge schaffte in mehr als 70 Jahren Formel 1 bislang nur einer: Sebastian Vettel, 2013, ebenfalls im Red Bull. Eine solche Serie zu erreichen ist so schwierig, weil es nicht bloß einen starken Fahrer in einem schnellen Auto braucht. Es braucht Woche für Woche fehlerlose Rennen über jeweils 300 Kilometer, im Cockpit, in der Boxengasse, am Kommandostand. Die hochsensible Technik muss halten, das Wetter und das Glück müssen mitspielen. Verstappen und Red Bull im Jahr 2023, das ist eine sehr besondere Symbiose.
Die Enge Strecke
Max Verstappen startet von der Pole Position, und wenn er die Führung beim Start hält, spricht erstmal alles für ihn. Er ist der Schnellste im Feld, auch wenn Lando Norris im McLaren und George Russell im Mercedes durchaus einen guten Eindruck machten. Zudem bieten sich auf dem Circuit in Zandvoort allenfalls zwei Überholmöglichkeiten, und die sind nicht mal sonderlich attraktiv. In hohem Tempo geht es durch fließende Kurven, harte Bremspunkte sind Mangelware. Das spricht für eine langweilige Prozession, andere Faktoren sprechen allerdings dagegen.
Das Nordsee-Wetter
Der Freitag und der Samstag haben gezeigt, wie es gehen kann. Ein bisschen Regen war immer angesagt, es gab dann: Am Freitag gar keinen, am Samstag sehr viel. Als er dann da war am Samstag, war an normales Rennfahren kaum zu denken, so sehr prasselte es. Als der Regen allerdings plötzlich wieder weg war, trocknete die Strecke im Rekordtempo ab, dafür sorgten Wind und Sonne an der Nordsee. Innerhalb eines langen Rennens sind damit verschiedenste Verhältnisse möglich, die eine starke Fahrerleistung sowie schnelle und schlaue Entscheidungen erfordern. Wie der Himmel am Sonntagnachmittag aussieht, weiß übrigens keiner so genau. „Hier ist alles möglich“, sagte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko bei Sky: „Sonnenschein, schwerste Gewitter, Nebel.“
Rote Flaggen ohne Ende
Und auch wenn es trocken bleibt, ist ein ereignisfreier Rennverlauf alles andere als sicher. Vier Sessions gab es an diesem Wochenende bislang, dreimal Training, einmal Qualifying – und diese wurden siebenmal durch Rote Flaggen unterbrochen. Das lag keineswegs nur am Regen, die Strecke in Zandvoort ist schuld. Mit 4,259 Kilometern ist es der zweitkürzeste Kurs in der Formel 1 nach Monaco, entsprechend dicht gedrängt geht es zu, wenn alle Autos auf der Strecke sind. Zudem sind viele Auslaufzonen mit Kies gefüllt, an anderer Stelle wartet gleich die Barriere auf jeden, der vom Kurs abkommt. Fehler werden daher meist sofort bestraft. Und weil alles so eng ist, muss für die Bergung sehr oft unterbrochen werden.
Der Große Preis der Niederlande live bei Sky – streame das Rennen mit dem Sky-X-Traumpass!
(SID) / Bild: Imago
