„Großes Privileg“: Kiew spielt gegen Benfica um Königsklassen-Startplatz

Dynamo Kiew fehlt nur noch ein Schritt zur Gruppenphase in der Champions League. In den Play-offs trifft der ukrainische Klub auf Benfica Lissabon.

Seit über fünf Monaten herrscht in der Ukraine nun schon Krieg, doch die Fußballer von Dynamo Kiew konnten und können weiter ihrem Beruf nachgehen. Am Mittwoch (ab 20:50 Uhr live auf Sky Sport Austria 2 – mit dem Sky X-Traumpass alle Spiele live streamen) spielt der ukrainische Rekordmeister im Play-off-Hinspiel gegen Benfica Lissabon um die Teilnahme an der Gruppenphase in der Champions League. Für das Team ist es eine herausfordernde aber auch besondere Möglichkeit.

„Es ist wirklich schwer, auf den Platz zu gehen, wenn man an all das denkt, was in der Ukraine vor sich geht“, sagte Mittelfeldspieler Oleksandr Karawajew vor der Partie: „Dennoch verstehen wir, dass die Jungs, die unser Land verteidigen, uns die Chance geben, unser Heimatland auf der internationalen Bühne zu vertreten.“ Dies sein ein „großes Privileg“.

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Ausgetragen wird das Spiel, wie alle bisherigen Heimspiele auch, wegen der unsicheren Lage rund um Kiew im wohl gut besuchten Miejski-Stadion im polnischen Lodz. Dort kann die Mannschaft von Trainer Mircea Lucescu neben ukrainischen Anhängern auch auf die polnische Unterstützung zählen.

„Wir sind den Menschen in Polen unglaublich dankbar, dass sie uns und denjenigen, die ihre Heimat in der Ukraine verlassen mussten, helfen“, sagte der 30 Jahre alte ukrainische Nationalspieler Karawajew: „Wenn wir in andere Länder kommen, spüren wir immer Unterstützung.“

Das Rückspiel steigt dann am kommenden Dienstag beim portugiesischen Rekordmeister in Lissabon, wo neben dem deutschen Trainer Roger Schmidt auch Nationalspieler Julian Weigl unter Vertrag steht.

Für Kiew, das auf seinem bisherigen Weg sowohl den türkischen Vizemeister Fenerbahce Istanbul als auch den österreichischen Vizemeister Sturm Graz ausgeschaltet hat, wäre es die dritte Teilnahme in Folge an der Gruppenphase in der Königsklasse.

Diese Qualifikation wäre mit Blick auf die schwierige Lage in der Heimat jedoch etwas Besonderes. „Wir versprechen, dass wir unser Bestes geben werden“, sagte Karawajew und zollte den Soldaten seinen Respekt: „Deshalb müssen wir noch mehr tun, als wir können, denn unsere Beschützer und unser Vaterland haben es viel schwerer.“

Dennoch geht Kiew, das am Mittwoch erst das fünfte Pflichtspiel seit Beginn des russischen Angriffskrieges Ende Februar bestreitet, mit dem nötigen Respekt an die durchaus schwere Aufgabe gegen Lissabon. „Sie haben eine erhebliche Verstärkung und einen neuen Trainer. Sie sind eine sehr talentierte Mannschaft“, sagte Karawajew: „Wir werden uns gründlich vorbereiten. Der letzte Schritt ist sehr wichtig.“

Dieser letzte Schritt würde nicht nur dem ukrainischen Fußball, sondern dem ganzen Land einen kleinen Grund zum Feiern geben.

(SID)

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Beitragsbild: Imago