Odermatt: „Gut, wenn es die letzte Kombination war“

Die Alpine Kombination galt lange Zeit als eines der prestigeträchtigsten Rennen im Skirennsport, inzwischen ist der Traditionsbewerb im Rennkalender aber immer mehr zu einem Auslaufmodell geworden. Nicht wenige fordern sogar die komplette Abschaffung des Rennens – wie etwa Weltcup-Gesamtleader Marco Odermatt.

„Meine Meinung dazu ist klar: Es ist gut, wenn das die letzte Kombination gewesen ist. Man redet schon seit X Jahren davon und wenn es dann mal so ist, tut es glaube ich auch nicht mehr vielen weh“, fand der Schweizer im Gespräch mit „Blick“ harte Worte.

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Im Rennkalender hat die Kombination längst nicht mehr die Präsenz früherer Tage. Im Herren-Weltcup wird sie seit der Saison 2021/2022 gar nicht mehr ausgetragen, die letzte Damen-Kombination im Weltcup ist sogar schon drei Jahre her.

Bei der WM nutzten viele Speed-Spezialisten den ersten Super-G-Lauf daher als besseres Training unter Wettkampfbedingungen und traten dann – wie beispielsweise auch ÖSV-Star Vincent Kriechmayr – nicht mehr zum zweiten Durchgang im Slalom an.

Bei den Damen standen nach dem Slalom nur noch 18 Läuferinnen in der Wertung, bei den Herren waren es 22.

Schwarz: „Wäre cool, wenn es den Bewerb weiter gibt“

Doch der Bewerb findet im unter den Athleten auch noch Fürsprecher. Gerade aus österreichischer Sicht ist die Kombination ein Medaillenlieferant. Bei den diesjährigen Weltmeisterschaften holten Ricarda Haaser (Bronze) sowie Marco Schwarz (Silber) und Raphael Haaser (Bronze) insgesamt drei Kombi-Medaillen für Rot-Weiß-Rot.

Dass die Disziplin schon lange als Auslaufmodell gilt, wollte speziell Silbermedaillengewinner Schwarz nicht stehen lassen.

„Es wäre schon cool, wenn es den Bewerb weiter gibt. Nach dem Ergebnis wäre das auch aus österreichischer Sicht cool“, betonte der 27-Jährige, der nun den kompletten Medaillensatz Gold, Silber und Bronze in der Disziplin sein Eigen nennt.

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Pinturault „ein Fan der Kombination“

Mit dem frisch gebackenen Weltmeister Alexis Pinturault hat die Kombination einen weiteren prominenten Fürsprecher. Die umstrittene, weil im Weltcup kaum mehr ausgetragene Kombination aus einem Speed- und einem Slalombewerb scheint ihm wie auf den Leib geschneidert. Pinturault könnte, ohne es aktuell zu wissen, zum letzten Weltmeister der Traditionsdisziplin avanciert sein. „Ich bin ein Fan der Kombination, es ist ein großer Teil der Skigeschichte. Diese Disziplin kann sehr interessant sein“, betonte Pinturault.

Aber auch er hat bemerkt, dass der Teilnehmerkreis immer elitärer wird. „Mit immer weniger Rennen werden auch gute Rennfahrer dafür immer weniger“, sagte er. Dabei wäre es, so Pinturault, gerade hinsichtlich des Gesamtweltcups („das Ziel unseres Sports“) notwendig, Allrounder zu fördern. Er ist davon überzeugt: Stünden mehr Kombis im Weltcup-Kalender, würden sich auch wieder mehr Athleten dafür erwärmen.

Die Entscheidung, ob die Kombination endgültig aus dem Rennkalender verschwindet, könnte nach der Saison fallen. Ende Mai gäbe es beim FIS-Kongress die nächste Chance, die Kombination endgültig abzuschaffen.

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Bild: GEPA