Haaland nach Blamage in seiner Heimat: „Es ist peinlich“
Arsenal ist auf der Erfolgswelle ins Achtelfinale der Fußball-Champions-League gesurft, Real Madrid hat mit einer Galavorstellung auf die jüngsten Kritiken reagiert. Mit Titelverteidiger Paris Saint-Germain (1:2 bei Sporting Lissabon) und Manchester City (1:3 bei Bodö/Glimt) haben zwei weitere Top-Clubs in der siebenten Runde der Ligaphase dagegen unerwartete Niederlagen kassiert und müssen um den direkten Aufstieg ins Achtelfinale bangen.
ManCity ist nicht die erste Mannschaft, die auf dem Kunstrasen von Bodö ausgerutscht ist. Allerdings präsentierte sich die Elf von Pep Guardiola schwach und ideenlos. Nach der peinlichen Niederlage beim Außenseiter in seinem Heimatland suchte Erling Haaland erst gar nicht lange nach Ausreden. „Ich übernehme die volle Verantwortung dafür, dass ich keine Tore geschossen habe. Es ist peinlich“, sagte der norwegische Stürmerstar von Manchester City, der in der ersten Halbzeit nicht einmal zehn Ballkontakte hatte. „Das ist nicht gut genug. Wir sind Manchester City. So sollte es nicht sein.“
Haaland & Co. „regelrecht vernichtet“
Die Reaktionen waren entsprechend. Die Manchester Evening News schrieben vom „Spiel aus der gefrorenen Hölle Norwegen.“ Ex-Stürmer Chris Sutton war ebenfalls deutlich: „Bodö/Glimt hat Manchester City nicht nur geschlagen – sie haben sie regelrecht vernichtet.“
Guardiola lobte Bodö als „absolute Spitzenmannschaft“, akzeptabel dürfte es die Niederlage keinesfalls machen. Es war nicht die erste internationale Überraschung des Clubs, der im Play-off Sturm Graz problemlos ausgeschaltet hatte. „Ich würde sagen, das ist das Größte, was wir je erreicht haben. Wir haben eine der besten Fußballmannschaften der Welt geschlagen und das haben wir uns verdient“, sagte Bodös Kapitän Patrick Berg.
Kasper Högh leitete mit einem Doppelpack (22., 24.) die Sensation ein, in Lissabon war Luis Suarez mit zwei Treffern (74., 90.) Matchwinner von Sporting gegen PSG. 89 Angriffe und 28 Schüsse reichten dem Champion nicht einmal zu einem Punkt. „Wir hatten so viele Chancen und haben kein Tor erzielt – das passiert uns zu oft. Uns fehlte die Konzentration, und wir haben zwei Fehler gemacht. Wenn wir unsere Chancen nicht nutzen, dürfen wir keine Gegentore kassieren“, kritisierte PSG-Mittelfeldspieler Vitinha. Mit einem Heimsieg nächsten Mittwoch gegen Newcastle kann der Titelverteidiger den Umweg über das Play-off aber noch abwenden. Auch ManCity kann zu Hause gegen Galatasaray wohl einen Platz in den Top 8 sichern.
Arsenal auf neuem Level
Arsenal steht somit als erste Mannschaft im Achtelfinale und beendet die Ligaphase nach dem siebenten Sieg im siebenten Spiel auf Rang eins oder zwei. Gabriel Jesus war beim 3:1 im Schlagerspiel in Mailand gegen Inter Mann des Abends. „Wir haben ein neues Level erreicht, und das im San Siro gegen eine der besten Mannschaften Europas macht es zu etwas Besonderem“, erklärte Trainer Mikel Arteta.
Ein besonderer Abend war es auch für Alvaro Arbeloa. Der neue Trainer von Real Madrid konnte bei seinem Champions-League-Debüt den Auftritt von Kylian Mbappe und seinen Kollegen entspannt verfolgen und ein 6:1 gegen AS Monaco feiern. Mbappe ebnete mit zwei Toren zur 2:0-Führung gegen seinen Ex-Club den Weg zum Erfolg, Vinicius Junior überzeugte mit starken Szenen, einem Treffer und zwei Torvorlagen und ließ seine Kritiker verstummen. Der Brasilianer war in den vergangenen Wochen im heimischen Bernabeu-Stadion ausgepfiffen worden. „Meine Leistung bedeutet mir viel, aufgrund all dem, was zuletzt passiert ist“, sagte Vinicius.
(APA)/Beitragsbild: Imago
