Haaser nähert sich erstem Podestplatz: „Hoffentlich bald“

Am vorletzten Speed-Wochenende vor der Heim-Weltmeisterschaft in Saalbach-Hinterglemm sind Österreichs schnelle Frauen erstmals in dieser Saison ohne Stockerlplatz geblieben. Gehandicapt (Stephanie Venier und Cornelia Hütter) und mit Pech in einer Hundertstelentscheidung (Ricarda Haaser) fuhren die ÖSV-Läuferinnen beim Ski-Weltcup in Cortina d’Ampezzo an den Top drei vorbei. Eine Machtdemonstration lieferten auf der Olympia-Strecke von 2026 die heimischen Italienerinnen.

„Etwas durchwachsen. Wir sind von Anfang an nicht so richtig in Tritt gekommen“, resümierte Cheftrainer Roland Assinger nach insgesamt fünf Top-Ten-Plätzen. Hütter als Sechste in der Abfahrt und Haaser als Fünfte im Super-G waren die Besten. Allerdings war Hütter nach einer Erkrankung noch etwas geschwächt, Venier steckten die Auswirkungen ihres Sturzes im ersten Training noch in den Knochen und Haaser verpasste ihren ersten Podestplatz nur um sechs Hundertstelsekunden.

Haaser will bald aufs Stockerl

„Das kommt hoffentlich bald“, meinte Haaser. „Alles in allem war es eine sehr gute Fahrt, sechs Hundertstel hinter dem Podium wurmt mich aber schon ein bisschen, so knapp dran war ich noch nie. Den Speed habe ich definitiv. Ein bisschen mehr Selbstvertrauen und Konsequenz, dann bin ich überzeugt, dass ich ganz vorne mitfahren kann“, erklärte sie.

Die Tirolerin fühlt sich aktuell im Super-G wohler als in der Abfahrt. „In der Abfahrt erwische ich Passagen nicht so, wie ich es will. Das kostet mich viel Tempo. Im Super-G fahre ich intuitiver, da gibt es vorher kein Video schauen, ich picke nicht so auf der Linie, das macht mich schnell“, sagte Haaser, die sich im Super-G mit dem zweiten Top-Ten-Ergebnis im noch jungen Jahr wohl auch das WM-Ticket in dieser Disziplin gesichert hat. Mit Rang acht hat auch Ariane Rädler aufgezeigt.

Vor der am 4. Februar beginnenden WM geht es am kommenden Wochenende noch nach Garmisch mit Abfahrt am Samstag und Super-G am Sonntag. Dort wird auch Hütter wieder in Vollbesitz ihrer Kräfte angreifen. „Es wird jeden Tag besser, nächste Woche ist es sicher wieder bei 100 Prozent“, sagte die zweifache Saisonsiegerin, die am Sonntag mit einem Fehler im unteren Teil einen Stockerlplatz liegen ließ und sich mit Rang neun begnügen musste. „Ich habe nicht ganz den Rhythmus gefunden, mit dem Bock herunten, da kannst du gleich abschnallen. Ich hätte ein paar Sachen besser machen können, das wurmt mich schon. Es war ein Wochenende zum Lernen, nicht zum Jubeln“, meinte die Steirerin.

Goggia und Brignone lassen Italien jubeln

Jubeln konnten vor allem die Italienerinnen, die auf der Olympia-Strecke von 2026 durch Siege von Sofia Goggia (Abfahrt) und Federica Brignone (Super-G) dominierten. Brignone war im Super-G eine Klasse für sich und baute ihre Führung im Gesamtweltcup auf über 100 Punkte aus. „Das ist alles aus einem Guss, kein Rutscher, kein Stauber. Der gelingt momentan sehr, sehr viel. Man kann nur den Hut ziehen und schauen, dass man mit jedem Rennen einen Schritt näher kommt“, meinte Haaser. „Das war das Wochenende der Italienerinnen, nach Garmisch kommen wir wieder mit frischem Elan“, stellte Assinger klar.

Einen ersten Rückschlag bei ihrem bisher so sensationellen Comeback nach fünfeinhalb Jahren Pause musste Lindsey Vonn einstecken – und das ausgerechnet in ihrem „Wohnzimmer“. Die Cortina-Rekordsiegerin, die auf der Tofana zwölfmal triumphiert hat, stürzte im ersten Abfahrtstraining, kam im Rennen nur auf Platz 20 und wurde im Super-G neuerlich abgeworfen. „Ich weiß, ich bin gut drauf, nur brauche ich etwas mehr Training, etwas mehr Zeit“, sagte die 40-jährige US-Amerikanerin.

(APA)

Werbung

Beitragsbild: GEPA