Haasers Auferstehung in Kitzbühel – Platz zwei hinter Odermatt

Raphael Haaser hat im ersten Rennen nach einer mehrwöchigen Verletzungspause für einen gelungenen Auftakt der 85. Hahnenkammrennen aus österreichischer Sicht gesorgt. Der Tiroler vom Achensee musste sich in seinem Heimrennen nur Super-G-Sieger Marco Odermatt geschlagen geben – und das mit minimalem Training davor. „Ich bin wieder 100 Prozent fit, mir tut nix weh“, sagte der Allrounder am Freitag. Überrascht von sich selbst wirkte Haaser nicht.

„Kitzbühel ist das Heimrennen für mich, in einer Dreiviertelstunde bin ich daheim“, erklärte der 27-Jährige. „Daher freut es mich riesig, weil es irgendwo schon ein Ziel war, einmal mit einer Gams heimzufahren. Dass das heute gleich so gelungen ist, ist umso schöner für mich.“ Nur sechs Super-G-Fahrten habe er vor seinem Comeback absolviert. Die Abfahrtstrainings in Kitzbühel ließ er aus, da sei aus gesundheitlicher Sicht „zu viel auf dem Spiel gestanden“.

Odermatt gewinnt Super-G in Kitzbühel – Haaser sensationell Zweiter

Kreuzband nach Val d’Isere beleidigt

Anfang Dezember war Haaser in Beaver Creek im Super-G mit klarer Zwischenbestzeit im oberen Teil ausgeschieden, hatte also dort schon einen Spitzenplatz liegenlassen. Danach verletzte sich Haaser bei der nächsten Weltcup-Station in Val d’Isere im Riesentorlauf. Aufgrund einer Kreuzbandüberdehnung wurde eine voraussichtliche Wettkampfpause von sechs Wochen angegeben.

Im Anschluss befürchteten viele bereits, dass Haaser die Weltmeisterschaften in Saalbach-Hinterglemm verpassen könnte. Danach sieht es nun nicht mehr aus. Vorerst sei der Start im Riesentorlauf in Schladming am Dienstag eingeplant, dann werde man weitersehen, verriet er.

Finish besser als Odermatt

Probleme habe er bei seinem Comeback nur stellenweise gehabt. „Ich habe mir oben ein bisschen schwerer getan, dass ich reinfinde, habe jetzt echt schon länger nicht mehr so einen Untergrund unter den Füßen gehabt“, erzählte Haaser. „Ich habe auch unter dem Fahren gemerkt, dass vielleicht die eine oder andere Kurve nicht ganz sauber war. Aber vor allem ab dem Hausberg, glaube ich, war es dann eine sehr gute Fahrt.“

So gut sogar, dass er nach dem Abschwingen im Ziel daran gedacht habe, „dass ich lieber Erster wäre“, meinte er halb im Scherz. Verhindert hat dies der Schweizer Odermatt, der bei seinem ersten Kitz-Sieg noch einmal um 0,11 Sekunden schneller war. Im unteren Teil hatte jedoch Haaser die Nase vorne.

„Würdige Kurssetzung“

„Ich glaube, man hat in Beaver Creek schon gesehen, dass ich das Zeug habe, dass ich da ganz vorne mitfahren kann“, meinte der ÖSV-Athlet. „Von dem her habe ich gewusst, wenn ich es wieder so herbringe so wie in Beaver Creek, dann ist alles möglich.“ Haaser nahm damit auch einen gehörigen Druck von seinen Teamkollegen, denn ein Hahnenkamm-Wochenende ohne ÖSV-Podestplatz wird es dieses Jahr – trotz ungünstiger Vorzeichen – nicht geben.

Kritik an der Kurssetzung oder der Präparierung der Piste, die einige Stürze forderte, äußerte er nicht. „Es war eine würdige Kurssetzung. Es ist teilweise sehr viel Tempo drinnen, dann wieder Passagen, die einfach mit Hirn zu fahren sind – so wie es sein soll auf dem Niveau, wo wir uns bewegen“, meinte Haaser, der nun viermal im Weltcup auf dem Podium gestanden ist – jeweils im Super-G, jeweils als Zweiter.

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(APA) Foto: GEPA