VIENNA,AUSTRIA,09.JAN.18 - HANDBALL - EHF European Championship 2018, preview, farewell of team Austria. Image shows Robert Weber (AUT). Photo: GEPA pictures/ Christian Ort

Handball-EM: ÖHB-Team-Oldie Weber will die Jungen “an die Hand nehmen”

via Sky Sport Austria
Porec (APA) – Mit einer Mischung aus Routiniers und bei Großereignissen unerfahrenen Spielern versuchen sich Österreichs Handballmänner ab Freitag (18.00 Uhr/gegen Weißrussland) bei der EM. Erfahrene Akteure wie Robert Weber haben dabei eine besondere Aufgabe. “Es liegt auch in unserer Verantwortung, die Leute an der Hand zu nehmen und durchs Turnier zu führen”, sagte der Flügelspieler.

Prinzipiell ist Flügelflitzer Weber aber überzeugt, dass “wir den Umbruch gut verkraftet haben”. Nach dem Karriereende von Jahrhundertspieler Viktor Szilagyi und einigen anderen Leistungsträgern ist die ÖHB-Auswahl konkurrenzfähig geblieben und hat sich zum fünften Mal seit 2010 für ein Großereignis qualifiziert. Junge wie Goalie Kristian Pilipovic, Kreisläufer Wilhelm Jelinek oder Flügel Sebastian Frimmel, der nach dem verletzungsbedingten Aus von Raul Santos voll gefordert ist, müssen nun in die Fußstapfen ihrer Vorgänger treten.

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“Wir sind älter und erfahrener. Dem muss man sich stellen”, meinte Magdeburg-Legionär Weber, 2014/15 Torschützenkönig in der deutschen Bundesliga und in den jüngsten vier Saisonen bei den besten Werfern stets unter den Top zwei zu finden. “Teampapa” will der mit 32 Jahren älteste Spieler (gemeinsam mit Janko Bozovic und Tobias Schopf) zwar nicht genannt werden. “Man merkt aber schon, dass man noch mehr Respekt bekommt”, sagte der Vorarlberger. Wie schon in den vergangenen Jahren sei das Mannschaftsklima jedenfalls “sehr gut”.

Der Altersdurchschnitt im Vergleich zur WM 2015 in Katar, wo man nur hauchdünn das Viertelfinale verpasste, sank von 27,8 auf 25,8 Jahre, insgesamt weist der Kader um gute 500 Länderspiele weniger auf. 12 der 17 Mann haben erst 32 oder weniger Länderspiele am Konto. Relativ wenig in einer Sportart wie Handball, wo im Jahr im Schnitt rund 15 Partien anstehen. Wie 2015 befinden sich aber weiter neun Legionäre im Aufgebot von Teamchef Patrekur Johannesson.

ÖHB-Männer nach Umbruch zwischen Euphorie und Realismus

Eine spezielle Rolle nimmt Kiel-Legionär Nikola Bilyk ein: Österreichs Aushängeschild, bei Kiel in der besten Liga der Welt ebenso wie in der Champions League unterwegs, ist zwar erst 21, hat aber bereits 42 Länderspiele am Konto und war schon in Katar mit von der Partie. Der Wiener weiß, welche Eindrücke auf die Neulinge einprasseln. 2015 reiste der damals 18-Jährige Rückraummann mit weniger als zehn A-Teamspielen am Konto zur WM. “Katar war ein unglaubliches Gefühl”, erinnerte sich Bilyk. Seinen Kollegen werde es bei der Premiere wohl ähnlich ergehen: “Ich glaube, dass das ein sehr großes und schönes Erlebnis sein kann.”

Seiner Verantwortung im Mannschaftsgefüge ist er sich bewusst. “Man muss versuchen, den Druck von denen, die das noch nicht erlebt haben, zu nehmen. Viele spielen noch in der österreichischen Liga. Dann stehst du da und bist vollkommen überwältigt”, beschrieb der 1,98-m-Mann die Situation. Bilyk ist quasi das ideale Bindeglied zu Spielern wie Frimmel, Jelinek, Pilipovic oder Lukas Herburger, die er bereits aus den gemeinsamen Zeiten in diversen Nachwuchsauswahlen kennt, aber etwas später als er zum A-Team stießen: “Die Verbindung ist besser und leichter.”

Beitragsbild: GEPA